
Ut mine Kengertied
Aus meiner Kinderzeit
Text Mundart
Text hochdeutsch
die spelden up der Piepsock,
d Piepsok woar jebroake.
du spelden se op de Knoake,
die Knoake woaren de launk,
du spelden se op de Plaunk,
die Plaunk die woar de breet,
du spelden se op de Jeet,
die Jeet, die woar de jrieß,
du spelden se op et lis,
dät Iis, dät wor de bott,
du fehlen se op de Fott.
die spielten auf dem Dudelsack,
der Dudelsack war zerbrochen,
da spielten sie auf den Knochen.
Die Knochen waren zu lang,
da spielten sie auf der Planke.
Die Planke war zu breit,
da spielten sie auf dem Brett.
Das Brett war zu groß,
da spielten sie auf dem Schoß.
Das Eis war zu glatt,
da fielen sie auf den Hintern.
Wenn „Abraham und Isaak“ zu Ende war, fing das Kleine an zu tanzen – oder es wurde albern vor Freude. Dann machte Vater mit ihm noch einen Ausflug durch die Küche. In jeder Ecke drehte er sich einmal mit ihm im Kreis und sang dabei:
no ues Tant Luise,
Tant Luise et net da,
komm vör jonnt no Opapa.
Opapa es och net da,
komm vör jonnt no Omama,
Omama es och net da – ene Schwönk –
Komm vör jonnt wer omm.
(Et näcksde Moal jet et wier).
zu unsrer Tante Luise geh’n.
Tante Luise ist nicht da,
komm, wir geh’n zum Opa.
Opa ist auch nicht da,
komm, wir geh’n zur Oma.
Oma ist auch nicht da – Schwung! –
komm, wir geh’n wieder heim.
(Und das nächste Mal ging das Spiel von vorn los.)
Text Mundart
Ut mine Kengertied
Vör woare he-m met en jruete Koppel Kenger. No d’r ieschte Wältkrech haue ues Auesche hör Sörch on Mö- de Pu-te jruet de krie. Jo-t kann ech mech dran erennere, wat et morjes loß woar, ihe vör met 6, later 7 Kenger ut jen Hu-s woare. Jedden Dach mösche vör no de Mäß, op de Klompe. Nöchtere troche vör no jen Kerk. De Klompe mosche vör en de Hall u-tduen on op de Hoase (Strömp) jeng et noa vü-ere. Wäe de la-t koam, dorf net no de Bänk en, dà mosch ob de Polfüse en der Jonk stoa blieve. Wäe dann kenn Schlüppkes a-n hau, kriech kau Fö-t. Noa die Kerk woar dät en die Hall ömmer ene Dure-n, bes jedder sin Klompe hau..
Vör wonde ne-t wiet van de Kerk a-av. Bes de Scholl a-fong, haue vör noch e Vedelstöndiche Tied. Em Jalopp jeng et noa he-m. Mamm hau entösche et Morjesbruet jere-t. E-n Pann Ärpel met Ulekszaus jebroa, die van et dachs van de vüere üever woare blieve, wuet medden en de üeke op ene Ammer jesatt, jedder kriech en Verschätt on dan, met 6 Kenger op et Hükske, jeng et dra-n. Doabie jef et en Schnie- schwatt Bruet met dick Siepna-t. Brötsches met Botter on Marmelad, af en Schief Wuesch han-t vör iesch kenne jeliet, wenne vör met a-koame. En däen Tied koame de Kenger iesch met 11/12 Joahn an (Erstkommunion).
En die Arpelspann delde sech jedder sie De-l av. Jeng et ob et läß an, wuet sech van die Klendere noch en Verschätt jestipitzt. Dät woar é Jedöns. Der e-en jrien, dà aungere kriech se met die Verschätt op de Vengere. Vör de Tienuhrespaus krieche vör en Botteram met Klätschkies on Siepna-t met, die en e Stöck Zeitung ejepaukt wuet. Wäe kaunt du all Perjamentpapier?
Et oavends, wenn Vadder van der Denst koam, steng Modder an der Hä-ed, et Oavendbruet jeret de make. E-n van die Klenste open Ärm, woar se met et Mählbäsemke de Paupp ant röhre. Papp kriech sech dann dat kle-n op der Schuet on song vör em rüech de haute:
Abram on Isak
die spelden up der Piepsock,
d Piepsok woar jebroake.
du spelden se op de Knoake,
die Knoake woaren de launk,
du spelden se op de Plaunk,
die Plaunk die woar de breet,
du spelden se op de Jeet,
die Jeet, die woar de jrieß,
du spelden se op et lis,
dät Iis, dät wor de bott,
du fehlen se op de Fott.
Bie der läste Reim rötschde dät Kleen üever Papp si Knee bes ope’nen Äed. Dät Kindsche, on och vör, haue da Spaß. Woare Abran on Isak utjespellt, veng dät Kle-n, et kriech Tänsches, -wer an de jre-se. Da magde Papp met däm ene Ausfluch en de Küeke. A jedder Äck wuet sech met ene Schwönk erromjedrett on da son häe:
Latt os ens spazere joan,
no ues Tant Luise,
Tant Luise et net da,
komm vör jonnt no Opapa.
Opapa es och net da,
komm vör jonnt no Omama,
Omama es och net da – ene Schwönk –
Komm vör jonnt wer omm.
(Et näcksde Moal jet et wier).
Text hochdeutsch
Aus meiner Kinderzeit
Früher waren wir eine große Schar Kinder. Nach dem Ersten Weltkrieg hatten unsere Eltern alle Hände voll zu tun, um für uns Kinder zu sorgen. Ich kann mich noch gut erinnern, was morgens los war, wenn wir mit sechs, später sieben Kindern aus dem Haus mussten. Jeden Tag mussten wir in die Messe – auf unseren Holzschuhen. Nüchtern, also ohne Frühstück, gingen wir in die Kirche. Die Holzschuhe mussten wir draußen im Flur ausziehen, und auf den Strümpfen ging es dann nach vorne. Wer zu spät kam, durfte nicht mehr in die Bank hinein, der musste auf den kalten Fliesen stehen bleiben. Wer keine Hausschuhe (Schlüppkes) anhatte, bekam kalte Füße. Nach der Kirche war im Flur immer ein großes Durcheinander, bis jedes Kind wieder seine eigenen Holzschuhe gefunden hatte.
Wir wohnten nicht weit von der Kirche entfernt. Bis die Schule begann, hatten wir noch etwa eine Viertelstunde Zeit. Im Laufschritt ging es nach Hause. Mutter hatte inzwischen das Frühstück vorbereitet: eine Pfanne mit Bratkartoffeln und Zwiebeln, die vom Vortag übrig geblieben waren, stand auf einem Eimer mitten in der Stube. Jeder bekam eine Portion, und dann setzten sich alle sechs Kinder auf die kleine Bank. Dazu gab es eine Scheibe Schwarzbrot mit dicker Zuckerrübenkraut-Schicht. Brötchen mit Butter und Marmelade – oder gar eine Scheibe Wurst – das konnten wir uns nicht leisten, höchstens wenn Besuch kam. In dieser Zeit kamen die Kinder meist erst mit elf oder zwölf Jahren zur Erstkommunion.
Die Pfanne mit den Kartoffeln wurde gerecht geteilt. Wenn es dem Ende zuging, stibitzte man sich manchmal noch ein Stück aus der Pfanne – und das gab natürlich Streit! Der eine schrie, der andere bekam die Gabel auf die Finger. Für die Zehnuhrpause (Frühstück in der Schule) nahmen wir uns eine Butterstulle mit Rübenkraut oder Sirup mit – eingewickelt in ein Stück Zeitungspapier. Wer kannte damals schon Pergamentpapier?
Am Abend, wenn Vater von der Arbeit nach Hause kam, stand Mutter am Herd und bereitete das Abendbrot. Eines der Kleinsten durfte auf dem Arm stehen und mit dem kleinen Rührbesen den Brei umrühren. Vater nahm dann das Kind auf den Schoß und sang für es ruhig das alte Lied:
Abraham und Isaak,
die spielten auf dem Dudelsack,
der Dudelsack war zerbrochen,
da spielten sie auf den Knochen.
Die Knochen waren zu lang,
da spielten sie auf der Planke.
Die Planke war zu breit,
da spielten sie auf dem Brett.
Das Brett war zu groß,
da spielten sie auf dem Schoß.
Das Eis war zu glatt,
da fielen sie auf den Hintern.
Beim letzten Reim rutschte das Kleine über Papas Knie bis auf den Boden – das Kind, und auch wir anderen, lachten jedes Mal herzlich.
Wenn „Abraham und Isaak“ zu Ende war, fing das Kleine an zu tanzen – oder es wurde albern vor Freude. Dann machte Vater mit ihm noch einen Ausflug durch die Küche. In jeder Ecke drehte er sich einmal mit ihm im Kreis und sang dabei:
Lass uns mal spazieren geh’n,
zu unsrer Tante Luise geh’n.
Tante Luise ist nicht da,
komm, wir geh’n zum Opa.
Opa ist auch nicht da,
komm, wir geh’n zur Oma.
Oma ist auch nicht da – Schwung! –
komm, wir geh’n wieder heim.
(Und das nächste Mal ging das Spiel von vorn los.)
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Aus meiner Kinderzeit
Früher waren wir eine große Schar Kinder. Nach dem Ersten Weltkrieg hatten unsere Eltern alle Hände voll zu tun, um für uns Kinder zu sorgen. Ich kann mich noch gut erinnern, was morgens los war, wenn wir mit sechs, später sieben Kindern aus dem Haus mussten. Jeden Tag mussten wir in die Messe – auf unseren Holzschuhen. Nüchtern, also ohne Frühstück, gingen wir in die Kirche. Die Holzschuhe mussten wir draußen im Flur ausziehen, und auf den Strümpfen ging es dann nach vorne. Wer zu spät kam, durfte nicht mehr in die Bank hinein, der musste auf den kalten Fliesen stehen bleiben. Wer keine Hausschuhe (Schlüppkes) anhatte, bekam kalte Füße. Nach der Kirche war im Flur immer ein großes Durcheinander, bis jedes Kind wieder seine eigenen Holzschuhe gefunden hatte.
Wir wohnten nicht weit von der Kirche entfernt. Bis die Schule begann, hatten wir noch etwa eine Viertelstunde Zeit. Im Laufschritt ging es nach Hause. Mutter hatte inzwischen das Frühstück vorbereitet: eine Pfanne mit Bratkartoffeln und Zwiebeln, die vom Vortag übrig geblieben waren, stand auf einem Eimer mitten in der Stube. Jeder bekam eine Portion, und dann setzten sich alle sechs Kinder auf die kleine Bank. Dazu gab es eine Scheibe Schwarzbrot mit dicker Zuckerrübenkraut-Schicht. Brötchen mit Butter und Marmelade – oder gar eine Scheibe Wurst – das konnten wir uns nicht leisten, höchstens wenn Besuch kam. In dieser Zeit kamen die Kinder meist erst mit elf oder zwölf Jahren zur Erstkommunion.
Die Pfanne mit den Kartoffeln wurde gerecht geteilt. Wenn es dem Ende zuging, stibitzte man sich manchmal noch ein Stück aus der Pfanne – und das gab natürlich Streit! Der eine schrie, der andere bekam die Gabel auf die Finger. Für die Zehnuhrpause (Frühstück in der Schule) nahmen wir uns eine Butterstulle mit Rübenkraut oder Sirup mit – eingewickelt in ein Stück Zeitungspapier. Wer kannte damals schon Pergamentpapier?
Am Abend, wenn Vater von der Arbeit nach Hause kam, stand Mutter am Herd und bereitete das Abendbrot. Eines der Kleinsten durfte auf dem Arm stehen und mit dem kleinen Rührbesen den Brei umrühren. Vater nahm dann das Kind auf den Schoß und sang für es ruhig das alte Lied:
Abraham und Isaak,
die spielten auf dem Dudelsack,
der Dudelsack war zerbrochen,
da spielten sie auf den Knochen.
Die Knochen waren zu lang,
da spielten sie auf der Planke.
Die Planke war zu breit,
da spielten sie auf dem Brett.
Das Brett war zu groß,
da spielten sie auf dem Schoß.
Das Eis war zu glatt,
da fielen sie auf den Hintern.
Beim letzten Reim rutschte das Kleine über Papas Knie bis auf den Boden – das Kind, und auch wir anderen, lachten jedes Mal herzlich.
Wenn „Abraham und Isaak“ zu Ende war, fing das Kleine an zu tanzen – oder es wurde albern vor Freude. Dann machte Vater mit ihm noch einen Ausflug durch die Küche. In jeder Ecke drehte er sich einmal mit ihm im Kreis und sang dabei:
Lass uns mal spazieren geh’n,
zu unsrer Tante Luise geh’n.
Tante Luise ist nicht da,
komm, wir geh’n zum Opa.
Opa ist auch nicht da,
komm, wir geh’n zur Oma.
Oma ist auch nicht da – Schwung! –
komm, wir geh’n wieder heim.
(Und das nächste Mal ging das Spiel von vorn los.)
Ut mine Kengertied
Vör woare he-m met en jruete Koppel Kenger. No d’r ieschte Wältkrech haue ues Auesche hör Sörch on Mö- de Pu-te jruet de krie. Jo-t kann ech mech dran erennere, wat et morjes loß woar, ihe vör met 6, later 7 Kenger ut jen Hu-s woare. Jedden Dach mösche vör no de Mäß, op de Klompe. Nöchtere troche vör no jen Kerk. De Klompe mosche vör en de Hall u-tduen on op de Hoase (Strömp) jeng et noa vü-ere. Wäe de la-t koam, dorf net no de Bänk en, dà mosch ob de Polfüse en der Jonk stoa blieve. Wäe dann kenn Schlüppkes a-n hau, kriech kau Fö-t. Noa die Kerk woar dät en die Hall ömmer ene Dure-n, bes jedder sin Klompe hau..
Vör wonde ne-t wiet van de Kerk a-av. Bes de Scholl a-fong, haue vör noch e Vedelstöndiche Tied. Em Jalopp jeng et noa he-m. Mamm hau entösche et Morjesbruet jere-t. E-n Pann Ärpel met Ulekszaus jebroa, die van et dachs van de vüere üever woare blieve, wuet medden en de üeke op ene Ammer jesatt, jedder kriech en Verschätt on dan, met 6 Kenger op et Hükske, jeng et dra-n. Doabie jef et en Schnie- schwatt Bruet met dick Siepna-t. Brötsches met Botter on Marmelad, af en Schief Wuesch han-t vör iesch kenne jeliet, wenne vör met a-koame. En däen Tied koame de Kenger iesch met 11/12 Joahn an (Erstkommunion).
En die Arpelspann delde sech jedder sie De-l av. Jeng et ob et läß an, wuet sech van die Klendere noch en Verschätt jestipitzt. Dät woar é Jedöns. Der e-en jrien, dà aungere kriech se met die Verschätt op de Vengere. Vör de Tienuhrespaus krieche vör en Botteram met Klätschkies on Siepna-t met, die en e Stöck Zeitung ejepaukt wuet. Wäe kaunt du all Perjamentpapier?
Et oavends, wenn Vadder van der Denst koam, steng Modder an der Hä-ed, et Oavendbruet jeret de make. E-n van die Klenste open Ärm, woar se met et Mählbäsemke de Paupp ant röhre. Papp kriech sech dann dat kle-n op der Schuet on song vör em rüech de haute:
Abram on Isak
die spelden up der Piepsock,
d Piepsok woar jebroake.
du spelden se op de Knoake,
die Knoake woaren de launk,
du spelden se op de Plaunk,
die Plaunk die woar de breet,
du spelden se op de Jeet,
die Jeet, die woar de jrieß,
du spelden se op et lis,
dät Iis, dät wor de bott,
du fehlen se op de Fott.
Bie der läste Reim rötschde dät Kleen üever Papp si Knee bes ope’nen Äed. Dät Kindsche, on och vör, haue da Spaß. Woare Abran on Isak utjespellt, veng dät Kle-n, et kriech Tänsches, -wer an de jre-se. Da magde Papp met däm ene Ausfluch en de Küeke. A jedder Äck wuet sech met ene Schwönk erromjedrett on da son häe:
Latt os ens spazere joan,
no ues Tant Luise,
Tant Luise et net da,
komm vör jonnt no Opapa.
Opapa es och net da,
komm vör jonnt no Omama,
Omama es och net da – ene Schwönk –
Komm vör jonnt wer omm.
(Et näcksde Moal jet et wier).
Ut mine Kengertied - Aus meiner Kinderzeit
die spielten auf dem Dudelsack,
der Dudelsack war zerbrochen,
da spielten sie auf den Knochen.
Die Knochen waren zu lang,
da spielten sie auf der Planke.
Die Planke war zu breit,
da spielten sie auf dem Brett.
Das Brett war zu groß,
da spielten sie auf dem Schoß.
Das Eis war zu glatt,
da fielen sie auf den Hintern.
die spelden up der Piepsock,
d Piepsok woar jebroake.
du spelden se op de Knoake,
die Knoake woaren de launk,
du spelden se op de Plaunk,
die Plaunk die woar de breet,
du spelden se op de Jeet,
die Jeet, die woar de jrieß,
du spelden se op et lis,
dät Iis, dät wor de bott,
du fehlen se op de Fott.
Wenn „Abraham und Isaak“ zu Ende war, fing das Kleine an zu tanzen – oder es wurde albern vor Freude. Dann machte Vater mit ihm noch einen Ausflug durch die Küche. In jeder Ecke drehte er sich einmal mit ihm im Kreis und sang dabei:
zu unsrer Tante Luise geh’n.
Tante Luise ist nicht da,
komm, wir geh’n zum Opa.
Opa ist auch nicht da,
komm, wir geh’n zur Oma.
Oma ist auch nicht da – Schwung! –
komm, wir geh’n wieder heim.
(Und das nächste Mal ging das Spiel von vorn los.)
no ues Tant Luise,
Tant Luise et net da,
komm vör jonnt no Opapa.
Opapa es och net da,
komm vör jonnt no Omama,
Omama es och net da – ene Schwönk –
Komm vör jonnt wer omm.
(Et näcksde Moal jet et wier).

Kwitt – Quitt
Kwitt – Quitt

De Köj vröger enn hüj – Die Kühe früher und heute
De Köj vröger enn hüj – Die Kühe früher und heute

Ut mine Kengertied – Aus meiner Kinderzeit
Ut mine Kengertied – Aus meiner Kinderzeit

Noochgebeat–Wie au Lüh bea – Nachtgebet–Wie alte Leute beten
Noochgebeat–Wie au Lüh bea – Nachtgebet–Wie alte Leute beten
Ut mine Kengertied – Aus meiner Kinderzeit
Aus meiner Kinderzeit
Ut mine Kengertied
Aus meiner Kinderzeit
Früher waren wir eine große Schar Kinder. Nach dem Ersten Weltkrieg hatten unsere Eltern alle Hände voll zu tun, um für uns Kinder zu sorgen. Ich kann mich noch gut erinnern, was morgens los war, wenn wir mit sechs, später sieben Kindern aus dem Haus mussten. Jeden Tag mussten wir in die Messe – auf unseren Holzschuhen. Nüchtern, also ohne Frühstück, gingen wir in die Kirche. Die Holzschuhe mussten wir draußen im Flur ausziehen, und auf den Strümpfen ging es dann nach vorne. Wer zu spät kam, durfte nicht mehr in die Bank hinein, der musste auf den kalten Fliesen stehen bleiben. Wer keine Hausschuhe (Schlüppkes) anhatte, bekam kalte Füße. Nach der Kirche war im Flur immer ein großes Durcheinander, bis jedes Kind wieder seine eigenen Holzschuhe gefunden hatte.
Wir wohnten nicht weit von der Kirche entfernt. Bis die Schule begann, hatten wir noch etwa eine Viertelstunde Zeit. Im Laufschritt ging es nach Hause. Mutter hatte inzwischen das Frühstück vorbereitet: eine Pfanne mit Bratkartoffeln und Zwiebeln, die vom Vortag übrig geblieben waren, stand auf einem Eimer mitten in der Stube. Jeder bekam eine Portion, und dann setzten sich alle sechs Kinder auf die kleine Bank. Dazu gab es eine Scheibe Schwarzbrot mit dicker Zuckerrübenkraut-Schicht. Brötchen mit Butter und Marmelade – oder gar eine Scheibe Wurst – das konnten wir uns nicht leisten, höchstens wenn Besuch kam. In dieser Zeit kamen die Kinder meist erst mit elf oder zwölf Jahren zur Erstkommunion.
Die Pfanne mit den Kartoffeln wurde gerecht geteilt. Wenn es dem Ende zuging, stibitzte man sich manchmal noch ein Stück aus der Pfanne – und das gab natürlich Streit! Der eine schrie, der andere bekam die Gabel auf die Finger. Für die Zehnuhrpause (Frühstück in der Schule) nahmen wir uns eine Butterstulle mit Rübenkraut oder Sirup mit – eingewickelt in ein Stück Zeitungspapier. Wer kannte damals schon Pergamentpapier?
Am Abend, wenn Vater von der Arbeit nach Hause kam, stand Mutter am Herd und bereitete das Abendbrot. Eines der Kleinsten durfte auf dem Arm stehen und mit dem kleinen Rührbesen den Brei umrühren. Vater nahm dann das Kind auf den Schoß und sang für es ruhig das alte Lied:
Abraham und Isaak,
die spielten auf dem Dudelsack,
der Dudelsack war zerbrochen,
da spielten sie auf den Knochen.
Die Knochen waren zu lang,
da spielten sie auf der Planke.
Die Planke war zu breit,
da spielten sie auf dem Brett.
Das Brett war zu groß,
da spielten sie auf dem Schoß.
Das Eis war zu glatt,
da fielen sie auf den Hintern.
Beim letzten Reim rutschte das Kleine über Papas Knie bis auf den Boden – das Kind, und auch wir anderen, lachten jedes Mal herzlich.
Wenn „Abraham und Isaak“ zu Ende war, fing das Kleine an zu tanzen – oder es wurde albern vor Freude. Dann machte Vater mit ihm noch einen Ausflug durch die Küche. In jeder Ecke drehte er sich einmal mit ihm im Kreis und sang dabei:
Lass uns mal spazieren geh’n,
zu unsrer Tante Luise geh’n.
Tante Luise ist nicht da,
komm, wir geh’n zum Opa.
Opa ist auch nicht da,
komm, wir geh’n zur Oma.
Oma ist auch nicht da – Schwung! –
komm, wir geh’n wieder heim.
(Und das nächste Mal ging das Spiel von vorn los.)
Ut mine Kengertied
Vör woare he-m met en jruete Koppel Kenger. No d’r ieschte Wältkrech haue ues Auesche hör Sörch on Mö- de Pu-te jruet de krie. Jo-t kann ech mech dran erennere, wat et morjes loß woar, ihe vör met 6, later 7 Kenger ut jen Hu-s woare. Jedden Dach mösche vör no de Mäß, op de Klompe. Nöchtere troche vör no jen Kerk. De Klompe mosche vör en de Hall u-tduen on op de Hoase (Strömp) jeng et noa vü-ere. Wäe de la-t koam, dorf net no de Bänk en, dà mosch ob de Polfüse en der Jonk stoa blieve. Wäe dann kenn Schlüppkes a-n hau, kriech kau Fö-t. Noa die Kerk woar dät en die Hall ömmer ene Dure-n, bes jedder sin Klompe hau..
Vör wonde ne-t wiet van de Kerk a-av. Bes de Scholl a-fong, haue vör noch e Vedelstöndiche Tied. Em Jalopp jeng et noa he-m. Mamm hau entösche et Morjesbruet jere-t. E-n Pann Ärpel met Ulekszaus jebroa, die van et dachs van de vüere üever woare blieve, wuet medden en de üeke op ene Ammer jesatt, jedder kriech en Verschätt on dan, met 6 Kenger op et Hükske, jeng et dra-n. Doabie jef et en Schnie- schwatt Bruet met dick Siepna-t. Brötsches met Botter on Marmelad, af en Schief Wuesch han-t vör iesch kenne jeliet, wenne vör met a-koame. En däen Tied koame de Kenger iesch met 11/12 Joahn an (Erstkommunion).
En die Arpelspann delde sech jedder sie De-l av. Jeng et ob et läß an, wuet sech van die Klendere noch en Verschätt jestipitzt. Dät woar é Jedöns. Der e-en jrien, dà aungere kriech se met die Verschätt op de Vengere. Vör de Tienuhrespaus krieche vör en Botteram met Klätschkies on Siepna-t met, die en e Stöck Zeitung ejepaukt wuet. Wäe kaunt du all Perjamentpapier?
Et oavends, wenn Vadder van der Denst koam, steng Modder an der Hä-ed, et Oavendbruet jeret de make. E-n van die Klenste open Ärm, woar se met et Mählbäsemke de Paupp ant röhre. Papp kriech sech dann dat kle-n op der Schuet on song vör em rüech de haute:
Abram on Isak
die spelden up der Piepsock,
d Piepsok woar jebroake.
du spelden se op de Knoake,
die Knoake woaren de launk,
du spelden se op de Plaunk,
die Plaunk die woar de breet,
du spelden se op de Jeet,
die Jeet, die woar de jrieß,
du spelden se op et lis,
dät Iis, dät wor de bott,
du fehlen se op de Fott.
Bie der läste Reim rötschde dät Kleen üever Papp si Knee bes ope’nen Äed. Dät Kindsche, on och vör, haue da Spaß. Woare Abran on Isak utjespellt, veng dät Kle-n, et kriech Tänsches, -wer an de jre-se. Da magde Papp met däm ene Ausfluch en de Küeke. A jedder Äck wuet sech met ene Schwönk erromjedrett on da son häe:
Latt os ens spazere joan,
no ues Tant Luise,
Tant Luise et net da,
komm vör jonnt no Opapa.
Opapa es och net da,
komm vör jonnt no Omama,
Omama es och net da – ene Schwönk –
Komm vör jonnt wer omm.
(Et näcksde Moal jet et wier).
Ut mine Kengertied - Aus meiner Kinderzeit
die spielten auf dem Dudelsack,
der Dudelsack war zerbrochen,
da spielten sie auf den Knochen.
Die Knochen waren zu lang,
da spielten sie auf der Planke.
Die Planke war zu breit,
da spielten sie auf dem Brett.
Das Brett war zu groß,
da spielten sie auf dem Schoß.
Das Eis war zu glatt,
da fielen sie auf den Hintern.
die spelden up der Piepsock,
d Piepsok woar jebroake.
du spelden se op de Knoake,
die Knoake woaren de launk,
du spelden se op de Plaunk,
die Plaunk die woar de breet,
du spelden se op de Jeet,
die Jeet, die woar de jrieß,
du spelden se op et lis,
dät Iis, dät wor de bott,
du fehlen se op de Fott.
Wenn „Abraham und Isaak“ zu Ende war, fing das Kleine an zu tanzen – oder es wurde albern vor Freude. Dann machte Vater mit ihm noch einen Ausflug durch die Küche. In jeder Ecke drehte er sich einmal mit ihm im Kreis und sang dabei:
zu unsrer Tante Luise geh’n.
Tante Luise ist nicht da,
komm, wir geh’n zum Opa.
Opa ist auch nicht da,
komm, wir geh’n zur Oma.
Oma ist auch nicht da – Schwung! –
komm, wir geh’n wieder heim.
(Und das nächste Mal ging das Spiel von vorn los.)
no ues Tant Luise,
Tant Luise et net da,
komm vör jonnt no Opapa.
Opapa es och net da,
komm vör jonnt no Omama,
Omama es och net da – ene Schwönk –
Komm vör jonnt wer omm.
(Et näcksde Moal jet et wier).


