Köj spanne

Kühe spannen

Text Mundart

Text hochdeutsch

Köj spanne

En dor Selfkanti wor et Land te werdeg für vöel Weje aandelegge, aan Rur on Worm hauen se Weje genogt, af nee grute Benje, wu se all hön
Vieh drop drieve.
Kühe spannen
En ot Koare, och al ens en de Gäscht wurt op et Fröjohr die Klie für p Johr arop utgesiet. Wore de Fröchte den aaf, denn koam die Klie rechteg dur, det wor denn Stoppel-Klie, e siehr got Fower für de Köj, Die Stop~ aaffräte on dofür muusche die gespanne werde. Gemenlek wurt det van pel-klie de miehe, det luhnde sech neet, die Köj muusche die e je Feldt auer Lüj gedohn. Kleen Bürkes haue twie, drie af vejor Köj, die gruute
Bure haue och grute Koppele Köj.
Im Selfkant wurde das Land urbar gemacht, um viele Wege anzulegen;
an Rur und Worm hatten sie schon genug Wege,
aber auf den großen Weiden, da trieben sie noch ihr Vieh.
Et iescht wuurte de Tödderhooter op dor Weg geschmiete, mett twie on twie wurte die Köj do draan gekoppelt, on suh geng et noa ge Feldj en.
Hiej koam jiede Kow aan e Spannhoot, watt van eene Stapp ut Hoot af Iset gehaute wurt. Die Stabbe wurte met eene hoote Riethaamer e-gehowe.
Wor de Klie erg gelb on gruut, denn wor Gefohr det die Köj de hasteg froote on opjagde, denn trampelde man die Klie dorfür jet negor, wenn denn effer nach een Kow opjoch, denn leep man dur je Feldj noa “Krüzkes-Gerrad” va je Bröökske. De hoosch suh, weil de denn beede on Krüzkes mook, he sacht denn gemenlek: Gank mer trück, wenns te aan de Kow böß eß se wert dönn, af nee och: Ech kann nix mie dran duhn, sie mott gemelzt af ge-schlacht werde. Meschtens hau He det Dejor denn nach neet gesiehn. Ooch dej man de Kow all ens eene Strühwösch met Kowschiet draan en de Muhl, det se aant räppsche koam.
Und auf den Feldern, auch mal in den Gässchen,
wurde im Frühjahr das Klee für das ganze Jahr ausgesät.
Wenn die Früchte dann abgeerntet waren,
dann kam der Klee richtig durch –
das war dann der Stoppelklee,
ein sehr gutes Futter für die Kühe.
Den Stoppel fraßen sie ab,
und dafür mussten sie gespannt werden.
Suh alle hauf Stonde musche die Köj omgeschlage werde, wie mech mie Muuder sagt, wor et fröjer Recht det de Oppasser do tösche en dor Nöede holp Erpel raape af sujet, ever det leet all met de leste Kreeg noe – on man met sech Hüskes uut Strüh, drie af vejor-eckeg, die wore denn op de Herst en det kahl Feld wiet de siehn.
Gewöhnlich machten das die Kleinbauern,
für die lohnte es sich nicht,
und die Kühe mussten auf den Feldern der größeren Bauern arbeiten.
Kleine Bauern hatten zwei, drei oder vier Kühe,
die großen Bauern auch große Kuhherden.
Et Sonndesmörges noe de Frömess genge ooch jong Lüj de Köj spanne, denn troff man sech aan die Hüskes, on do wurt ooch all ens gefriet, flechs haan sech nach auer Lüj die hie sette sue kenne geliert. Lömmels Jonge stooke die Hüskes ooch all ens abrandj, wie gruute Fackelle soach man det allens e je Feldj.
Zuerst wurde der Futtertrog an den Weg gestellt,
und paarweise wurden die Kühe daran angebunden.
So ging es dann hinaus aufs Feld.
Hier bekam jede Kuh ein Spannholz,
das war ein Stab, aus Holz herausgeschlagen,
und mit einem hölzernen Reethammer eingehauen.
Wenn denn dor Wentjer koam, wuurte de Hüskes arenn geholt, de Köj blieve en dor Stall on de Lüj en jen Huus.
War der Klee sehr gelb und groß,
dann bestand die Gefahr, dass die Kühe hastig fraßen
und aufgetrieben wurden.
Dann trampelte man den Klee etwas nieder.
Wenn dann aber doch eine Kuh aufgetrieben wurde,
dann lief man übers Feld zum „Kreuz-Gerrad“ vom „Brückchen“.
Der wusste Bescheid,
denn er machte beides – Kreuze und Sprüche.
Er sagte dann gewöhnlich:
„Geh mal zurück, und wenn du an der Kuh böse bist,
wird sie doch nichts tun.“
Oder auch:
„Ich kann nichts mehr machen – sie muss gemolken oder geschlachtet werden.“
Meistens sah er die Kuh danach nie wieder.
Manchmal gab man der Kuh auch einen Strohbusch
mit Kuhdung ins Maul, damit sie wieder zu rülpsen begann.
Etwa alle halbe Stunde mussten die Kühe umgeschlagen werden.
Wie meine Mutter mir erzählte,
war es früher recht und billig,
dass die Aufseher dazwischen in der Nähe
Enten sammelten oder anderes suchten.
Aber das hörte mit dem letzten Krieg auf.
Und man baute sich kleine Häuschen aus Stroh,
drei- oder viereckig,
die standen dann im Herbst weit draußen auf dem kahlen Feld.
Am Sonntagmorgen, nach der Frühmesse,
gingen auch junge Leute hinaus, um die Kühe zu spannen.
Dann traf man sich an den Strohhütten,
und da wurde auch manchmal geflirtet.
Manche lernten dort andere Leute kennen,
die sie später heirateten.
Burschen zündeten die Häuschen manchmal an,
und wie große Fackeln sah man sie über das ganze Feld brennen.
Wenn dann der Winter kam, wurden die Hütten hereingeholt,
die Kühe blieben im Stall, und die Leute – in ihren Häusern.

Text Mundart

Köj spanne

En dor Selfkanti wor et Land te werdeg für vöel Weje aandelegge, aan Rur on Worm hauen se Weje genogt, af nee grute Benje, wu se all hön
Vieh drop drieve.

En ot Koare, och al ens en de Gäscht wurt op et Fröjohr die Klie für p Johr arop utgesiet. Wore de Fröchte den aaf, denn koam die Klie rechteg dur, det wor denn Stoppel-Klie, e siehr got Fower für de Köj, Die Stop~ aaffräte on dofür muusche die gespanne werde. Gemenlek wurt det van pel-klie de miehe, det luhnde sech neet, die Köj muusche die e je Feldt auer Lüj gedohn. Kleen Bürkes haue twie, drie af vejor Köj, die gruute
Bure haue och grute Koppele Köj.

Et iescht wuurte de Tödderhooter op dor Weg geschmiete, mett twie on twie wurte die Köj do draan gekoppelt, on suh geng et noa ge Feldj en.
Hiej koam jiede Kow aan e Spannhoot, watt van eene Stapp ut Hoot af Iset gehaute wurt. Die Stabbe wurte met eene hoote Riethaamer e-gehowe.
Wor de Klie erg gelb on gruut, denn wor Gefohr det die Köj de hasteg froote on opjagde, denn trampelde man die Klie dorfür jet negor, wenn denn effer nach een Kow opjoch, denn leep man dur je Feldj noa “Krüzkes-Gerrad” va je Bröökske. De hoosch suh, weil de denn beede on Krüzkes mook, he sacht denn gemenlek: Gank mer trück, wenns te aan de Kow böß eß se wert dönn, af nee och: Ech kann nix mie dran duhn, sie mott gemelzt af ge-schlacht werde. Meschtens hau He det Dejor denn nach neet gesiehn. Ooch dej man de Kow all ens eene Strühwösch met Kowschiet draan en de Muhl, det se aant räppsche koam.

Suh alle hauf Stonde musche die Köj omgeschlage werde, wie mech mie Muuder sagt, wor et fröjer Recht det de Oppasser do tösche en dor Nöede holp Erpel raape af sujet, ever det leet all met de leste Kreeg noe – on man met sech Hüskes uut Strüh, drie af vejor-eckeg, die wore denn op de Herst en det kahl Feld wiet de siehn.

Et Sonndesmörges noe de Frömess genge ooch jong Lüj de Köj spanne, denn troff man sech aan die Hüskes, on do wurt ooch all ens gefriet, flechs haan sech nach auer Lüj die hie sette sue kenne geliert. Lömmels Jonge stooke die Hüskes ooch all ens abrandj, wie gruute Fackelle soach man det allens e je Feldj.

Wenn denn dor Wentjer koam, wuurte de Hüskes arenn geholt, de Köj blieve en dor Stall on de Lüj en jen Huus.

Text hochdeutsch

Kühe spannen

Im Selfkant wurde das Land urbar gemacht, um viele Wege anzulegen;
an Rur und Worm hatten sie schon genug Wege,
aber auf den großen Weiden, da trieben sie noch ihr Vieh.

Und auf den Feldern, auch mal in den Gässchen,
wurde im Frühjahr das Klee für das ganze Jahr ausgesät.
Wenn die Früchte dann abgeerntet waren,
dann kam der Klee richtig durch –
das war dann der Stoppelklee,
ein sehr gutes Futter für die Kühe.
Den Stoppel fraßen sie ab,
und dafür mussten sie gespannt werden.

Gewöhnlich machten das die Kleinbauern,
für die lohnte es sich nicht,
und die Kühe mussten auf den Feldern der größeren Bauern arbeiten.
Kleine Bauern hatten zwei, drei oder vier Kühe,
die großen Bauern auch große Kuhherden.

Zuerst wurde der Futtertrog an den Weg gestellt,
und paarweise wurden die Kühe daran angebunden.
So ging es dann hinaus aufs Feld.
Hier bekam jede Kuh ein Spannholz,
das war ein Stab, aus Holz herausgeschlagen,
und mit einem hölzernen Reethammer eingehauen.

War der Klee sehr gelb und groß,
dann bestand die Gefahr, dass die Kühe hastig fraßen
und aufgetrieben wurden.
Dann trampelte man den Klee etwas nieder.
Wenn dann aber doch eine Kuh aufgetrieben wurde,
dann lief man übers Feld zum „Kreuz-Gerrad“ vom „Brückchen“.

Der wusste Bescheid,
denn er machte beides – Kreuze und Sprüche.
Er sagte dann gewöhnlich:
„Geh mal zurück, und wenn du an der Kuh böse bist,
wird sie doch nichts tun.“
Oder auch:
„Ich kann nichts mehr machen – sie muss gemolken oder geschlachtet werden.“
Meistens sah er die Kuh danach nie wieder.

Manchmal gab man der Kuh auch einen Strohbusch
mit Kuhdung ins Maul, damit sie wieder zu rülpsen begann.

Etwa alle halbe Stunde mussten die Kühe umgeschlagen werden.
Wie meine Mutter mir erzählte,
war es früher recht und billig,
dass die Aufseher dazwischen in der Nähe
Enten sammelten oder anderes suchten.
Aber das hörte mit dem letzten Krieg auf.

Und man baute sich kleine Häuschen aus Stroh,
drei- oder viereckig,
die standen dann im Herbst weit draußen auf dem kahlen Feld.

Am Sonntagmorgen, nach der Frühmesse,
gingen auch junge Leute hinaus, um die Kühe zu spannen.
Dann traf man sich an den Strohhütten,
und da wurde auch manchmal geflirtet.
Manche lernten dort andere Leute kennen,
die sie später heirateten.

Burschen zündeten die Häuschen manchmal an,
und wie große Fackeln sah man sie über das ganze Feld brennen.

Wenn dann der Winter kam, wurden die Hütten hereingeholt,
die Kühe blieben im Stall, und die Leute – in ihren Häusern.

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Über den Autor

Theo Jansen

aus Harzelt

Der ehemalige Stadtgärtner von Heinsberg, Theo Jansen, stammte ursprünglich aus Harzelt, wo er aufgewachsen war. Mit Herzblut widmete er sich sprichwörtlich seiner „Muttersprache“. Seine Mutter kam nämlich aus Breberen und so kam es, dass sich in seinem Dialekt viele Elemente aus der „Muttersprache“ widerspiegelten. In zahlreichen Ausgaben von „Oos Platt“ der volkskundlichen Arbeitsgemeinschaft im Kreis Heinsberg sind viele Beiträge von Theo Jansen zu finden.

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Kühe spannen

Im Selfkant wurde das Land urbar gemacht, um viele Wege anzulegen;
an Rur und Worm hatten sie schon genug Wege,
aber auf den großen Weiden, da trieben sie noch ihr Vieh.

Und auf den Feldern, auch mal in den Gässchen,
wurde im Frühjahr das Klee für das ganze Jahr ausgesät.
Wenn die Früchte dann abgeerntet waren,
dann kam der Klee richtig durch –
das war dann der Stoppelklee,
ein sehr gutes Futter für die Kühe.
Den Stoppel fraßen sie ab,
und dafür mussten sie gespannt werden.

Gewöhnlich machten das die Kleinbauern,
für die lohnte es sich nicht,
und die Kühe mussten auf den Feldern der größeren Bauern arbeiten.
Kleine Bauern hatten zwei, drei oder vier Kühe,
die großen Bauern auch große Kuhherden.

Zuerst wurde der Futtertrog an den Weg gestellt,
und paarweise wurden die Kühe daran angebunden.
So ging es dann hinaus aufs Feld.
Hier bekam jede Kuh ein Spannholz,
das war ein Stab, aus Holz herausgeschlagen,
und mit einem hölzernen Reethammer eingehauen.

War der Klee sehr gelb und groß,
dann bestand die Gefahr, dass die Kühe hastig fraßen
und aufgetrieben wurden.
Dann trampelte man den Klee etwas nieder.
Wenn dann aber doch eine Kuh aufgetrieben wurde,
dann lief man übers Feld zum „Kreuz-Gerrad“ vom „Brückchen“.

Der wusste Bescheid,
denn er machte beides – Kreuze und Sprüche.
Er sagte dann gewöhnlich:
„Geh mal zurück, und wenn du an der Kuh böse bist,
wird sie doch nichts tun.“
Oder auch:
„Ich kann nichts mehr machen – sie muss gemolken oder geschlachtet werden.“
Meistens sah er die Kuh danach nie wieder.

Manchmal gab man der Kuh auch einen Strohbusch
mit Kuhdung ins Maul, damit sie wieder zu rülpsen begann.

Etwa alle halbe Stunde mussten die Kühe umgeschlagen werden.
Wie meine Mutter mir erzählte,
war es früher recht und billig,
dass die Aufseher dazwischen in der Nähe
Enten sammelten oder anderes suchten.
Aber das hörte mit dem letzten Krieg auf.

Und man baute sich kleine Häuschen aus Stroh,
drei- oder viereckig,
die standen dann im Herbst weit draußen auf dem kahlen Feld.

Am Sonntagmorgen, nach der Frühmesse,
gingen auch junge Leute hinaus, um die Kühe zu spannen.
Dann traf man sich an den Strohhütten,
und da wurde auch manchmal geflirtet.
Manche lernten dort andere Leute kennen,
die sie später heirateten.

Burschen zündeten die Häuschen manchmal an,
und wie große Fackeln sah man sie über das ganze Feld brennen.

Wenn dann der Winter kam, wurden die Hütten hereingeholt,
die Kühe blieben im Stall, und die Leute – in ihren Häusern.

Köj spanne

En dor Selfkanti wor et Land te werdeg für vöel Weje aandelegge, aan Rur on Worm hauen se Weje genogt, af nee grute Benje, wu se all hön
Vieh drop drieve.

En ot Koare, och al ens en de Gäscht wurt op et Fröjohr die Klie für p Johr arop utgesiet. Wore de Fröchte den aaf, denn koam die Klie rechteg dur, det wor denn Stoppel-Klie, e siehr got Fower für de Köj, Die Stop~ aaffräte on dofür muusche die gespanne werde. Gemenlek wurt det van pel-klie de miehe, det luhnde sech neet, die Köj muusche die e je Feldt auer Lüj gedohn. Kleen Bürkes haue twie, drie af vejor Köj, die gruute
Bure haue och grute Koppele Köj.

Et iescht wuurte de Tödderhooter op dor Weg geschmiete, mett twie on twie wurte die Köj do draan gekoppelt, on suh geng et noa ge Feldj en.
Hiej koam jiede Kow aan e Spannhoot, watt van eene Stapp ut Hoot af Iset gehaute wurt. Die Stabbe wurte met eene hoote Riethaamer e-gehowe.
Wor de Klie erg gelb on gruut, denn wor Gefohr det die Köj de hasteg froote on opjagde, denn trampelde man die Klie dorfür jet negor, wenn denn effer nach een Kow opjoch, denn leep man dur je Feldj noa “Krüzkes-Gerrad” va je Bröökske. De hoosch suh, weil de denn beede on Krüzkes mook, he sacht denn gemenlek: Gank mer trück, wenns te aan de Kow böß eß se wert dönn, af nee och: Ech kann nix mie dran duhn, sie mott gemelzt af ge-schlacht werde. Meschtens hau He det Dejor denn nach neet gesiehn. Ooch dej man de Kow all ens eene Strühwösch met Kowschiet draan en de Muhl, det se aant räppsche koam.

Suh alle hauf Stonde musche die Köj omgeschlage werde, wie mech mie Muuder sagt, wor et fröjer Recht det de Oppasser do tösche en dor Nöede holp Erpel raape af sujet, ever det leet all met de leste Kreeg noe – on man met sech Hüskes uut Strüh, drie af vejor-eckeg, die wore denn op de Herst en det kahl Feld wiet de siehn.

Et Sonndesmörges noe de Frömess genge ooch jong Lüj de Köj spanne, denn troff man sech aan die Hüskes, on do wurt ooch all ens gefriet, flechs haan sech nach auer Lüj die hie sette sue kenne geliert. Lömmels Jonge stooke die Hüskes ooch all ens abrandj, wie gruute Fackelle soach man det allens e je Feldj.

Wenn denn dor Wentjer koam, wuurte de Hüskes arenn geholt, de Köj blieve en dor Stall on de Lüj en jen Huus.






Köj spanne - Kühe spannen

Kühe spannen
Köj spanne

En dor Selfkanti wor et Land te werdeg für vöel Weje aandelegge, aan Rur on Worm hauen se Weje genogt, af nee grute Benje, wu se all hön
Vieh drop drieve.
Im Selfkant wurde das Land urbar gemacht, um viele Wege anzulegen;
an Rur und Worm hatten sie schon genug Wege,
aber auf den großen Weiden, da trieben sie noch ihr Vieh.
En ot Koare, och al ens en de Gäscht wurt op et Fröjohr die Klie für p Johr arop utgesiet. Wore de Fröchte den aaf, denn koam die Klie rechteg dur, det wor denn Stoppel-Klie, e siehr got Fower für de Köj, Die Stop~ aaffräte on dofür muusche die gespanne werde. Gemenlek wurt det van pel-klie de miehe, det luhnde sech neet, die Köj muusche die e je Feldt auer Lüj gedohn. Kleen Bürkes haue twie, drie af vejor Köj, die gruute
Bure haue och grute Koppele Köj.
Und auf den Feldern, auch mal in den Gässchen,
wurde im Frühjahr das Klee für das ganze Jahr ausgesät.
Wenn die Früchte dann abgeerntet waren,
dann kam der Klee richtig durch –
das war dann der Stoppelklee,
ein sehr gutes Futter für die Kühe.
Den Stoppel fraßen sie ab,
und dafür mussten sie gespannt werden.
Et iescht wuurte de Tödderhooter op dor Weg geschmiete, mett twie on twie wurte die Köj do draan gekoppelt, on suh geng et noa ge Feldj en.
Hiej koam jiede Kow aan e Spannhoot, watt van eene Stapp ut Hoot af Iset gehaute wurt. Die Stabbe wurte met eene hoote Riethaamer e-gehowe.
Wor de Klie erg gelb on gruut, denn wor Gefohr det die Köj de hasteg froote on opjagde, denn trampelde man die Klie dorfür jet negor, wenn denn effer nach een Kow opjoch, denn leep man dur je Feldj noa “Krüzkes-Gerrad” va je Bröökske. De hoosch suh, weil de denn beede on Krüzkes mook, he sacht denn gemenlek: Gank mer trück, wenns te aan de Kow böß eß se wert dönn, af nee och: Ech kann nix mie dran duhn, sie mott gemelzt af ge-schlacht werde. Meschtens hau He det Dejor denn nach neet gesiehn. Ooch dej man de Kow all ens eene Strühwösch met Kowschiet draan en de Muhl, det se aant räppsche koam.
Gewöhnlich machten das die Kleinbauern,
für die lohnte es sich nicht,
und die Kühe mussten auf den Feldern der größeren Bauern arbeiten.
Kleine Bauern hatten zwei, drei oder vier Kühe,
die großen Bauern auch große Kuhherden.
Suh alle hauf Stonde musche die Köj omgeschlage werde, wie mech mie Muuder sagt, wor et fröjer Recht det de Oppasser do tösche en dor Nöede holp Erpel raape af sujet, ever det leet all met de leste Kreeg noe – on man met sech Hüskes uut Strüh, drie af vejor-eckeg, die wore denn op de Herst en det kahl Feld wiet de siehn.
Zuerst wurde der Futtertrog an den Weg gestellt,
und paarweise wurden die Kühe daran angebunden.
So ging es dann hinaus aufs Feld.
Hier bekam jede Kuh ein Spannholz,
das war ein Stab, aus Holz herausgeschlagen,
und mit einem hölzernen Reethammer eingehauen.
Et Sonndesmörges noe de Frömess genge ooch jong Lüj de Köj spanne, denn troff man sech aan die Hüskes, on do wurt ooch all ens gefriet, flechs haan sech nach auer Lüj die hie sette sue kenne geliert. Lömmels Jonge stooke die Hüskes ooch all ens abrandj, wie gruute Fackelle soach man det allens e je Feldj.
War der Klee sehr gelb und groß,
dann bestand die Gefahr, dass die Kühe hastig fraßen
und aufgetrieben wurden.
Dann trampelte man den Klee etwas nieder.
Wenn dann aber doch eine Kuh aufgetrieben wurde,
dann lief man übers Feld zum „Kreuz-Gerrad“ vom „Brückchen“.
Wenn denn dor Wentjer koam, wuurte de Hüskes arenn geholt, de Köj blieve en dor Stall on de Lüj en jen Huus.
Der wusste Bescheid,
denn er machte beides – Kreuze und Sprüche.
Er sagte dann gewöhnlich:
„Geh mal zurück, und wenn du an der Kuh böse bist,
wird sie doch nichts tun.“
Oder auch:
„Ich kann nichts mehr machen – sie muss gemolken oder geschlachtet werden.“
Meistens sah er die Kuh danach nie wieder.
Manchmal gab man der Kuh auch einen Strohbusch
mit Kuhdung ins Maul, damit sie wieder zu rülpsen begann.
Etwa alle halbe Stunde mussten die Kühe umgeschlagen werden.
Wie meine Mutter mir erzählte,
war es früher recht und billig,
dass die Aufseher dazwischen in der Nähe
Enten sammelten oder anderes suchten.
Aber das hörte mit dem letzten Krieg auf.
Und man baute sich kleine Häuschen aus Stroh,
drei- oder viereckig,
die standen dann im Herbst weit draußen auf dem kahlen Feld.
Am Sonntagmorgen, nach der Frühmesse,
gingen auch junge Leute hinaus, um die Kühe zu spannen.
Dann traf man sich an den Strohhütten,
und da wurde auch manchmal geflirtet.
Manche lernten dort andere Leute kennen,
die sie später heirateten.
Burschen zündeten die Häuschen manchmal an,
und wie große Fackeln sah man sie über das ganze Feld brennen.
Wenn dann der Winter kam, wurden die Hütten hereingeholt,
die Kühe blieben im Stall, und die Leute – in ihren Häusern.




text
Wörter: 124
geändert: 19.03.2026
Audio MundartAudio HochdeutchAutor NameAutor FotoAutor Beschr.

E woar Stökske ut Ophoave – Ein Stückchen vom Schweinebraten

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E woar Stökske ut Ophoave Ophoaver Kermes joaf et ömmer ene jrute, döchtije Broade. Petter koam uech an d'r Morje…
von {acf_name}
Interpret: {acf_name_des_interpreten_vortragender}
Feste,Heimat,Humor,Kinder,Kindheit,Oos Platt Winter 1984
text
Wörter: 479
geändert: 19.03.2026
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Köj spanne – Kühe spannen

Köj spanne – Kühe spannen

Köj spanne En dor Selfkanti wor et Land te werdeg für vöel Weje aandelegge, aan Rur on Worm hauen se…
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Interpret: {acf_name_des_interpreten_vortragender}
Arbeitsleben,Heim und Haus,Natur,Oos Platt Kreis Heinsberg
text
Wörter: 71
geändert: 19.03.2026
Audio MundartAudio HochdeutchAutor NameAutor FotoAutor Beschr.

Leev Stömpke – Liebes Kerlchen!

Leev Stömpke – Liebes Kerlchen!

Leev Stömpke! Ech hänn hee vörr ming kleene Hex e pöttche möt e jrön Jewächs dat scheng ech Dech zem…
von {acf_name}
Interpret: {acf_name_des_interpreten_vortragender}
Feste,Gefühlswelt,Heimat,Oos Platt Kreis Heinsberg,positiv,Soziales
text
Wörter: 608
geändert: 19.03.2026
Audio MundartAudio HochdeutchAutor NameAutor FotoAutor Beschr.

Lev Versicherungsheäre! – Liebe Versicherungsherren!

Lev Versicherungsheäre! – Liebe Versicherungsherren!

Lev Versicherungsheäre! Ech bön noch en et Kraunkehuus. Jott sei Daunk, es mine Kopp wer kloar. Äver dät ör mech…
von {acf_name}
Interpret: {acf_name_des_interpreten_vortragender}
Arbeitsleben,Heim und Haus,Humor,Oos Platt Kreis Heinsberg

Köj spanne – Kühe spannen

Ein Mundart Beitrags aus: Heinsberger-Kernland-Platt

Kühe spannen

Köj spanne

verfasst von: {acf_name}
vorgetragen von: {acf_name_des_interpreten_vortragender}

Kühe spannen

Im Selfkant wurde das Land urbar gemacht, um viele Wege anzulegen;
an Rur und Worm hatten sie schon genug Wege,
aber auf den großen Weiden, da trieben sie noch ihr Vieh.

Und auf den Feldern, auch mal in den Gässchen,
wurde im Frühjahr das Klee für das ganze Jahr ausgesät.
Wenn die Früchte dann abgeerntet waren,
dann kam der Klee richtig durch –
das war dann der Stoppelklee,
ein sehr gutes Futter für die Kühe.
Den Stoppel fraßen sie ab,
und dafür mussten sie gespannt werden.

Gewöhnlich machten das die Kleinbauern,
für die lohnte es sich nicht,
und die Kühe mussten auf den Feldern der größeren Bauern arbeiten.
Kleine Bauern hatten zwei, drei oder vier Kühe,
die großen Bauern auch große Kuhherden.

Zuerst wurde der Futtertrog an den Weg gestellt,
und paarweise wurden die Kühe daran angebunden.
So ging es dann hinaus aufs Feld.
Hier bekam jede Kuh ein Spannholz,
das war ein Stab, aus Holz herausgeschlagen,
und mit einem hölzernen Reethammer eingehauen.

War der Klee sehr gelb und groß,
dann bestand die Gefahr, dass die Kühe hastig fraßen
und aufgetrieben wurden.
Dann trampelte man den Klee etwas nieder.
Wenn dann aber doch eine Kuh aufgetrieben wurde,
dann lief man übers Feld zum „Kreuz-Gerrad“ vom „Brückchen“.

Der wusste Bescheid,
denn er machte beides – Kreuze und Sprüche.
Er sagte dann gewöhnlich:
„Geh mal zurück, und wenn du an der Kuh böse bist,
wird sie doch nichts tun.“
Oder auch:
„Ich kann nichts mehr machen – sie muss gemolken oder geschlachtet werden.“
Meistens sah er die Kuh danach nie wieder.

Manchmal gab man der Kuh auch einen Strohbusch
mit Kuhdung ins Maul, damit sie wieder zu rülpsen begann.

Etwa alle halbe Stunde mussten die Kühe umgeschlagen werden.
Wie meine Mutter mir erzählte,
war es früher recht und billig,
dass die Aufseher dazwischen in der Nähe
Enten sammelten oder anderes suchten.
Aber das hörte mit dem letzten Krieg auf.

Und man baute sich kleine Häuschen aus Stroh,
drei- oder viereckig,
die standen dann im Herbst weit draußen auf dem kahlen Feld.

Am Sonntagmorgen, nach der Frühmesse,
gingen auch junge Leute hinaus, um die Kühe zu spannen.
Dann traf man sich an den Strohhütten,
und da wurde auch manchmal geflirtet.
Manche lernten dort andere Leute kennen,
die sie später heirateten.

Burschen zündeten die Häuschen manchmal an,
und wie große Fackeln sah man sie über das ganze Feld brennen.

Wenn dann der Winter kam, wurden die Hütten hereingeholt,
die Kühe blieben im Stall, und die Leute – in ihren Häusern.

Köj spanne

En dor Selfkanti wor et Land te werdeg für vöel Weje aandelegge, aan Rur on Worm hauen se Weje genogt, af nee grute Benje, wu se all hön
Vieh drop drieve.

En ot Koare, och al ens en de Gäscht wurt op et Fröjohr die Klie für p Johr arop utgesiet. Wore de Fröchte den aaf, denn koam die Klie rechteg dur, det wor denn Stoppel-Klie, e siehr got Fower für de Köj, Die Stop~ aaffräte on dofür muusche die gespanne werde. Gemenlek wurt det van pel-klie de miehe, det luhnde sech neet, die Köj muusche die e je Feldt auer Lüj gedohn. Kleen Bürkes haue twie, drie af vejor Köj, die gruute
Bure haue och grute Koppele Köj.

Et iescht wuurte de Tödderhooter op dor Weg geschmiete, mett twie on twie wurte die Köj do draan gekoppelt, on suh geng et noa ge Feldj en.
Hiej koam jiede Kow aan e Spannhoot, watt van eene Stapp ut Hoot af Iset gehaute wurt. Die Stabbe wurte met eene hoote Riethaamer e-gehowe.
Wor de Klie erg gelb on gruut, denn wor Gefohr det die Köj de hasteg froote on opjagde, denn trampelde man die Klie dorfür jet negor, wenn denn effer nach een Kow opjoch, denn leep man dur je Feldj noa “Krüzkes-Gerrad” va je Bröökske. De hoosch suh, weil de denn beede on Krüzkes mook, he sacht denn gemenlek: Gank mer trück, wenns te aan de Kow böß eß se wert dönn, af nee och: Ech kann nix mie dran duhn, sie mott gemelzt af ge-schlacht werde. Meschtens hau He det Dejor denn nach neet gesiehn. Ooch dej man de Kow all ens eene Strühwösch met Kowschiet draan en de Muhl, det se aant räppsche koam.

Suh alle hauf Stonde musche die Köj omgeschlage werde, wie mech mie Muuder sagt, wor et fröjer Recht det de Oppasser do tösche en dor Nöede holp Erpel raape af sujet, ever det leet all met de leste Kreeg noe – on man met sech Hüskes uut Strüh, drie af vejor-eckeg, die wore denn op de Herst en det kahl Feld wiet de siehn.

Et Sonndesmörges noe de Frömess genge ooch jong Lüj de Köj spanne, denn troff man sech aan die Hüskes, on do wurt ooch all ens gefriet, flechs haan sech nach auer Lüj die hie sette sue kenne geliert. Lömmels Jonge stooke die Hüskes ooch all ens abrandj, wie gruute Fackelle soach man det allens e je Feldj.

Wenn denn dor Wentjer koam, wuurte de Hüskes arenn geholt, de Köj blieve en dor Stall on de Lüj en jen Huus.






Köj spanne - Kühe spannen

Kühe spannen
Köj spanne

En dor Selfkanti wor et Land te werdeg für vöel Weje aandelegge, aan Rur on Worm hauen se Weje genogt, af nee grute Benje, wu se all hön
Vieh drop drieve.
Im Selfkant wurde das Land urbar gemacht, um viele Wege anzulegen;
an Rur und Worm hatten sie schon genug Wege,
aber auf den großen Weiden, da trieben sie noch ihr Vieh.
En ot Koare, och al ens en de Gäscht wurt op et Fröjohr die Klie für p Johr arop utgesiet. Wore de Fröchte den aaf, denn koam die Klie rechteg dur, det wor denn Stoppel-Klie, e siehr got Fower für de Köj, Die Stop~ aaffräte on dofür muusche die gespanne werde. Gemenlek wurt det van pel-klie de miehe, det luhnde sech neet, die Köj muusche die e je Feldt auer Lüj gedohn. Kleen Bürkes haue twie, drie af vejor Köj, die gruute
Bure haue och grute Koppele Köj.
Und auf den Feldern, auch mal in den Gässchen,
wurde im Frühjahr das Klee für das ganze Jahr ausgesät.
Wenn die Früchte dann abgeerntet waren,
dann kam der Klee richtig durch –
das war dann der Stoppelklee,
ein sehr gutes Futter für die Kühe.
Den Stoppel fraßen sie ab,
und dafür mussten sie gespannt werden.
Et iescht wuurte de Tödderhooter op dor Weg geschmiete, mett twie on twie wurte die Köj do draan gekoppelt, on suh geng et noa ge Feldj en.
Hiej koam jiede Kow aan e Spannhoot, watt van eene Stapp ut Hoot af Iset gehaute wurt. Die Stabbe wurte met eene hoote Riethaamer e-gehowe.
Wor de Klie erg gelb on gruut, denn wor Gefohr det die Köj de hasteg froote on opjagde, denn trampelde man die Klie dorfür jet negor, wenn denn effer nach een Kow opjoch, denn leep man dur je Feldj noa “Krüzkes-Gerrad” va je Bröökske. De hoosch suh, weil de denn beede on Krüzkes mook, he sacht denn gemenlek: Gank mer trück, wenns te aan de Kow böß eß se wert dönn, af nee och: Ech kann nix mie dran duhn, sie mott gemelzt af ge-schlacht werde. Meschtens hau He det Dejor denn nach neet gesiehn. Ooch dej man de Kow all ens eene Strühwösch met Kowschiet draan en de Muhl, det se aant räppsche koam.
Gewöhnlich machten das die Kleinbauern,
für die lohnte es sich nicht,
und die Kühe mussten auf den Feldern der größeren Bauern arbeiten.
Kleine Bauern hatten zwei, drei oder vier Kühe,
die großen Bauern auch große Kuhherden.
Suh alle hauf Stonde musche die Köj omgeschlage werde, wie mech mie Muuder sagt, wor et fröjer Recht det de Oppasser do tösche en dor Nöede holp Erpel raape af sujet, ever det leet all met de leste Kreeg noe – on man met sech Hüskes uut Strüh, drie af vejor-eckeg, die wore denn op de Herst en det kahl Feld wiet de siehn.
Zuerst wurde der Futtertrog an den Weg gestellt,
und paarweise wurden die Kühe daran angebunden.
So ging es dann hinaus aufs Feld.
Hier bekam jede Kuh ein Spannholz,
das war ein Stab, aus Holz herausgeschlagen,
und mit einem hölzernen Reethammer eingehauen.
Et Sonndesmörges noe de Frömess genge ooch jong Lüj de Köj spanne, denn troff man sech aan die Hüskes, on do wurt ooch all ens gefriet, flechs haan sech nach auer Lüj die hie sette sue kenne geliert. Lömmels Jonge stooke die Hüskes ooch all ens abrandj, wie gruute Fackelle soach man det allens e je Feldj.
War der Klee sehr gelb und groß,
dann bestand die Gefahr, dass die Kühe hastig fraßen
und aufgetrieben wurden.
Dann trampelte man den Klee etwas nieder.
Wenn dann aber doch eine Kuh aufgetrieben wurde,
dann lief man übers Feld zum „Kreuz-Gerrad“ vom „Brückchen“.
Wenn denn dor Wentjer koam, wuurte de Hüskes arenn geholt, de Köj blieve en dor Stall on de Lüj en jen Huus.
Der wusste Bescheid,
denn er machte beides – Kreuze und Sprüche.
Er sagte dann gewöhnlich:
„Geh mal zurück, und wenn du an der Kuh böse bist,
wird sie doch nichts tun.“
Oder auch:
„Ich kann nichts mehr machen – sie muss gemolken oder geschlachtet werden.“
Meistens sah er die Kuh danach nie wieder.
Manchmal gab man der Kuh auch einen Strohbusch
mit Kuhdung ins Maul, damit sie wieder zu rülpsen begann.
Etwa alle halbe Stunde mussten die Kühe umgeschlagen werden.
Wie meine Mutter mir erzählte,
war es früher recht und billig,
dass die Aufseher dazwischen in der Nähe
Enten sammelten oder anderes suchten.
Aber das hörte mit dem letzten Krieg auf.
Und man baute sich kleine Häuschen aus Stroh,
drei- oder viereckig,
die standen dann im Herbst weit draußen auf dem kahlen Feld.
Am Sonntagmorgen, nach der Frühmesse,
gingen auch junge Leute hinaus, um die Kühe zu spannen.
Dann traf man sich an den Strohhütten,
und da wurde auch manchmal geflirtet.
Manche lernten dort andere Leute kennen,
die sie später heirateten.
Burschen zündeten die Häuschen manchmal an,
und wie große Fackeln sah man sie über das ganze Feld brennen.
Wenn dann der Winter kam, wurden die Hütten hereingeholt,
die Kühe blieben im Stall, und die Leute – in ihren Häusern.




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