
Meßdener
Messdiener
Text Mundart
Text hochdeutsch
En mine Kengertied kome die klen Kenger öm Posche en de Schuuel on die Jruete, die jet an die 14 Johr wore on et 8. Schuueljohr henger sech haue, die kome drut.
In meiner Kindheit kamen die kleinen Kinder nach der Erstkommunion in die Schule, und die Großen, die schon etwa 14 Jahre alt waren und das achte Schuljahr hinter sich hatten, die kamen heraus.
On be die, die drut kome, wore och jewöhnlich e paar Meßdener. Dann moch Pastuer kicke, datt he e paar neue kriech, also datt e paar Kleene anjeliert wude.
Meschtens soch he sech dann e paar Männkes ut, die kott an de Kerk wuhnte.
Meistens suchte er sich dann ein paar Jungen aus, die kurz der Kirche wohnten.
Am Werktagmorgen war die Messe vor der Schulzeit, früh um 7 Uhr. Wer dort diente, musste also sehr früh aufstehen, weil sie schon lange vor 7 Uhr läuten mussten.
Et Werdes-morjes wor die Meß vör d’r Schueltied, fröch öm 7 Uhre. Wäe met deene dra woar, mosch noch ieder opstohn, weil die all vill vör 7 luue mosche.
Wir wohnten kurz an der Kirche und deswegen, sollte mein Zwillingsbruder Messdiener werden.
Zuerst machte man das „werktags“ ein bisschen zum Üben, damit man sich an das Dienen gewöhnte und lernte, wie man sich am Altar zu benehmen hatte.
Vör wuhnte kott an de Kerk, on desweche soll mine Tweddelingsbroer Meßdener weäde. D’r öschte tied moch man et “werdes” all jät met “deene”, dät man sech all jät anjewi-ent ond lieret, wie man sech an d’r Altar benieme moch.
Vor der Messe beteten die Messdiener ein Gebet zum heiligen Johannes Berchmans (dem Vorbild der Messdiener):
„…dass ich diesen Engelsdienst gut versehe. Amen.“
Vör de Meß biete de Meßdener e Jebet vör d’r hl. Johannes Borgmanns (Vorbild der Mießdiener) “daß ich diesen Engelsdienst gut versehe, Amen”.
Wenn es dann draußen sieben Uhr schlug, sagte der Priester auf Latein:
„Adjutorium nostrum in nomine Domini“
(„Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn“).
Die Messdiener antworteten:
„Qui fecit caelum et terram“
(„Der Himmel und Erde erschaffen hat“).
Das ging flott und kurz und etwas schnoddrig, und anfangs wusste man gar nicht, was das heißen sollte.
Die nächste Osterzeit wurde auch ich Messdiener. Unser Tünn meinte, das sei aber schwer.
„Ich kann doch schon ein bisschen Latein“, sagte ich zugegen. „Ich verstehe doch, was die Messdiener antworten.“
„Was denn?“ fragte Tünn.
„Tünn, nächsten Sonntag müssen wir zwei beim Hochamt “sitzen”, dann musst du mal zuhören und gut aufpassen, was ich schon alles kann.“
4 Meßdener. 2 dinge de Denst, on 2 dinge “dobe sette”. Natürlich sote die op de Knei an d’r Altar. En de Hommes woare ömmer 4 Meßdener.
Was sitzen heißt, muss ich erklären:
Beim Hochamt dienten vier Messdiener. Zwei verrichteten den Dienst, und zwei saßen „oben“. Natürlich knieten sie vorne am Altar. Beim Hochamt waren also immer vier Messdiener.
Verr haue alle Klokke zame jelut, haue all os Jebett “daß ich diesen Engels-dienst gut versehe, Amen”
Der Sonntag kam.
Vorher hatten alle Glocken zusammengeläutet, wir hatten alle unser Gebet gesprochen:
„…dass ich diesen Engelsdienst gut versehe. Amen.“
Pastur sät
“Adjutorium nostrum in nomine Domini”, die aunger Meßdener jofe wie jewent schnodderich die Antwot “Qui fecit caelum et terram”.
Dann schlug die Glocke zehn Uhr.
Der Pastor sagte:
„Adjutorium nostrum in nomine Domini“,
die anderen Messdiener antworteten wie gewohnt schnoddrig:
„Qui fecit caelum et terram“.
Und ich schmetterte ganz laut meinen Spruch, den ich für Latein hielt:
„Wir fitzen zum Altare.“
“Wir fitzen zum Altare.”
“Nein, nein”, sät der Heär, “das ist aber kein Latein.”
Daraufhin hatte mich der Pastor schon von hinten am Ohr:
„Das heißt: Qui fecit caelum et terram. Und was hast du gesagt?“
Ich: „Wir fitzen zum Altare.“
„Nein, nein“, sagte der Herr Pastor, „das ist aber kein Latein.“
Ich musste aber selbst dabei lachen.
Text Mundart
En mine Kengertied kome die klen Kenger öm Posche en de Schuuel on die Jruete, die jet an die 14 Johr wore on et 8. Schuueljohr henger sech haue, die kome drut.
On be die, die drut kome, wore och jewöhnlich e paar Meßdener. Dann moch Pastuer kicke, datt he e paar neue kriech, also datt e paar Kleene anjeliert wude.
Meschtens soch he sech dann e paar Männkes ut, die kott an de Kerk wuhnte.
Et Werdes-morjes wor die Meß vör d’r Schueltied, fröch öm 7 Uhre. Wäe met deene dra woar, mosch noch ieder opstohn, weil die all vill vör 7 luue mosche.
Vör wuhnte kott an de Kerk, on desweche soll mine Tweddelingsbroer Meßdener weäde. D’r öschte tied moch man et “werdes” all jät met “deene”, dät man sech all jät anjewi-ent ond lieret, wie man sech an d’r Altar benieme moch.
Vör de Meß biete de Meßdener e Jebet vör d’r hl. Johannes Borgmanns (Vorbild der Mießdiener) “daß ich diesen Engelsdienst gut versehe, Amen”.
Wenn et dann van der Tuere sieven Uhre schlog, sauch der Hiäer op Latin: “Adjutorium nostrum in nomine Domini”.
De Meßdener jofe Antwod: “Qui fecit caelum et terram”. Dät jeng flott on kott on jet schnodderich.
En d’r Afong wos man net, wat dät alles heesche so. De näckste Poasche wuet ech ooch Meßdener. Uese Tünn mende, dät wüüer ävver schwoar. “Ech kann doch all jät Latin”, sauch ech tängen hem. “Ech verston doch, watt die Meßdener vör Antwot jäefe.” “Watt dann?
Tünn, nägste Sonndech dann modde verr 2 en et Hochamt ‘sette’, dann moß du mar ens lüstere on jot opposse, wat ech all kann.”
Watt sette es, mot ech erkläre: En de Hommes denete.
4 Meßdener. 2 dinge de Denst, on 2 dinge “dobe sette”. Natürlich sote die op de Knei an d’r Altar. En de Hommes woare ömmer 4 Meßdener.
Däe Sonndech koam.
Verr haue alle Klokke zame jelut, haue all os Jebett “daß ich diesen Engels-dienst gut versehe, Amen”
jesproake, du schlog de Klock tien Uure.
Pastur sät
“Adjutorium nostrum in nomine Domini”, die aunger Meßdener jofe wie jewent schnodderich die Antwot “Qui fecit caelum et terram”.
On ech schmedderde janz hell mi Sprüßke, wat ech vör Latin heel: “Wir flitzen zum Altar.”.
Domet het Pastuer mech all van henge an et Uuer on sät: “Das heißt: “Qui fecit caelum e terram”. Und was hast du gesagt?”
“Wir fitzen zum Altare.”
“Nein, nein”, sät der Heär, “das ist aber kein Latein.”
Ech mosch ävel sälf dobie loche.
Text hochdeutsch
In meiner Kindheit kamen die kleinen Kinder nach der Erstkommunion in die Schule, und die Großen, die schon etwa 14 Jahre alt waren und das achte Schuljahr hinter sich hatten, die kamen heraus.
Und bei denen, die hinauskamen, waren gewöhnlich auch ein paar Messdiener. Dann schaute der Pastor, dass er wieder ein paar neue bekam, also dass ein paar Kleine angelernt wurden.
Meistens suchte er sich dann ein paar Jungen aus, die kurz der Kirche wohnten.
Am Werktagmorgen war die Messe vor der Schulzeit, früh um 7 Uhr. Wer dort diente, musste also sehr früh aufstehen, weil sie schon lange vor 7 Uhr läuten mussten.
Wir wohnten kurz an der Kirche und deswegen, sollte mein Zwillingsbruder Messdiener werden.
Zuerst machte man das „werktags“ ein bisschen zum Üben, damit man sich an das Dienen gewöhnte und lernte, wie man sich am Altar zu benehmen hatte.
Vor der Messe beteten die Messdiener ein Gebet zum heiligen Johannes Berchmans (dem Vorbild der Messdiener):
„…dass ich diesen Engelsdienst gut versehe. Amen.“
Wenn es dann draußen sieben Uhr schlug, sagte der Priester auf Latein:
„Adjutorium nostrum in nomine Domini“
(„Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn“).
Die Messdiener antworteten:
„Qui fecit caelum et terram“
(„Der Himmel und Erde erschaffen hat“).
Das ging flott und kurz und etwas schnoddrig, und anfangs wusste man gar nicht, was das heißen sollte.
Die nächste Osterzeit wurde auch ich Messdiener. Unser Tünn meinte, das sei aber schwer.
„Ich kann doch schon ein bisschen Latein“, sagte ich zugegen. „Ich verstehe doch, was die Messdiener antworten.“
„Was denn?“ fragte Tünn.
„Tünn, nächsten Sonntag müssen wir zwei beim Hochamt “sitzen”, dann musst du mal zuhören und gut aufpassen, was ich schon alles kann.“
Was sitzen heißt, muss ich erklären:
Beim Hochamt dienten vier Messdiener. Zwei verrichteten den Dienst, und zwei saßen „oben“. Natürlich knieten sie vorne am Altar. Beim Hochamt waren also immer vier Messdiener.
Der Sonntag kam.
Vorher hatten alle Glocken zusammengeläutet, wir hatten alle unser Gebet gesprochen:
„…dass ich diesen Engelsdienst gut versehe. Amen.“
Dann schlug die Glocke zehn Uhr.
Der Pastor sagte:
„Adjutorium nostrum in nomine Domini“,
die anderen Messdiener antworteten wie gewohnt schnoddrig:
„Qui fecit caelum et terram“.
Und ich schmetterte ganz laut meinen Spruch, den ich für Latein hielt:
„Wir fitzen zum Altare.“
Daraufhin hatte mich der Pastor schon von hinten am Ohr:
„Das heißt: Qui fecit caelum et terram. Und was hast du gesagt?“
Ich: „Wir fitzen zum Altare.“
„Nein, nein“, sagte der Herr Pastor, „das ist aber kein Latein.“
Ich musste aber selbst dabei lachen.
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Über diesen Mundartbeitrag
In meiner Kindheit kamen die kleinen Kinder nach der Erstkommunion in die Schule, und die Großen, die schon etwa 14 Jahre alt waren und das achte Schuljahr hinter sich hatten, die kamen heraus.
Und bei denen, die hinauskamen, waren gewöhnlich auch ein paar Messdiener. Dann schaute der Pastor, dass er wieder ein paar neue bekam, also dass ein paar Kleine angelernt wurden.
Meistens suchte er sich dann ein paar Jungen aus, die kurz der Kirche wohnten.
Am Werktagmorgen war die Messe vor der Schulzeit, früh um 7 Uhr. Wer dort diente, musste also sehr früh aufstehen, weil sie schon lange vor 7 Uhr läuten mussten.
Wir wohnten kurz an der Kirche und deswegen, sollte mein Zwillingsbruder Messdiener werden.
Zuerst machte man das „werktags“ ein bisschen zum Üben, damit man sich an das Dienen gewöhnte und lernte, wie man sich am Altar zu benehmen hatte.
Vor der Messe beteten die Messdiener ein Gebet zum heiligen Johannes Berchmans (dem Vorbild der Messdiener):
„…dass ich diesen Engelsdienst gut versehe. Amen.“
Wenn es dann draußen sieben Uhr schlug, sagte der Priester auf Latein:
„Adjutorium nostrum in nomine Domini“
(„Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn“).
Die Messdiener antworteten:
„Qui fecit caelum et terram“
(„Der Himmel und Erde erschaffen hat“).
Das ging flott und kurz und etwas schnoddrig, und anfangs wusste man gar nicht, was das heißen sollte.
Die nächste Osterzeit wurde auch ich Messdiener. Unser Tünn meinte, das sei aber schwer.
„Ich kann doch schon ein bisschen Latein“, sagte ich zugegen. „Ich verstehe doch, was die Messdiener antworten.“
„Was denn?“ fragte Tünn.
„Tünn, nächsten Sonntag müssen wir zwei beim Hochamt “sitzen”, dann musst du mal zuhören und gut aufpassen, was ich schon alles kann.“
Was sitzen heißt, muss ich erklären:
Beim Hochamt dienten vier Messdiener. Zwei verrichteten den Dienst, und zwei saßen „oben“. Natürlich knieten sie vorne am Altar. Beim Hochamt waren also immer vier Messdiener.
Der Sonntag kam.
Vorher hatten alle Glocken zusammengeläutet, wir hatten alle unser Gebet gesprochen:
„…dass ich diesen Engelsdienst gut versehe. Amen.“
Dann schlug die Glocke zehn Uhr.
Der Pastor sagte:
„Adjutorium nostrum in nomine Domini“,
die anderen Messdiener antworteten wie gewohnt schnoddrig:
„Qui fecit caelum et terram“.
Und ich schmetterte ganz laut meinen Spruch, den ich für Latein hielt:
„Wir fitzen zum Altare.“
Daraufhin hatte mich der Pastor schon von hinten am Ohr:
„Das heißt: Qui fecit caelum et terram. Und was hast du gesagt?“
Ich: „Wir fitzen zum Altare.“
„Nein, nein“, sagte der Herr Pastor, „das ist aber kein Latein.“
Ich musste aber selbst dabei lachen.
En mine Kengertied kome die klen Kenger öm Posche en de Schuuel on die Jruete, die jet an die 14 Johr wore on et 8. Schuueljohr henger sech haue, die kome drut.
On be die, die drut kome, wore och jewöhnlich e paar Meßdener. Dann moch Pastuer kicke, datt he e paar neue kriech, also datt e paar Kleene anjeliert wude.
Meschtens soch he sech dann e paar Männkes ut, die kott an de Kerk wuhnte.
Et Werdes-morjes wor die Meß vör d’r Schueltied, fröch öm 7 Uhre. Wäe met deene dra woar, mosch noch ieder opstohn, weil die all vill vör 7 luue mosche.
Vör wuhnte kott an de Kerk, on desweche soll mine Tweddelingsbroer Meßdener weäde. D’r öschte tied moch man et “werdes” all jät met “deene”, dät man sech all jät anjewi-ent ond lieret, wie man sech an d’r Altar benieme moch.
Vör de Meß biete de Meßdener e Jebet vör d’r hl. Johannes Borgmanns (Vorbild der Mießdiener) “daß ich diesen Engelsdienst gut versehe, Amen”.
Wenn et dann van der Tuere sieven Uhre schlog, sauch der Hiäer op Latin: “Adjutorium nostrum in nomine Domini”.
De Meßdener jofe Antwod: “Qui fecit caelum et terram”. Dät jeng flott on kott on jet schnodderich.
En d’r Afong wos man net, wat dät alles heesche so. De näckste Poasche wuet ech ooch Meßdener. Uese Tünn mende, dät wüüer ävver schwoar. “Ech kann doch all jät Latin”, sauch ech tängen hem. “Ech verston doch, watt die Meßdener vör Antwot jäefe.” “Watt dann?
Tünn, nägste Sonndech dann modde verr 2 en et Hochamt ‘sette’, dann moß du mar ens lüstere on jot opposse, wat ech all kann.”
Watt sette es, mot ech erkläre: En de Hommes denete.
4 Meßdener. 2 dinge de Denst, on 2 dinge “dobe sette”. Natürlich sote die op de Knei an d’r Altar. En de Hommes woare ömmer 4 Meßdener.
Däe Sonndech koam.
Verr haue alle Klokke zame jelut, haue all os Jebett “daß ich diesen Engels-dienst gut versehe, Amen”
jesproake, du schlog de Klock tien Uure.
Pastur sät
“Adjutorium nostrum in nomine Domini”, die aunger Meßdener jofe wie jewent schnodderich die Antwot “Qui fecit caelum et terram”.
On ech schmedderde janz hell mi Sprüßke, wat ech vör Latin heel: “Wir flitzen zum Altar.”.
Domet het Pastuer mech all van henge an et Uuer on sät: “Das heißt: “Qui fecit caelum e terram”. Und was hast du gesagt?”
“Wir fitzen zum Altare.”
“Nein, nein”, sät der Heär, “das ist aber kein Latein.”
Ech mosch ävel sälf dobie loche.
Meßdener - Messdiener
In meiner Kindheit kamen die kleinen Kinder nach der Erstkommunion in die Schule, und die Großen, die schon etwa 14 Jahre alt waren und das achte Schuljahr hinter sich hatten, die kamen heraus.
En mine Kengertied kome die klen Kenger öm Posche en de Schuuel on die Jruete, die jet an die 14 Johr wore on et 8. Schuueljohr henger sech haue, die kome drut.
On be die, die drut kome, wore och jewöhnlich e paar Meßdener. Dann moch Pastuer kicke, datt he e paar neue kriech, also datt e paar Kleene anjeliert wude.
Meistens suchte er sich dann ein paar Jungen aus, die kurz der Kirche wohnten.
Am Werktagmorgen war die Messe vor der Schulzeit, früh um 7 Uhr. Wer dort diente, musste also sehr früh aufstehen, weil sie schon lange vor 7 Uhr läuten mussten.
Meschtens soch he sech dann e paar Männkes ut, die kott an de Kerk wuhnte.
Wir wohnten kurz an der Kirche und deswegen, sollte mein Zwillingsbruder Messdiener werden.
Zuerst machte man das „werktags“ ein bisschen zum Üben, damit man sich an das Dienen gewöhnte und lernte, wie man sich am Altar zu benehmen hatte.
Et Werdes-morjes wor die Meß vör d’r Schueltied, fröch öm 7 Uhre. Wäe met deene dra woar, mosch noch ieder opstohn, weil die all vill vör 7 luue mosche.
Vor der Messe beteten die Messdiener ein Gebet zum heiligen Johannes Berchmans (dem Vorbild der Messdiener):
„…dass ich diesen Engelsdienst gut versehe. Amen.“
Vör wuhnte kott an de Kerk, on desweche soll mine Tweddelingsbroer Meßdener weäde. D’r öschte tied moch man et “werdes” all jät met “deene”, dät man sech all jät anjewi-ent ond lieret, wie man sech an d’r Altar benieme moch.
Wenn es dann draußen sieben Uhr schlug, sagte der Priester auf Latein:
„Adjutorium nostrum in nomine Domini“
(„Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn“).
Vör de Meß biete de Meßdener e Jebet vör d’r hl. Johannes Borgmanns (Vorbild der Mießdiener) “daß ich diesen Engelsdienst gut versehe, Amen”.
Die Messdiener antworteten:
„Qui fecit caelum et terram“
(„Der Himmel und Erde erschaffen hat“).
Das ging flott und kurz und etwas schnoddrig, und anfangs wusste man gar nicht, was das heißen sollte.
Die nächste Osterzeit wurde auch ich Messdiener. Unser Tünn meinte, das sei aber schwer.
„Ich kann doch schon ein bisschen Latein“, sagte ich zugegen. „Ich verstehe doch, was die Messdiener antworten.“
„Was denn?“ fragte Tünn.
„Tünn, nächsten Sonntag müssen wir zwei beim Hochamt “sitzen”, dann musst du mal zuhören und gut aufpassen, was ich schon alles kann.“
Was sitzen heißt, muss ich erklären:
Beim Hochamt dienten vier Messdiener. Zwei verrichteten den Dienst, und zwei saßen „oben“. Natürlich knieten sie vorne am Altar. Beim Hochamt waren also immer vier Messdiener.
4 Meßdener. 2 dinge de Denst, on 2 dinge “dobe sette”. Natürlich sote die op de Knei an d’r Altar. En de Hommes woare ömmer 4 Meßdener.
Der Sonntag kam.
Vorher hatten alle Glocken zusammengeläutet, wir hatten alle unser Gebet gesprochen:
„…dass ich diesen Engelsdienst gut versehe. Amen.“
Verr haue alle Klokke zame jelut, haue all os Jebett “daß ich diesen Engels-dienst gut versehe, Amen”
Dann schlug die Glocke zehn Uhr.
Der Pastor sagte:
„Adjutorium nostrum in nomine Domini“,
die anderen Messdiener antworteten wie gewohnt schnoddrig:
„Qui fecit caelum et terram“.
Pastur sät
“Adjutorium nostrum in nomine Domini”, die aunger Meßdener jofe wie jewent schnodderich die Antwot “Qui fecit caelum et terram”.
Und ich schmetterte ganz laut meinen Spruch, den ich für Latein hielt:
„Wir fitzen zum Altare.“
Daraufhin hatte mich der Pastor schon von hinten am Ohr:
„Das heißt: Qui fecit caelum et terram. Und was hast du gesagt?“
Ich: „Wir fitzen zum Altare.“
„Nein, nein“, sagte der Herr Pastor, „das ist aber kein Latein.“
“Wir fitzen zum Altare.”
“Nein, nein”, sät der Heär, “das ist aber kein Latein.”
Ich musste aber selbst dabei lachen.

Lev Versicherungsheäre! – Liebe Versicherungsherren!
Lev Versicherungsheäre! – Liebe Versicherungsherren!

Wenkmühle ut der Sälfkank – Windmühle aus dem Selfkant
Wenkmühle ut der Sälfkank – Windmühle aus dem Selfkant

Meßdener – Messdiener
Meßdener – Messdiener

Zint Meates – Zum Martinsfest
Zint Meates – Zum Martinsfest
Meßdener – Messdiener
Messdiener
Meßdener
In meiner Kindheit kamen die kleinen Kinder nach der Erstkommunion in die Schule, und die Großen, die schon etwa 14 Jahre alt waren und das achte Schuljahr hinter sich hatten, die kamen heraus.
Und bei denen, die hinauskamen, waren gewöhnlich auch ein paar Messdiener. Dann schaute der Pastor, dass er wieder ein paar neue bekam, also dass ein paar Kleine angelernt wurden.
Meistens suchte er sich dann ein paar Jungen aus, die kurz der Kirche wohnten.
Am Werktagmorgen war die Messe vor der Schulzeit, früh um 7 Uhr. Wer dort diente, musste also sehr früh aufstehen, weil sie schon lange vor 7 Uhr läuten mussten.
Wir wohnten kurz an der Kirche und deswegen, sollte mein Zwillingsbruder Messdiener werden.
Zuerst machte man das „werktags“ ein bisschen zum Üben, damit man sich an das Dienen gewöhnte und lernte, wie man sich am Altar zu benehmen hatte.
Vor der Messe beteten die Messdiener ein Gebet zum heiligen Johannes Berchmans (dem Vorbild der Messdiener):
„…dass ich diesen Engelsdienst gut versehe. Amen.“
Wenn es dann draußen sieben Uhr schlug, sagte der Priester auf Latein:
„Adjutorium nostrum in nomine Domini“
(„Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn“).
Die Messdiener antworteten:
„Qui fecit caelum et terram“
(„Der Himmel und Erde erschaffen hat“).
Das ging flott und kurz und etwas schnoddrig, und anfangs wusste man gar nicht, was das heißen sollte.
Die nächste Osterzeit wurde auch ich Messdiener. Unser Tünn meinte, das sei aber schwer.
„Ich kann doch schon ein bisschen Latein“, sagte ich zugegen. „Ich verstehe doch, was die Messdiener antworten.“
„Was denn?“ fragte Tünn.
„Tünn, nächsten Sonntag müssen wir zwei beim Hochamt “sitzen”, dann musst du mal zuhören und gut aufpassen, was ich schon alles kann.“
Was sitzen heißt, muss ich erklären:
Beim Hochamt dienten vier Messdiener. Zwei verrichteten den Dienst, und zwei saßen „oben“. Natürlich knieten sie vorne am Altar. Beim Hochamt waren also immer vier Messdiener.
Der Sonntag kam.
Vorher hatten alle Glocken zusammengeläutet, wir hatten alle unser Gebet gesprochen:
„…dass ich diesen Engelsdienst gut versehe. Amen.“
Dann schlug die Glocke zehn Uhr.
Der Pastor sagte:
„Adjutorium nostrum in nomine Domini“,
die anderen Messdiener antworteten wie gewohnt schnoddrig:
„Qui fecit caelum et terram“.
Und ich schmetterte ganz laut meinen Spruch, den ich für Latein hielt:
„Wir fitzen zum Altare.“
Daraufhin hatte mich der Pastor schon von hinten am Ohr:
„Das heißt: Qui fecit caelum et terram. Und was hast du gesagt?“
Ich: „Wir fitzen zum Altare.“
„Nein, nein“, sagte der Herr Pastor, „das ist aber kein Latein.“
Ich musste aber selbst dabei lachen.
En mine Kengertied kome die klen Kenger öm Posche en de Schuuel on die Jruete, die jet an die 14 Johr wore on et 8. Schuueljohr henger sech haue, die kome drut.
On be die, die drut kome, wore och jewöhnlich e paar Meßdener. Dann moch Pastuer kicke, datt he e paar neue kriech, also datt e paar Kleene anjeliert wude.
Meschtens soch he sech dann e paar Männkes ut, die kott an de Kerk wuhnte.
Et Werdes-morjes wor die Meß vör d’r Schueltied, fröch öm 7 Uhre. Wäe met deene dra woar, mosch noch ieder opstohn, weil die all vill vör 7 luue mosche.
Vör wuhnte kott an de Kerk, on desweche soll mine Tweddelingsbroer Meßdener weäde. D’r öschte tied moch man et “werdes” all jät met “deene”, dät man sech all jät anjewi-ent ond lieret, wie man sech an d’r Altar benieme moch.
Vör de Meß biete de Meßdener e Jebet vör d’r hl. Johannes Borgmanns (Vorbild der Mießdiener) “daß ich diesen Engelsdienst gut versehe, Amen”.
Wenn et dann van der Tuere sieven Uhre schlog, sauch der Hiäer op Latin: “Adjutorium nostrum in nomine Domini”.
De Meßdener jofe Antwod: “Qui fecit caelum et terram”. Dät jeng flott on kott on jet schnodderich.
En d’r Afong wos man net, wat dät alles heesche so. De näckste Poasche wuet ech ooch Meßdener. Uese Tünn mende, dät wüüer ävver schwoar. “Ech kann doch all jät Latin”, sauch ech tängen hem. “Ech verston doch, watt die Meßdener vör Antwot jäefe.” “Watt dann?
Tünn, nägste Sonndech dann modde verr 2 en et Hochamt ‘sette’, dann moß du mar ens lüstere on jot opposse, wat ech all kann.”
Watt sette es, mot ech erkläre: En de Hommes denete.
4 Meßdener. 2 dinge de Denst, on 2 dinge “dobe sette”. Natürlich sote die op de Knei an d’r Altar. En de Hommes woare ömmer 4 Meßdener.
Däe Sonndech koam.
Verr haue alle Klokke zame jelut, haue all os Jebett “daß ich diesen Engels-dienst gut versehe, Amen”
jesproake, du schlog de Klock tien Uure.
Pastur sät
“Adjutorium nostrum in nomine Domini”, die aunger Meßdener jofe wie jewent schnodderich die Antwot “Qui fecit caelum et terram”.
On ech schmedderde janz hell mi Sprüßke, wat ech vör Latin heel: “Wir flitzen zum Altar.”.
Domet het Pastuer mech all van henge an et Uuer on sät: “Das heißt: “Qui fecit caelum e terram”. Und was hast du gesagt?”
“Wir fitzen zum Altare.”
“Nein, nein”, sät der Heär, “das ist aber kein Latein.”
Ech mosch ävel sälf dobie loche.
Meßdener - Messdiener
In meiner Kindheit kamen die kleinen Kinder nach der Erstkommunion in die Schule, und die Großen, die schon etwa 14 Jahre alt waren und das achte Schuljahr hinter sich hatten, die kamen heraus.
En mine Kengertied kome die klen Kenger öm Posche en de Schuuel on die Jruete, die jet an die 14 Johr wore on et 8. Schuueljohr henger sech haue, die kome drut.
On be die, die drut kome, wore och jewöhnlich e paar Meßdener. Dann moch Pastuer kicke, datt he e paar neue kriech, also datt e paar Kleene anjeliert wude.
Meistens suchte er sich dann ein paar Jungen aus, die kurz der Kirche wohnten.
Am Werktagmorgen war die Messe vor der Schulzeit, früh um 7 Uhr. Wer dort diente, musste also sehr früh aufstehen, weil sie schon lange vor 7 Uhr läuten mussten.
Meschtens soch he sech dann e paar Männkes ut, die kott an de Kerk wuhnte.
Wir wohnten kurz an der Kirche und deswegen, sollte mein Zwillingsbruder Messdiener werden.
Zuerst machte man das „werktags“ ein bisschen zum Üben, damit man sich an das Dienen gewöhnte und lernte, wie man sich am Altar zu benehmen hatte.
Et Werdes-morjes wor die Meß vör d’r Schueltied, fröch öm 7 Uhre. Wäe met deene dra woar, mosch noch ieder opstohn, weil die all vill vör 7 luue mosche.
Vor der Messe beteten die Messdiener ein Gebet zum heiligen Johannes Berchmans (dem Vorbild der Messdiener):
„…dass ich diesen Engelsdienst gut versehe. Amen.“
Vör wuhnte kott an de Kerk, on desweche soll mine Tweddelingsbroer Meßdener weäde. D’r öschte tied moch man et “werdes” all jät met “deene”, dät man sech all jät anjewi-ent ond lieret, wie man sech an d’r Altar benieme moch.
Wenn es dann draußen sieben Uhr schlug, sagte der Priester auf Latein:
„Adjutorium nostrum in nomine Domini“
(„Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn“).
Vör de Meß biete de Meßdener e Jebet vör d’r hl. Johannes Borgmanns (Vorbild der Mießdiener) “daß ich diesen Engelsdienst gut versehe, Amen”.
Die Messdiener antworteten:
„Qui fecit caelum et terram“
(„Der Himmel und Erde erschaffen hat“).
Das ging flott und kurz und etwas schnoddrig, und anfangs wusste man gar nicht, was das heißen sollte.
Die nächste Osterzeit wurde auch ich Messdiener. Unser Tünn meinte, das sei aber schwer.
„Ich kann doch schon ein bisschen Latein“, sagte ich zugegen. „Ich verstehe doch, was die Messdiener antworten.“
„Was denn?“ fragte Tünn.
„Tünn, nächsten Sonntag müssen wir zwei beim Hochamt “sitzen”, dann musst du mal zuhören und gut aufpassen, was ich schon alles kann.“
Was sitzen heißt, muss ich erklären:
Beim Hochamt dienten vier Messdiener. Zwei verrichteten den Dienst, und zwei saßen „oben“. Natürlich knieten sie vorne am Altar. Beim Hochamt waren also immer vier Messdiener.
4 Meßdener. 2 dinge de Denst, on 2 dinge “dobe sette”. Natürlich sote die op de Knei an d’r Altar. En de Hommes woare ömmer 4 Meßdener.
Der Sonntag kam.
Vorher hatten alle Glocken zusammengeläutet, wir hatten alle unser Gebet gesprochen:
„…dass ich diesen Engelsdienst gut versehe. Amen.“
Verr haue alle Klokke zame jelut, haue all os Jebett “daß ich diesen Engels-dienst gut versehe, Amen”
Dann schlug die Glocke zehn Uhr.
Der Pastor sagte:
„Adjutorium nostrum in nomine Domini“,
die anderen Messdiener antworteten wie gewohnt schnoddrig:
„Qui fecit caelum et terram“.
Pastur sät
“Adjutorium nostrum in nomine Domini”, die aunger Meßdener jofe wie jewent schnodderich die Antwot “Qui fecit caelum et terram”.
Und ich schmetterte ganz laut meinen Spruch, den ich für Latein hielt:
„Wir fitzen zum Altare.“
Daraufhin hatte mich der Pastor schon von hinten am Ohr:
„Das heißt: Qui fecit caelum et terram. Und was hast du gesagt?“
Ich: „Wir fitzen zum Altare.“
„Nein, nein“, sagte der Herr Pastor, „das ist aber kein Latein.“
“Wir fitzen zum Altare.”
“Nein, nein”, sät der Heär, “das ist aber kein Latein.”
Ich musste aber selbst dabei lachen.


