Heemwieh

Heimweh

Text Mundart

Text hochdeutsch

Heemwieh

Hà kann töcks mit gee Minsch mie kalle,
Hemm hät een Krankheet üevervalle.
Dr Dokter kann hemm neet genäse,
Datt lickt waal aan sien ardig wäse.
Heimweh
Mit geene in hett Huus Verdraag,
Hett Heemwieh lickt hemm opp dr Mag.
Heemwieh, datt liät sich gar neet griepe
Datt Geföhl sitt dep in hett Hart wä heem blift kann het neet begriepe,
wie dä Angere doanoa tracht.
Er kann mit keinem Menschen mehr reden,
Ihn hat eine Krankheit überfallen.
Der Doktor kann ihn nicht genesen,
Das liegt wohl an seinem eigenartigen Wesen.
Datt Heemwieh ploacht hemm nu all wäke.
Hä packt sich opp enn fiehrt enns druut,
Geeht kieke wä doa nüj gebu’et.
Mit keinem im Haus hat er sich vertragen,
Das Heimweh liegt ihm schwer auf den Magen.
Heimweh – das lässt sich gar nicht greifen,
Das Gefühl sitzt tief im Herzen drin,
Süeht hä dn Tuare dann van Wiehe,
Enn denkt dann aan die vröger Tieje,
Vöelt hä sich all e bitschke heem,
Denkt dann doa draan wie hä noch klen!
Wer daheim bleibt,
kann es nicht begreifen,
wie der andere danach trachtet.
Kickt enns hie enn kickt enns doa,
Löppt gauw alle Gattskes noa.
Süeht d Schwälbkes Nester buwe,
Hüert d Oavesklocke luwe,
Sprickt mit d Lüj sien Selfkantiplatt,
Datt künnt su’e richtig uut hett Hart!
Das Heimweh quält ihn nun seit Wochen.
Er packt sich auf und fährt hinaus,
geht gucken, wer da neu gebaut.
Biej Mutt unger dn Dösch d Been,
Dann vöelt hä sich su’e richtig heem
Nu lickt hemm nix mie opp hett Hart,
Ehn fiehrt gär trück weer noa d Stadt!
Sieht er die Türme dann von Weitem,
Und denkt an früher’ Kinderzeiten,
Da fühlt er sich schon bisschen daheim,
Und denkt daran, wie er noch klein.

Guckt mal hier, und guckt mal da
läuft schnell alle Gässchen nach.
Sieht, wie die Schwalben Nester bauen,
Hört Abendglocken läuten,
Spricht mit den Leuten sein Selfkantplatt,
das kommt so richtig aus dem Herzen!

Bei Mutter unterm Tisch die Bein’,
Da fühlt er sich so recht daheim.
Nun liegt ihm nichts mehr auf dem Herzen,
und fährt gern zurück in die Stadt

Text Mundart

Heemwieh

Hà kann töcks mit gee Minsch mie kalle,
Hemm hät een Krankheet üevervalle.
Dr Dokter kann hemm neet genäse,
Datt lickt waal aan sien ardig wäse.

Mit geene in hett Huus Verdraag,
Hett Heemwieh lickt hemm opp dr Mag.
Heemwieh, datt liät sich gar neet griepe
Datt Geföhl sitt dep in hett Hart wä heem blift kann het neet begriepe,
wie dä Angere doanoa tracht.

Datt Heemwieh ploacht hemm nu all wäke.
Hä packt sich opp enn fiehrt enns druut,
Geeht kieke wä doa nüj gebu’et.

Süeht hä dn Tuare dann van Wiehe,
Enn denkt dann aan die vröger Tieje,
Vöelt hä sich all e bitschke heem,
Denkt dann doa draan wie hä noch klen!

Kickt enns hie enn kickt enns doa,
Löppt gauw alle Gattskes noa.
Süeht d Schwälbkes Nester buwe,
Hüert d Oavesklocke luwe,
Sprickt mit d Lüj sien Selfkantiplatt,
Datt künnt su’e richtig uut hett Hart!

Biej Mutt unger dn Dösch d Been,
Dann vöelt hä sich su’e richtig heem
Nu lickt hemm nix mie opp hett Hart,
Ehn fiehrt gär trück weer noa d Stadt!

Text hochdeutsch

Heimweh

Er kann mit keinem Menschen mehr reden,
Ihn hat eine Krankheit überfallen.
Der Doktor kann ihn nicht genesen,
Das liegt wohl an seinem eigenartigen Wesen.

Mit keinem im Haus hat er sich vertragen,
Das Heimweh liegt ihm schwer auf den Magen.
Heimweh – das lässt sich gar nicht greifen,
Das Gefühl sitzt tief im Herzen drin,

Wer daheim bleibt,
kann es nicht begreifen,
wie der andere danach trachtet.

Das Heimweh quält ihn nun seit Wochen.
Er packt sich auf und fährt hinaus,
geht gucken, wer da neu gebaut.

Sieht er die Türme dann von Weitem,
Und denkt an früher’ Kinderzeiten,
Da fühlt er sich schon bisschen daheim,
Und denkt daran, wie er noch klein.

Guckt mal hier, und guckt mal da
läuft schnell alle Gässchen nach.
Sieht, wie die Schwalben Nester bauen,
Hört Abendglocken läuten,
Spricht mit den Leuten sein Selfkantplatt,
das kommt so richtig aus dem Herzen!

Bei Mutter unterm Tisch die Bein’,
Da fühlt er sich so recht daheim.
Nun liegt ihm nichts mehr auf dem Herzen,
und fährt gern zurück in die Stadt

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Über den Autor

Josef Goyen

aus Wehr

Josef Goyen stammte aus Wehr, einem Ort in der Gemeinde Selfkant. Der Heimatdichter starb 1996 im Alter von 92 Jahren. Erst als er sein Pensionsalter erreicht hatte, widmete er sich der Arbeit mit der Feder und brachte noch im fortgeschrittenen Alter einen buntgemischten Strauß von Mundartgedichten und -erzählungen zu Papier. Auch zur wechselvollen Geschichte des Selfkants schrieb er Beiträge.

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Dieser Beitrag stammt aus Wehr.
aus der Sprachregion Selfkant-Platt in der Rubrik Heim und Haus, Heimat, Oos Platt Kreis Heinsberg

Heimweh

Er kann mit keinem Menschen mehr reden,
Ihn hat eine Krankheit überfallen.
Der Doktor kann ihn nicht genesen,
Das liegt wohl an seinem eigenartigen Wesen.

Mit keinem im Haus hat er sich vertragen,
Das Heimweh liegt ihm schwer auf den Magen.
Heimweh – das lässt sich gar nicht greifen,
Das Gefühl sitzt tief im Herzen drin,

Wer daheim bleibt,
kann es nicht begreifen,
wie der andere danach trachtet.

Das Heimweh quält ihn nun seit Wochen.
Er packt sich auf und fährt hinaus,
geht gucken, wer da neu gebaut.

Sieht er die Türme dann von Weitem,
Und denkt an früher’ Kinderzeiten,
Da fühlt er sich schon bisschen daheim,
Und denkt daran, wie er noch klein.

Guckt mal hier, und guckt mal da
läuft schnell alle Gässchen nach.
Sieht, wie die Schwalben Nester bauen,
Hört Abendglocken läuten,
Spricht mit den Leuten sein Selfkantplatt,
das kommt so richtig aus dem Herzen!

Bei Mutter unterm Tisch die Bein’,
Da fühlt er sich so recht daheim.
Nun liegt ihm nichts mehr auf dem Herzen,
und fährt gern zurück in die Stadt

Heemwieh

Hà kann töcks mit gee Minsch mie kalle,
Hemm hät een Krankheet üevervalle.
Dr Dokter kann hemm neet genäse,
Datt lickt waal aan sien ardig wäse.

Mit geene in hett Huus Verdraag,
Hett Heemwieh lickt hemm opp dr Mag.
Heemwieh, datt liät sich gar neet griepe
Datt Geföhl sitt dep in hett Hart wä heem blift kann het neet begriepe,
wie dä Angere doanoa tracht.

Datt Heemwieh ploacht hemm nu all wäke.
Hä packt sich opp enn fiehrt enns druut,
Geeht kieke wä doa nüj gebu’et.

Süeht hä dn Tuare dann van Wiehe,
Enn denkt dann aan die vröger Tieje,
Vöelt hä sich all e bitschke heem,
Denkt dann doa draan wie hä noch klen!

Kickt enns hie enn kickt enns doa,
Löppt gauw alle Gattskes noa.
Süeht d Schwälbkes Nester buwe,
Hüert d Oavesklocke luwe,
Sprickt mit d Lüj sien Selfkantiplatt,
Datt künnt su’e richtig uut hett Hart!

Biej Mutt unger dn Dösch d Been,
Dann vöelt hä sich su’e richtig heem
Nu lickt hemm nix mie opp hett Hart,
Ehn fiehrt gär trück weer noa d Stadt!






Heemwieh - Heimweh

aus der Sprachregion Selfkant-Platt in der Rubrik Heim und Haus, Heimat, Oos Platt Kreis Heinsberg
Heimweh
Heemwieh

Hà kann töcks mit gee Minsch mie kalle,
Hemm hät een Krankheet üevervalle.
Dr Dokter kann hemm neet genäse,
Datt lickt waal aan sien ardig wäse.
Er kann mit keinem Menschen mehr reden,
Ihn hat eine Krankheit überfallen.
Der Doktor kann ihn nicht genesen,
Das liegt wohl an seinem eigenartigen Wesen.
Mit geene in hett Huus Verdraag,
Hett Heemwieh lickt hemm opp dr Mag.
Heemwieh, datt liät sich gar neet griepe
Datt Geföhl sitt dep in hett Hart wä heem blift kann het neet begriepe,
wie dä Angere doanoa tracht.
Mit keinem im Haus hat er sich vertragen,
Das Heimweh liegt ihm schwer auf den Magen.
Heimweh – das lässt sich gar nicht greifen,
Das Gefühl sitzt tief im Herzen drin,
Datt Heemwieh ploacht hemm nu all wäke.
Hä packt sich opp enn fiehrt enns druut,
Geeht kieke wä doa nüj gebu’et.
Wer daheim bleibt,
kann es nicht begreifen,
wie der andere danach trachtet.
Süeht hä dn Tuare dann van Wiehe,
Enn denkt dann aan die vröger Tieje,
Vöelt hä sich all e bitschke heem,
Denkt dann doa draan wie hä noch klen!
Das Heimweh quält ihn nun seit Wochen.
Er packt sich auf und fährt hinaus,
geht gucken, wer da neu gebaut.
Kickt enns hie enn kickt enns doa,
Löppt gauw alle Gattskes noa.
Süeht d Schwälbkes Nester buwe,
Hüert d Oavesklocke luwe,
Sprickt mit d Lüj sien Selfkantiplatt,
Datt künnt su’e richtig uut hett Hart!
Sieht er die Türme dann von Weitem,
Und denkt an früher’ Kinderzeiten,
Da fühlt er sich schon bisschen daheim,
Und denkt daran, wie er noch klein.
Biej Mutt unger dn Dösch d Been,
Dann vöelt hä sich su’e richtig heem
Nu lickt hemm nix mie opp hett Hart,
Ehn fiehrt gär trück weer noa d Stadt!

Guckt mal hier, und guckt mal da
läuft schnell alle Gässchen nach.
Sieht, wie die Schwalben Nester bauen,
Hört Abendglocken läuten,
Spricht mit den Leuten sein Selfkantplatt,
das kommt so richtig aus dem Herzen!

Bei Mutter unterm Tisch die Bein’,
Da fühlt er sich so recht daheim.
Nun liegt ihm nichts mehr auf dem Herzen,
und fährt gern zurück in die Stadt




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geändert: 22.09.2026
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Interpret: {acf_name_des_interpreten_vortragender}
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Heemwieh – Heimweh

Ein Mundart Beitrags aus: Selfkant-Platt

Heimweh

Heemwieh

verfasst von: {acf_name}
vorgetragen von: {acf_name_des_interpreten_vortragender}
aus der Sprachregion Selfkant-Platt in der Rubrik Heim und Haus, Heimat, Oos Platt Kreis Heinsberg

Heimweh

Er kann mit keinem Menschen mehr reden,
Ihn hat eine Krankheit überfallen.
Der Doktor kann ihn nicht genesen,
Das liegt wohl an seinem eigenartigen Wesen.

Mit keinem im Haus hat er sich vertragen,
Das Heimweh liegt ihm schwer auf den Magen.
Heimweh – das lässt sich gar nicht greifen,
Das Gefühl sitzt tief im Herzen drin,

Wer daheim bleibt,
kann es nicht begreifen,
wie der andere danach trachtet.

Das Heimweh quält ihn nun seit Wochen.
Er packt sich auf und fährt hinaus,
geht gucken, wer da neu gebaut.

Sieht er die Türme dann von Weitem,
Und denkt an früher’ Kinderzeiten,
Da fühlt er sich schon bisschen daheim,
Und denkt daran, wie er noch klein.

Guckt mal hier, und guckt mal da
läuft schnell alle Gässchen nach.
Sieht, wie die Schwalben Nester bauen,
Hört Abendglocken läuten,
Spricht mit den Leuten sein Selfkantplatt,
das kommt so richtig aus dem Herzen!

Bei Mutter unterm Tisch die Bein’,
Da fühlt er sich so recht daheim.
Nun liegt ihm nichts mehr auf dem Herzen,
und fährt gern zurück in die Stadt

Heemwieh

Hà kann töcks mit gee Minsch mie kalle,
Hemm hät een Krankheet üevervalle.
Dr Dokter kann hemm neet genäse,
Datt lickt waal aan sien ardig wäse.

Mit geene in hett Huus Verdraag,
Hett Heemwieh lickt hemm opp dr Mag.
Heemwieh, datt liät sich gar neet griepe
Datt Geföhl sitt dep in hett Hart wä heem blift kann het neet begriepe,
wie dä Angere doanoa tracht.

Datt Heemwieh ploacht hemm nu all wäke.
Hä packt sich opp enn fiehrt enns druut,
Geeht kieke wä doa nüj gebu’et.

Süeht hä dn Tuare dann van Wiehe,
Enn denkt dann aan die vröger Tieje,
Vöelt hä sich all e bitschke heem,
Denkt dann doa draan wie hä noch klen!

Kickt enns hie enn kickt enns doa,
Löppt gauw alle Gattskes noa.
Süeht d Schwälbkes Nester buwe,
Hüert d Oavesklocke luwe,
Sprickt mit d Lüj sien Selfkantiplatt,
Datt künnt su’e richtig uut hett Hart!

Biej Mutt unger dn Dösch d Been,
Dann vöelt hä sich su’e richtig heem
Nu lickt hemm nix mie opp hett Hart,
Ehn fiehrt gär trück weer noa d Stadt!






Heemwieh - Heimweh

aus der Sprachregion Selfkant-Platt in der Rubrik Heim und Haus, Heimat, Oos Platt Kreis Heinsberg
Heimweh
Heemwieh

Hà kann töcks mit gee Minsch mie kalle,
Hemm hät een Krankheet üevervalle.
Dr Dokter kann hemm neet genäse,
Datt lickt waal aan sien ardig wäse.
Er kann mit keinem Menschen mehr reden,
Ihn hat eine Krankheit überfallen.
Der Doktor kann ihn nicht genesen,
Das liegt wohl an seinem eigenartigen Wesen.
Mit geene in hett Huus Verdraag,
Hett Heemwieh lickt hemm opp dr Mag.
Heemwieh, datt liät sich gar neet griepe
Datt Geföhl sitt dep in hett Hart wä heem blift kann het neet begriepe,
wie dä Angere doanoa tracht.
Mit keinem im Haus hat er sich vertragen,
Das Heimweh liegt ihm schwer auf den Magen.
Heimweh – das lässt sich gar nicht greifen,
Das Gefühl sitzt tief im Herzen drin,
Datt Heemwieh ploacht hemm nu all wäke.
Hä packt sich opp enn fiehrt enns druut,
Geeht kieke wä doa nüj gebu’et.
Wer daheim bleibt,
kann es nicht begreifen,
wie der andere danach trachtet.
Süeht hä dn Tuare dann van Wiehe,
Enn denkt dann aan die vröger Tieje,
Vöelt hä sich all e bitschke heem,
Denkt dann doa draan wie hä noch klen!
Das Heimweh quält ihn nun seit Wochen.
Er packt sich auf und fährt hinaus,
geht gucken, wer da neu gebaut.
Kickt enns hie enn kickt enns doa,
Löppt gauw alle Gattskes noa.
Süeht d Schwälbkes Nester buwe,
Hüert d Oavesklocke luwe,
Sprickt mit d Lüj sien Selfkantiplatt,
Datt künnt su’e richtig uut hett Hart!
Sieht er die Türme dann von Weitem,
Und denkt an früher’ Kinderzeiten,
Da fühlt er sich schon bisschen daheim,
Und denkt daran, wie er noch klein.
Biej Mutt unger dn Dösch d Been,
Dann vöelt hä sich su’e richtig heem
Nu lickt hemm nix mie opp hett Hart,
Ehn fiehrt gär trück weer noa d Stadt!

Guckt mal hier, und guckt mal da
läuft schnell alle Gässchen nach.
Sieht, wie die Schwalben Nester bauen,
Hört Abendglocken läuten,
Spricht mit den Leuten sein Selfkantplatt,
das kommt so richtig aus dem Herzen!

Bei Mutter unterm Tisch die Bein’,
Da fühlt er sich so recht daheim.
Nun liegt ihm nichts mehr auf dem Herzen,
und fährt gern zurück in die Stadt




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