
Zinter Kluas
Nikolaus
Text Mundart
Text hochdeutsch
Wat dä bocket, dat wuar jot.
Et hau och alles si rechtech Jeweit.
Blos die Kluasmännkes,
wat wuare dat vör onnüeseleje Denger.
Was der buk, das war gut,
und er hatte auch alles sein richtiges Gewicht.
Nur die Nikolausmännchen –
was waren das für unansehnliche Dinger!
stonge alle Schaufenstere voll.
Die Kluasmänn mosche opmaschere wie de Soldate.
Bei dà knipije Bäcker stong en jonze Kompanie.
Ävel wat wuare dat af jemajerde Uesele.
Denn dä Bäcker säät:
“Do konn man dran spare.”
Wä dat et öch merket, dat wuare de Pute.
standen alle Schaufenster voll davon.
Die Nikolausmänner mussten aufmarschieren wie Soldaten.
Bei diesem geizigen Bäcker stand eine ganze Kompanie.
Aber was waren das für abgemagerte, unansehnliche Gesellen.
Denn der Bäcker sagte:
„Da kann man dran sparen.“
Wer das aber merkte, das waren die Kinder.
trok so Köppelke dor et Dorp.
En de Schaufenstere stonge Kluasmänn ut Schokolad, ut Spekelaz, ut Marzipan un mött lang iäde Mütz.
Do kosch man tösche de Jades so schön druut schmöke.
Pap hau emmer jätt en der Tabaksbüll.
zogen die Kindergruppen durchs Dorf.
In den Schaufenstern standen Nikolausmänner aus Schokolade,
aus Spekulatius, aus Marzipan und mit langen Pfeifen aus Ton.
Da konnte man zwischen den Gärten so schön draus schmauchen.
Vater hatte immer etwas in seinem Tabaksbeutel.
fenge se an de rope:
fingen sie an zu rufen:
Nüet un Äppel donn ech en et Säckske,
en der Klomp, en de Komp,
Nüet un Äppel sollt er han,
un enne jruete Wäggemann.”
Nüsse und Äpfel tu ich in dein Säckchen,
in den Holzschuh, in die Schüssel,
Nüsse und Äpfel sollst du haben
und einen guten Wegmann dazu.“
en Hompfel Klömkes onger die Trabante.
und warf eine Handvoll Bonbons unter die Kinder.
desse Bäcker es der bäste.”
Dieser Bäcker ist der beste!“
schmiet keene jätt erut.
Du repe se:
warf niemand etwas heraus.
Da riefen sie:
dä knauseje Bäcker, dä wet et,
Kluasmännke, wat es dech,
dã jizeje Bäcker, dä petscht dech.”
Der knauserige Bäcker, der weiß es wohl!
Nikolausmännchen, was ist mit dir?
Der geizige Bäcker, der quetscht dich!“
“Hei dä Bäcker es der bäste, Kluasmännke wat säste.”
“Schlag drauf, dass die Funken sprühen!“ Die Kinder machten sich schnell “dünn”. Sechs Wochen später war das erste Eis abgegangen. Das Haus des geizigen Bäckers lag an einem Bach, und neben seinem Wohnhaus stand ein kleines Heiligenhäuschen mit einer Figur des heiligen Nikolaus.
Wenn die Leute beten gingen, wussten sie, dass der Heilige immer hilft, wenn Hochwasser ist. Nun war das Wasser da.
Die Brücke über den Bach konnte niemand mehr sehen.
Die Kinder hatten den meisten Spaß. Mit Wannen und Waschzubern, und langen Staken in den Händen,
fuhren sie von einem Haus zum anderen. Beim Bäcker am Bach war es arg. Die Ställe und das Backhaus schwammen im Wasser. Er machte sich aus Brettern ein Floß
und lud darauf, was drauf ging. Das Mehl hatte er auf dem Dachboden und die Ferkel auf der kleinen Kammer.
Seine Gänse, Enten und Hühner wollte er zur Nachbarin bringen. Als nun die Kinder seine Not sahen,
halfen sie ihm, als wäre nichts geschehen.
Es war ein Spiel wie bei der Sintflut. Aber es ging alles gut, weil alle mit anpackten. Als sie nun im nächsten Jahr wieder durchs Dorf zogen, warf auch der ehemals geizige Bäcker Bonbons unter die Kinder, und seine Nikolausmännchen waren nicht mehr so mager.
Da riefen die Kinder:
Nikolausmännchen, was sagst du?“
wie der heilige Nikolaus selbst.
Text Mundart
Zinter Kluas
Bei os wuenet ene döchteje Bäcker.
Wat dä bocket, dat wuar jot.
Et hau och alles si rechtech Jeweit.
Blos die Kluasmännkes,
wat wuare dat vör onnüeseleje Denger.
Wie Kluas kuam,
stonge alle Schaufenstere voll.
Die Kluasmänn mosche opmaschere wie de Soldate.
Bei dà knipije Bäcker stong en jonze Kompanie.
Ävel wat wuare dat af jemajerde Uesele.
Denn dä Bäcker säät:
“Do konn man dran spare.”
Wä dat et öch merket, dat wuare de Pute.
Der läßte Ovend vör Kluas
trok so Köppelke dor et Dorp.
En de Schaufenstere stonge Kluasmänn ut Schokolad, ut Spekelaz, ut Marzipan un mött lang iäde Mütz.
Do kosch man tösche de Jades so schön druut schmöke.
Pap hau emmer jätt en der Tabaksbüll.
Wie se an der öschte Lade kuame,
fenge se an de rope:
“Kluasmännke, wat mäkste,
Nüet un Äppel donn ech en et Säckske,
en der Klomp, en de Komp,
Nüet un Äppel sollt er han,
un enne jruete Wäggemann.”
Donn kuam die Bäckerfrau un schmiet
en Hompfel Klömkes onger die Trabante.
Wenn se wier troke, reepe se:
“Kluasmännke, wat säste,
desse Bäcker es der bäste.”
Wie se nu be dà knipije Bäcker repe,
schmiet keene jätt erut.
Du repe se:
“Kluasmännke, wie jet et,
dä knauseje Bäcker, dä wet et,
Kluasmännke, wat es dech,
dã jizeje Bäcker, dä petscht dech.”
Do jing de Düer op un erut kuam ene, dä klatschet möt en wette Kapp op die Blareköpp. Hä rep möt en jrälije Stämm: “Schlach drop, dat et Füer sprött.” Die Blare meke sech dönn. Siäs Wiäke drop wuar et öschte Iis afjejonge. Dä jitzeje Bäcker sine Lade luach an een Biäk, un niäve sie Wuenes stong e Heljehüske möt der Zinter Kluas. Wenn de Lüü biäne jinge, donn woße se, dat da emmer hölpt, wenn Waternuet es. Nu wuar et Waater dua. Die Brök an die Biäk suach ke Mensch mije. De Kenger haue de meschte Freud. En Bütte un Wäschefaater, möt lang Stake en de Häng, fohre se von e Hus no et ongere. Be dä Bäcker an die Biäk wuar et ärsch. De Ställ un et Bockes schwomm en Waater. Hä mek sech ut Briär e Floß un lanet op, wat drop jing. Et Miäl hau hä op der Söller, unde Ferkes op et Klämerke. Sin Jeese, Ente un Henne wolle no en Nobberfrau brenge. Wie nu die Pute sin Nuet suache, do holpe se, als wenn nix passert wüer. Dat wuar e Spiel wie bei de Sündflut. Ävel et jing jot, weil se all möt aanpeke. Wie se nu et onger Juar wer rope jinge, do schmiet och dä bejierlike Bäcker Klömpkes onger die Kenger, un sin Kluasmännkes wuare net mie so majer. Du repe die Kenger:
“Hei dä Bäcker es der bäste, Kluasmännke wat säste.”
Un do hau kene mier Freud dran wie der helje Zinter Kluas.
Text hochdeutsch
Nikolaus
Bei uns wohnte ein tüchtiger Bäcker.
Was der buk, das war gut,
und er hatte auch alles sein richtiges Gewicht.
Nur die Nikolausmännchen –
was waren das für unansehnliche Dinger!
Als der Nikolaustag kam,
standen alle Schaufenster voll davon.
Die Nikolausmänner mussten aufmarschieren wie Soldaten.
Bei diesem geizigen Bäcker stand eine ganze Kompanie.
Aber was waren das für abgemagerte, unansehnliche Gesellen.
Denn der Bäcker sagte:
„Da kann man dran sparen.“
Wer das aber merkte, das waren die Kinder.
Am Abend vor dem Nikolaustag
zogen die Kindergruppen durchs Dorf.
In den Schaufenstern standen Nikolausmänner aus Schokolade,
aus Spekulatius, aus Marzipan und mit langen Pfeifen aus Ton.
Da konnte man zwischen den Gärten so schön draus schmauchen.
Vater hatte immer etwas in seinem Tabaksbeutel.
Als sie an dem ersten Laden vorbeikamen,
fingen sie an zu rufen:
„Nikolausmännchen, was machst du?
Nüsse und Äpfel tu ich in dein Säckchen,
in den Holzschuh, in die Schüssel,
Nüsse und Äpfel sollst du haben
und einen guten Wegmann dazu.“
Da kam die Bäckerfrau heraus
und warf eine Handvoll Bonbons unter die Kinder.
Wenn sie weiterzogen, riefen sie:
„Nikolausmännchen, was sagst du?
Dieser Bäcker ist der beste!“
Als sie nun bei dem geizigen Bäcker riefen,
warf niemand etwas heraus.
Da riefen sie:
„Nikolausmännchen, wie geht es dir?
Der knauserige Bäcker, der weiß es wohl!
Nikolausmännchen, was ist mit dir?
Der geizige Bäcker, der quetscht dich!“
Da ging die Tür auf, und heraus kam einer, der schlug den Kindern mit einer weißen Mütze auf die Köpfe. Er rief mit wütender Stimme:
“Schlag drauf, dass die Funken sprühen!“ Die Kinder machten sich schnell “dünn”. Sechs Wochen später war das erste Eis abgegangen. Das Haus des geizigen Bäckers lag an einem Bach, und neben seinem Wohnhaus stand ein kleines Heiligenhäuschen mit einer Figur des heiligen Nikolaus.
Wenn die Leute beten gingen, wussten sie, dass der Heilige immer hilft, wenn Hochwasser ist. Nun war das Wasser da.
Die Brücke über den Bach konnte niemand mehr sehen.
Die Kinder hatten den meisten Spaß. Mit Wannen und Waschzubern, und langen Staken in den Händen,
fuhren sie von einem Haus zum anderen. Beim Bäcker am Bach war es arg. Die Ställe und das Backhaus schwammen im Wasser. Er machte sich aus Brettern ein Floß
und lud darauf, was drauf ging. Das Mehl hatte er auf dem Dachboden und die Ferkel auf der kleinen Kammer.
Seine Gänse, Enten und Hühner wollte er zur Nachbarin bringen. Als nun die Kinder seine Not sahen,
halfen sie ihm, als wäre nichts geschehen.
Es war ein Spiel wie bei der Sintflut. Aber es ging alles gut, weil alle mit anpackten. Als sie nun im nächsten Jahr wieder durchs Dorf zogen, warf auch der ehemals geizige Bäcker Bonbons unter die Kinder, und seine Nikolausmännchen waren nicht mehr so mager.
Da riefen die Kinder:
„He, der Bäcker ist der beste!
Nikolausmännchen, was sagst du?“
Und keiner hatte mehr Freude daran
wie der heilige Nikolaus selbst.
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Nikolaus
Bei uns wohnte ein tüchtiger Bäcker.
Was der buk, das war gut,
und er hatte auch alles sein richtiges Gewicht.
Nur die Nikolausmännchen –
was waren das für unansehnliche Dinger!
Als der Nikolaustag kam,
standen alle Schaufenster voll davon.
Die Nikolausmänner mussten aufmarschieren wie Soldaten.
Bei diesem geizigen Bäcker stand eine ganze Kompanie.
Aber was waren das für abgemagerte, unansehnliche Gesellen.
Denn der Bäcker sagte:
„Da kann man dran sparen.“
Wer das aber merkte, das waren die Kinder.
Am Abend vor dem Nikolaustag
zogen die Kindergruppen durchs Dorf.
In den Schaufenstern standen Nikolausmänner aus Schokolade,
aus Spekulatius, aus Marzipan und mit langen Pfeifen aus Ton.
Da konnte man zwischen den Gärten so schön draus schmauchen.
Vater hatte immer etwas in seinem Tabaksbeutel.
Als sie an dem ersten Laden vorbeikamen,
fingen sie an zu rufen:
„Nikolausmännchen, was machst du?
Nüsse und Äpfel tu ich in dein Säckchen,
in den Holzschuh, in die Schüssel,
Nüsse und Äpfel sollst du haben
und einen guten Wegmann dazu.“
Da kam die Bäckerfrau heraus
und warf eine Handvoll Bonbons unter die Kinder.
Wenn sie weiterzogen, riefen sie:
„Nikolausmännchen, was sagst du?
Dieser Bäcker ist der beste!“
Als sie nun bei dem geizigen Bäcker riefen,
warf niemand etwas heraus.
Da riefen sie:
„Nikolausmännchen, wie geht es dir?
Der knauserige Bäcker, der weiß es wohl!
Nikolausmännchen, was ist mit dir?
Der geizige Bäcker, der quetscht dich!“
Da ging die Tür auf, und heraus kam einer, der schlug den Kindern mit einer weißen Mütze auf die Köpfe. Er rief mit wütender Stimme:
“Schlag drauf, dass die Funken sprühen!“ Die Kinder machten sich schnell “dünn”. Sechs Wochen später war das erste Eis abgegangen. Das Haus des geizigen Bäckers lag an einem Bach, und neben seinem Wohnhaus stand ein kleines Heiligenhäuschen mit einer Figur des heiligen Nikolaus.
Wenn die Leute beten gingen, wussten sie, dass der Heilige immer hilft, wenn Hochwasser ist. Nun war das Wasser da.
Die Brücke über den Bach konnte niemand mehr sehen.
Die Kinder hatten den meisten Spaß. Mit Wannen und Waschzubern, und langen Staken in den Händen,
fuhren sie von einem Haus zum anderen. Beim Bäcker am Bach war es arg. Die Ställe und das Backhaus schwammen im Wasser. Er machte sich aus Brettern ein Floß
und lud darauf, was drauf ging. Das Mehl hatte er auf dem Dachboden und die Ferkel auf der kleinen Kammer.
Seine Gänse, Enten und Hühner wollte er zur Nachbarin bringen. Als nun die Kinder seine Not sahen,
halfen sie ihm, als wäre nichts geschehen.
Es war ein Spiel wie bei der Sintflut. Aber es ging alles gut, weil alle mit anpackten. Als sie nun im nächsten Jahr wieder durchs Dorf zogen, warf auch der ehemals geizige Bäcker Bonbons unter die Kinder, und seine Nikolausmännchen waren nicht mehr so mager.
Da riefen die Kinder:
„He, der Bäcker ist der beste!
Nikolausmännchen, was sagst du?“
Und keiner hatte mehr Freude daran
wie der heilige Nikolaus selbst.
Zinter Kluas
Bei os wuenet ene döchteje Bäcker.
Wat dä bocket, dat wuar jot.
Et hau och alles si rechtech Jeweit.
Blos die Kluasmännkes,
wat wuare dat vör onnüeseleje Denger.
Wie Kluas kuam,
stonge alle Schaufenstere voll.
Die Kluasmänn mosche opmaschere wie de Soldate.
Bei dà knipije Bäcker stong en jonze Kompanie.
Ävel wat wuare dat af jemajerde Uesele.
Denn dä Bäcker säät:
“Do konn man dran spare.”
Wä dat et öch merket, dat wuare de Pute.
Der läßte Ovend vör Kluas
trok so Köppelke dor et Dorp.
En de Schaufenstere stonge Kluasmänn ut Schokolad, ut Spekelaz, ut Marzipan un mött lang iäde Mütz.
Do kosch man tösche de Jades so schön druut schmöke.
Pap hau emmer jätt en der Tabaksbüll.
Wie se an der öschte Lade kuame,
fenge se an de rope:
“Kluasmännke, wat mäkste,
Nüet un Äppel donn ech en et Säckske,
en der Klomp, en de Komp,
Nüet un Äppel sollt er han,
un enne jruete Wäggemann.”
Donn kuam die Bäckerfrau un schmiet
en Hompfel Klömkes onger die Trabante.
Wenn se wier troke, reepe se:
“Kluasmännke, wat säste,
desse Bäcker es der bäste.”
Wie se nu be dà knipije Bäcker repe,
schmiet keene jätt erut.
Du repe se:
“Kluasmännke, wie jet et,
dä knauseje Bäcker, dä wet et,
Kluasmännke, wat es dech,
dã jizeje Bäcker, dä petscht dech.”
Do jing de Düer op un erut kuam ene, dä klatschet möt en wette Kapp op die Blareköpp. Hä rep möt en jrälije Stämm: “Schlach drop, dat et Füer sprött.” Die Blare meke sech dönn. Siäs Wiäke drop wuar et öschte Iis afjejonge. Dä jitzeje Bäcker sine Lade luach an een Biäk, un niäve sie Wuenes stong e Heljehüske möt der Zinter Kluas. Wenn de Lüü biäne jinge, donn woße se, dat da emmer hölpt, wenn Waternuet es. Nu wuar et Waater dua. Die Brök an die Biäk suach ke Mensch mije. De Kenger haue de meschte Freud. En Bütte un Wäschefaater, möt lang Stake en de Häng, fohre se von e Hus no et ongere. Be dä Bäcker an die Biäk wuar et ärsch. De Ställ un et Bockes schwomm en Waater. Hä mek sech ut Briär e Floß un lanet op, wat drop jing. Et Miäl hau hä op der Söller, unde Ferkes op et Klämerke. Sin Jeese, Ente un Henne wolle no en Nobberfrau brenge. Wie nu die Pute sin Nuet suache, do holpe se, als wenn nix passert wüer. Dat wuar e Spiel wie bei de Sündflut. Ävel et jing jot, weil se all möt aanpeke. Wie se nu et onger Juar wer rope jinge, do schmiet och dä bejierlike Bäcker Klömpkes onger die Kenger, un sin Kluasmännkes wuare net mie so majer. Du repe die Kenger:
“Hei dä Bäcker es der bäste, Kluasmännke wat säste.”
Un do hau kene mier Freud dran wie der helje Zinter Kluas.
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Zinter Kluas - Nikolaus
Was der buk, das war gut,
und er hatte auch alles sein richtiges Gewicht.
Nur die Nikolausmännchen –
was waren das für unansehnliche Dinger!
Wat dä bocket, dat wuar jot.
Et hau och alles si rechtech Jeweit.
Blos die Kluasmännkes,
wat wuare dat vör onnüeseleje Denger.
standen alle Schaufenster voll davon.
Die Nikolausmänner mussten aufmarschieren wie Soldaten.
Bei diesem geizigen Bäcker stand eine ganze Kompanie.
Aber was waren das für abgemagerte, unansehnliche Gesellen.
Denn der Bäcker sagte:
„Da kann man dran sparen.“
Wer das aber merkte, das waren die Kinder.
stonge alle Schaufenstere voll.
Die Kluasmänn mosche opmaschere wie de Soldate.
Bei dà knipije Bäcker stong en jonze Kompanie.
Ävel wat wuare dat af jemajerde Uesele.
Denn dä Bäcker säät:
“Do konn man dran spare.”
Wä dat et öch merket, dat wuare de Pute.
zogen die Kindergruppen durchs Dorf.
In den Schaufenstern standen Nikolausmänner aus Schokolade,
aus Spekulatius, aus Marzipan und mit langen Pfeifen aus Ton.
Da konnte man zwischen den Gärten so schön draus schmauchen.
Vater hatte immer etwas in seinem Tabaksbeutel.
trok so Köppelke dor et Dorp.
En de Schaufenstere stonge Kluasmänn ut Schokolad, ut Spekelaz, ut Marzipan un mött lang iäde Mütz.
Do kosch man tösche de Jades so schön druut schmöke.
Pap hau emmer jätt en der Tabaksbüll.
fingen sie an zu rufen:
fenge se an de rope:
Nüsse und Äpfel tu ich in dein Säckchen,
in den Holzschuh, in die Schüssel,
Nüsse und Äpfel sollst du haben
und einen guten Wegmann dazu.“
Nüet un Äppel donn ech en et Säckske,
en der Klomp, en de Komp,
Nüet un Äppel sollt er han,
un enne jruete Wäggemann.”
und warf eine Handvoll Bonbons unter die Kinder.
en Hompfel Klömkes onger die Trabante.
Dieser Bäcker ist der beste!“
desse Bäcker es der bäste.”
warf niemand etwas heraus.
Da riefen sie:
schmiet keene jätt erut.
Du repe se:
Der knauserige Bäcker, der weiß es wohl!
Nikolausmännchen, was ist mit dir?
Der geizige Bäcker, der quetscht dich!“
dä knauseje Bäcker, dä wet et,
Kluasmännke, wat es dech,
dã jizeje Bäcker, dä petscht dech.”
“Schlag drauf, dass die Funken sprühen!“ Die Kinder machten sich schnell “dünn”. Sechs Wochen später war das erste Eis abgegangen. Das Haus des geizigen Bäckers lag an einem Bach, und neben seinem Wohnhaus stand ein kleines Heiligenhäuschen mit einer Figur des heiligen Nikolaus.
Wenn die Leute beten gingen, wussten sie, dass der Heilige immer hilft, wenn Hochwasser ist. Nun war das Wasser da.
Die Brücke über den Bach konnte niemand mehr sehen.
Die Kinder hatten den meisten Spaß. Mit Wannen und Waschzubern, und langen Staken in den Händen,
fuhren sie von einem Haus zum anderen. Beim Bäcker am Bach war es arg. Die Ställe und das Backhaus schwammen im Wasser. Er machte sich aus Brettern ein Floß
und lud darauf, was drauf ging. Das Mehl hatte er auf dem Dachboden und die Ferkel auf der kleinen Kammer.
Seine Gänse, Enten und Hühner wollte er zur Nachbarin bringen. Als nun die Kinder seine Not sahen,
halfen sie ihm, als wäre nichts geschehen.
Es war ein Spiel wie bei der Sintflut. Aber es ging alles gut, weil alle mit anpackten. Als sie nun im nächsten Jahr wieder durchs Dorf zogen, warf auch der ehemals geizige Bäcker Bonbons unter die Kinder, und seine Nikolausmännchen waren nicht mehr so mager.
Da riefen die Kinder:
“Hei dä Bäcker es der bäste, Kluasmännke wat säste.”
Nikolausmännchen, was sagst du?“
wie der heilige Nikolaus selbst.
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Hemotsproeck – Heimatsprache
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Wänkterblome – Winterblume
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Drenkt Zinter Kloas Schnopps? – Trinkt der Nikolaus Schnaps?
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Nikolaus
Zinter Kluas
Nikolaus
Bei uns wohnte ein tüchtiger Bäcker.
Was der buk, das war gut,
und er hatte auch alles sein richtiges Gewicht.
Nur die Nikolausmännchen –
was waren das für unansehnliche Dinger!
Als der Nikolaustag kam,
standen alle Schaufenster voll davon.
Die Nikolausmänner mussten aufmarschieren wie Soldaten.
Bei diesem geizigen Bäcker stand eine ganze Kompanie.
Aber was waren das für abgemagerte, unansehnliche Gesellen.
Denn der Bäcker sagte:
„Da kann man dran sparen.“
Wer das aber merkte, das waren die Kinder.
Am Abend vor dem Nikolaustag
zogen die Kindergruppen durchs Dorf.
In den Schaufenstern standen Nikolausmänner aus Schokolade,
aus Spekulatius, aus Marzipan und mit langen Pfeifen aus Ton.
Da konnte man zwischen den Gärten so schön draus schmauchen.
Vater hatte immer etwas in seinem Tabaksbeutel.
Als sie an dem ersten Laden vorbeikamen,
fingen sie an zu rufen:
„Nikolausmännchen, was machst du?
Nüsse und Äpfel tu ich in dein Säckchen,
in den Holzschuh, in die Schüssel,
Nüsse und Äpfel sollst du haben
und einen guten Wegmann dazu.“
Da kam die Bäckerfrau heraus
und warf eine Handvoll Bonbons unter die Kinder.
Wenn sie weiterzogen, riefen sie:
„Nikolausmännchen, was sagst du?
Dieser Bäcker ist der beste!“
Als sie nun bei dem geizigen Bäcker riefen,
warf niemand etwas heraus.
Da riefen sie:
„Nikolausmännchen, wie geht es dir?
Der knauserige Bäcker, der weiß es wohl!
Nikolausmännchen, was ist mit dir?
Der geizige Bäcker, der quetscht dich!“
Da ging die Tür auf, und heraus kam einer, der schlug den Kindern mit einer weißen Mütze auf die Köpfe. Er rief mit wütender Stimme:
“Schlag drauf, dass die Funken sprühen!“ Die Kinder machten sich schnell “dünn”. Sechs Wochen später war das erste Eis abgegangen. Das Haus des geizigen Bäckers lag an einem Bach, und neben seinem Wohnhaus stand ein kleines Heiligenhäuschen mit einer Figur des heiligen Nikolaus.
Wenn die Leute beten gingen, wussten sie, dass der Heilige immer hilft, wenn Hochwasser ist. Nun war das Wasser da.
Die Brücke über den Bach konnte niemand mehr sehen.
Die Kinder hatten den meisten Spaß. Mit Wannen und Waschzubern, und langen Staken in den Händen,
fuhren sie von einem Haus zum anderen. Beim Bäcker am Bach war es arg. Die Ställe und das Backhaus schwammen im Wasser. Er machte sich aus Brettern ein Floß
und lud darauf, was drauf ging. Das Mehl hatte er auf dem Dachboden und die Ferkel auf der kleinen Kammer.
Seine Gänse, Enten und Hühner wollte er zur Nachbarin bringen. Als nun die Kinder seine Not sahen,
halfen sie ihm, als wäre nichts geschehen.
Es war ein Spiel wie bei der Sintflut. Aber es ging alles gut, weil alle mit anpackten. Als sie nun im nächsten Jahr wieder durchs Dorf zogen, warf auch der ehemals geizige Bäcker Bonbons unter die Kinder, und seine Nikolausmännchen waren nicht mehr so mager.
Da riefen die Kinder:
„He, der Bäcker ist der beste!
Nikolausmännchen, was sagst du?“
Und keiner hatte mehr Freude daran
wie der heilige Nikolaus selbst.
Zinter Kluas
Bei os wuenet ene döchteje Bäcker.
Wat dä bocket, dat wuar jot.
Et hau och alles si rechtech Jeweit.
Blos die Kluasmännkes,
wat wuare dat vör onnüeseleje Denger.
Wie Kluas kuam,
stonge alle Schaufenstere voll.
Die Kluasmänn mosche opmaschere wie de Soldate.
Bei dà knipije Bäcker stong en jonze Kompanie.
Ävel wat wuare dat af jemajerde Uesele.
Denn dä Bäcker säät:
“Do konn man dran spare.”
Wä dat et öch merket, dat wuare de Pute.
Der läßte Ovend vör Kluas
trok so Köppelke dor et Dorp.
En de Schaufenstere stonge Kluasmänn ut Schokolad, ut Spekelaz, ut Marzipan un mött lang iäde Mütz.
Do kosch man tösche de Jades so schön druut schmöke.
Pap hau emmer jätt en der Tabaksbüll.
Wie se an der öschte Lade kuame,
fenge se an de rope:
“Kluasmännke, wat mäkste,
Nüet un Äppel donn ech en et Säckske,
en der Klomp, en de Komp,
Nüet un Äppel sollt er han,
un enne jruete Wäggemann.”
Donn kuam die Bäckerfrau un schmiet
en Hompfel Klömkes onger die Trabante.
Wenn se wier troke, reepe se:
“Kluasmännke, wat säste,
desse Bäcker es der bäste.”
Wie se nu be dà knipije Bäcker repe,
schmiet keene jätt erut.
Du repe se:
“Kluasmännke, wie jet et,
dä knauseje Bäcker, dä wet et,
Kluasmännke, wat es dech,
dã jizeje Bäcker, dä petscht dech.”
Do jing de Düer op un erut kuam ene, dä klatschet möt en wette Kapp op die Blareköpp. Hä rep möt en jrälije Stämm: “Schlach drop, dat et Füer sprött.” Die Blare meke sech dönn. Siäs Wiäke drop wuar et öschte Iis afjejonge. Dä jitzeje Bäcker sine Lade luach an een Biäk, un niäve sie Wuenes stong e Heljehüske möt der Zinter Kluas. Wenn de Lüü biäne jinge, donn woße se, dat da emmer hölpt, wenn Waternuet es. Nu wuar et Waater dua. Die Brök an die Biäk suach ke Mensch mije. De Kenger haue de meschte Freud. En Bütte un Wäschefaater, möt lang Stake en de Häng, fohre se von e Hus no et ongere. Be dä Bäcker an die Biäk wuar et ärsch. De Ställ un et Bockes schwomm en Waater. Hä mek sech ut Briär e Floß un lanet op, wat drop jing. Et Miäl hau hä op der Söller, unde Ferkes op et Klämerke. Sin Jeese, Ente un Henne wolle no en Nobberfrau brenge. Wie nu die Pute sin Nuet suache, do holpe se, als wenn nix passert wüer. Dat wuar e Spiel wie bei de Sündflut. Ävel et jing jot, weil se all möt aanpeke. Wie se nu et onger Juar wer rope jinge, do schmiet och dä bejierlike Bäcker Klömpkes onger die Kenger, un sin Kluasmännkes wuare net mie so majer. Du repe die Kenger:
“Hei dä Bäcker es der bäste, Kluasmännke wat säste.”
Un do hau kene mier Freud dran wie der helje Zinter Kluas.
Weitere Texte aus der Zone Schwalmtal-Platt:



Zinter Kluas - Nikolaus
Was der buk, das war gut,
und er hatte auch alles sein richtiges Gewicht.
Nur die Nikolausmännchen –
was waren das für unansehnliche Dinger!
Wat dä bocket, dat wuar jot.
Et hau och alles si rechtech Jeweit.
Blos die Kluasmännkes,
wat wuare dat vör onnüeseleje Denger.
standen alle Schaufenster voll davon.
Die Nikolausmänner mussten aufmarschieren wie Soldaten.
Bei diesem geizigen Bäcker stand eine ganze Kompanie.
Aber was waren das für abgemagerte, unansehnliche Gesellen.
Denn der Bäcker sagte:
„Da kann man dran sparen.“
Wer das aber merkte, das waren die Kinder.
stonge alle Schaufenstere voll.
Die Kluasmänn mosche opmaschere wie de Soldate.
Bei dà knipije Bäcker stong en jonze Kompanie.
Ävel wat wuare dat af jemajerde Uesele.
Denn dä Bäcker säät:
“Do konn man dran spare.”
Wä dat et öch merket, dat wuare de Pute.
zogen die Kindergruppen durchs Dorf.
In den Schaufenstern standen Nikolausmänner aus Schokolade,
aus Spekulatius, aus Marzipan und mit langen Pfeifen aus Ton.
Da konnte man zwischen den Gärten so schön draus schmauchen.
Vater hatte immer etwas in seinem Tabaksbeutel.
trok so Köppelke dor et Dorp.
En de Schaufenstere stonge Kluasmänn ut Schokolad, ut Spekelaz, ut Marzipan un mött lang iäde Mütz.
Do kosch man tösche de Jades so schön druut schmöke.
Pap hau emmer jätt en der Tabaksbüll.
fingen sie an zu rufen:
fenge se an de rope:
Nüsse und Äpfel tu ich in dein Säckchen,
in den Holzschuh, in die Schüssel,
Nüsse und Äpfel sollst du haben
und einen guten Wegmann dazu.“
Nüet un Äppel donn ech en et Säckske,
en der Klomp, en de Komp,
Nüet un Äppel sollt er han,
un enne jruete Wäggemann.”
und warf eine Handvoll Bonbons unter die Kinder.
en Hompfel Klömkes onger die Trabante.
Dieser Bäcker ist der beste!“
desse Bäcker es der bäste.”
warf niemand etwas heraus.
Da riefen sie:
schmiet keene jätt erut.
Du repe se:
Der knauserige Bäcker, der weiß es wohl!
Nikolausmännchen, was ist mit dir?
Der geizige Bäcker, der quetscht dich!“
dä knauseje Bäcker, dä wet et,
Kluasmännke, wat es dech,
dã jizeje Bäcker, dä petscht dech.”
“Schlag drauf, dass die Funken sprühen!“ Die Kinder machten sich schnell “dünn”. Sechs Wochen später war das erste Eis abgegangen. Das Haus des geizigen Bäckers lag an einem Bach, und neben seinem Wohnhaus stand ein kleines Heiligenhäuschen mit einer Figur des heiligen Nikolaus.
Wenn die Leute beten gingen, wussten sie, dass der Heilige immer hilft, wenn Hochwasser ist. Nun war das Wasser da.
Die Brücke über den Bach konnte niemand mehr sehen.
Die Kinder hatten den meisten Spaß. Mit Wannen und Waschzubern, und langen Staken in den Händen,
fuhren sie von einem Haus zum anderen. Beim Bäcker am Bach war es arg. Die Ställe und das Backhaus schwammen im Wasser. Er machte sich aus Brettern ein Floß
und lud darauf, was drauf ging. Das Mehl hatte er auf dem Dachboden und die Ferkel auf der kleinen Kammer.
Seine Gänse, Enten und Hühner wollte er zur Nachbarin bringen. Als nun die Kinder seine Not sahen,
halfen sie ihm, als wäre nichts geschehen.
Es war ein Spiel wie bei der Sintflut. Aber es ging alles gut, weil alle mit anpackten. Als sie nun im nächsten Jahr wieder durchs Dorf zogen, warf auch der ehemals geizige Bäcker Bonbons unter die Kinder, und seine Nikolausmännchen waren nicht mehr so mager.
Da riefen die Kinder:
“Hei dä Bäcker es der bäste, Kluasmännke wat säste.”
Nikolausmännchen, was sagst du?“
wie der heilige Nikolaus selbst.
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