Ostere oder ooch Poasche

Ostern oder auch Poasche

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Ostere oder ooch Poasche
Ostern oder auch Poasche
Ostere, oder ooch Poasche, wie os Jrosmodder ömmer sät, es vörr mech et schönste Fäß van et Joar, De janze Faste-tied durvde de Kenger kee enzig Klömpke eate, kee Stökske Schokelad. De Jruete durvde neet erut joan, en Papp durv sech kee Beer drenke. Dat woar döcks hatt, doa kann ech öch e Stökske van senge. Et wuet ooch noch rechtech je-faaßt öm Karvriedaag en Karsamsdaag. On ech meen, jeschaad hät et keene, doa soache se all noch joot be uut. Äver wenn öm Jröndonneschdaag de Jlocke noa Rom genge, Papp eate, da wuet jewööscht on jedonn. Die neckele Duase op der Kaas wuete poleert, derI Hoaf wuet jefecht un de Komod opjerümmt. Karsamsdaag et oavens woar alles jereet.
Ostern – oder auch Poasche, wie unsere Großmutter immer sagte – ist für mich das schönste Fest im ganzen Jahr. Während der ganzen Fastenzeit durften die Kinder keine Bonbons essen, kein Stück Schokolade. Die Großen durften nicht ausgehen, und Vater durfte kein Bier trinken. Das war oft hart – ich kann euch davon ein Stückchen singen. Es wurde richtig gefastet an Karfreitag und Karsamstag. Und ich glaube, geschadet hat es niemandem; sie sahen alle trotzdem gut aus. Aber wenn am Gründonnerstag die Glocken nach Rom gingen, Milchbrei gegessen, da wurde geputzt und getan. Die blanken Dosen auf dem Schrank wurden poliert, der Hof wurde gefegt und die Kommode aufgeräumt. Am Karsamstagabend war dann alles fertig.
Öm Ostere morgen kreech Papp sech de Kenger an de Hank on geng vörop noa Kerk. Mamm trock met et Jöngste derr-henger. Se hau de leere Hänsche an, doa kooschste wennistes die ruhe Häng van et Eiervärve net mie sien. Ech meen, Papp hau et sonndaags, on besongesch öm Ostere ömmer jet stootes en tevrienes an sech. Doa soachte hem net aan, dat he männisch en Sorch op et Hatt hau. Avel et schönste an Ostere woare die Osterlieder. Doa kooschste so hell sänge wie de woolst, et woar net ömmer rechtich, äver je-mennt. Die Karweak met die Kuelieder woar vorbee, en nu hauste goae Jronk vörr ens laut te brölle. Noa de Mäß jeng et noaheem. All de Lüh wönschde sich “Frohe Ostern”, de Vüejel songe, de Vresützeje van Nabbers Heck blöhde, Papp koosch sech werr met Schmaak e Beerke drenke, on de Kenger genge met Mamm heem, öm vörr der Meddaag te sorje.
Am Ostermorgen nahm Vater die Kinder an die Hand und ging vorneweg zur Kirche. Mutter folgte mit dem Jüngsten hinterher. Sie trug ihre ledernen Handschuhe – man konnte wenigstens die roten Hände vom Eierfärben nicht sehen.  Ich glaube, Vater hatte sonntags – und besonders an Ostern – immer etwas stolzes und zufriedenes an sich. Da sah man ihm nicht an, dass er manche Sorgen auf dem Herzen hatte. Aber das Schönste an Ostern waren die Osterlieder. Da konntest du so laut singen, wie du wolltest – es war nicht immer ganz richtig, aber von Herzen gemeint. Die Karwoche mit ihren traurigen Liedern war vorbei, und nun hattest du guten Grund, einmal laut zu brüllen. Nach der Messe ging es heimwärts. Alle Leute wünschten sich „Frohe Ostern“, die Vögel sangen, die Forsythien in Nachbars Hecke blühten, Vater durfte sich wieder mit Geschmack ein Bierchen gönnen, und die Kinder gingen mit der Mutter heim, um für das Mittagsessen zu sorgen.
Ech weet et neet jenau, äver ech meen, öm Ostere-morje hätt ömmer die Sonn jeschiene, oder of mech dat bloß esue vürkömmt?
Ich weiß es nicht genau, aber ich glaube, an Ostermorgen hat immer die Sonne geschienen – oder kommt mir das nur so vor?

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Ostere oder ooch Poasche

Ostere, oder ooch Poasche, wie os Jrosmodder ömmer sät, es vörr mech et schönste Fäß van et Joar, De janze Faste-tied durvde de Kenger kee enzig Klömpke eate, kee Stökske Schokelad. De Jruete durvde neet erut joan, en Papp durv sech kee Beer drenke. Dat woar döcks hatt, doa kann ech öch e Stökske van senge. Et wuet ooch noch rechtech je-faaßt öm Karvriedaag en Karsamsdaag. On ech meen, jeschaad hät et keene, doa soache se all noch joot be uut. Äver wenn öm Jröndonneschdaag de Jlocke noa Rom genge, Papp eate, da wuet jewööscht on jedonn. Die neckele Duase op der Kaas wuete poleert, derI Hoaf wuet jefecht un de Komod opjerümmt. Karsamsdaag et oavens woar alles jereet.

Öm Ostere morgen kreech Papp sech de Kenger an de Hank on geng vörop noa Kerk. Mamm trock met et Jöngste derr-henger. Se hau de leere Hänsche an, doa kooschste wennistes die ruhe Häng van et Eiervärve net mie sien. Ech meen, Papp hau et sonndaags, on besongesch öm Ostere ömmer jet stootes en tevrienes an sech. Doa soachte hem net aan, dat he männisch en Sorch op et Hatt hau. Avel et schönste an Ostere woare die Osterlieder. Doa kooschste so hell sänge wie de woolst, et woar net ömmer rechtich, äver je-mennt. Die Karweak met die Kuelieder woar vorbee, en nu hauste goae Jronk vörr ens laut te brölle. Noa de Mäß jeng et noaheem. All de Lüh wönschde sich “Frohe Ostern”, de Vüejel songe, de Vresützeje van Nabbers Heck blöhde, Papp koosch sech werr met Schmaak e Beerke drenke, on de Kenger genge met Mamm heem, öm vörr der Meddaag te sorje.

Ech weet et neet jenau, äver ech meen, öm Ostere-morje hätt ömmer die Sonn jeschiene, oder of mech dat bloß esue vürkömmt?

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Ostern oder auch Poasche

Ostern – oder auch Poasche, wie unsere Großmutter immer sagte – ist für mich das schönste Fest im ganzen Jahr. Während der ganzen Fastenzeit durften die Kinder keine Bonbons essen, kein Stück Schokolade. Die Großen durften nicht ausgehen, und Vater durfte kein Bier trinken. Das war oft hart – ich kann euch davon ein Stückchen singen. Es wurde richtig gefastet an Karfreitag und Karsamstag. Und ich glaube, geschadet hat es niemandem; sie sahen alle trotzdem gut aus. Aber wenn am Gründonnerstag die Glocken nach Rom gingen, Milchbrei gegessen, da wurde geputzt und getan. Die blanken Dosen auf dem Schrank wurden poliert, der Hof wurde gefegt und die Kommode aufgeräumt. Am Karsamstagabend war dann alles fertig.

Am Ostermorgen nahm Vater die Kinder an die Hand und ging vorneweg zur Kirche. Mutter folgte mit dem Jüngsten hinterher. Sie trug ihre ledernen Handschuhe – man konnte wenigstens die roten Hände vom Eierfärben nicht sehen.  Ich glaube, Vater hatte sonntags – und besonders an Ostern – immer etwas stolzes und zufriedenes an sich. Da sah man ihm nicht an, dass er manche Sorgen auf dem Herzen hatte. Aber das Schönste an Ostern waren die Osterlieder. Da konntest du so laut singen, wie du wolltest – es war nicht immer ganz richtig, aber von Herzen gemeint. Die Karwoche mit ihren traurigen Liedern war vorbei, und nun hattest du guten Grund, einmal laut zu brüllen. Nach der Messe ging es heimwärts. Alle Leute wünschten sich „Frohe Ostern“, die Vögel sangen, die Forsythien in Nachbars Hecke blühten, Vater durfte sich wieder mit Geschmack ein Bierchen gönnen, und die Kinder gingen mit der Mutter heim, um für das Mittagsessen zu sorgen.

Ich weiß es nicht genau, aber ich glaube, an Ostermorgen hat immer die Sonne geschienen – oder kommt mir das nur so vor?

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Über den Autor

Maria Gerards

aus Wildenrath

Sie ist ein Kind der engeren Region, die Mundart ihr Hobby: Maria Gerards, die seit 1980 in Wildenrath lebt. 1947 in Dalheim-Rödgen als Maria Windeck geboren, zog sie nach der Hochzeit mit ihrem Mann und der gemeinsamen Tochter in dessen Heimatstadt Wassenberg. Die gelernte Buchhalterin konnte sich mit den Ausprägungen des Plattdeutschen ihrer Wohn- und Lebensorte beschäftigen. Das zu ihrer Kinder- und Jugendzeit verpönte Platt lernte sie über ihre Großmutter schätzen und später schreiben.

Ihre Themen findet sie in der genauen Beobachtung des alltäglichen Lebens – heute und auch in der Vergangenheit.

Die Ergebnisse trägt sie auf den jährlich wiederkehrenden Wassenberger Plattdütsch-Oavenden in der Burg vor.

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Dieser Beitrag stammt aus Wildenrath.
aus der Sprachregion Wassenberger-Riedelland-Platt in der Rubrik Feste, Oos Platt Frühling 1982

Ostern oder auch Poasche

Ostern – oder auch Poasche, wie unsere Großmutter immer sagte – ist für mich das schönste Fest im ganzen Jahr. Während der ganzen Fastenzeit durften die Kinder keine Bonbons essen, kein Stück Schokolade. Die Großen durften nicht ausgehen, und Vater durfte kein Bier trinken. Das war oft hart – ich kann euch davon ein Stückchen singen. Es wurde richtig gefastet an Karfreitag und Karsamstag. Und ich glaube, geschadet hat es niemandem; sie sahen alle trotzdem gut aus. Aber wenn am Gründonnerstag die Glocken nach Rom gingen, Milchbrei gegessen, da wurde geputzt und getan. Die blanken Dosen auf dem Schrank wurden poliert, der Hof wurde gefegt und die Kommode aufgeräumt. Am Karsamstagabend war dann alles fertig.

Am Ostermorgen nahm Vater die Kinder an die Hand und ging vorneweg zur Kirche. Mutter folgte mit dem Jüngsten hinterher. Sie trug ihre ledernen Handschuhe – man konnte wenigstens die roten Hände vom Eierfärben nicht sehen.  Ich glaube, Vater hatte sonntags – und besonders an Ostern – immer etwas stolzes und zufriedenes an sich. Da sah man ihm nicht an, dass er manche Sorgen auf dem Herzen hatte. Aber das Schönste an Ostern waren die Osterlieder. Da konntest du so laut singen, wie du wolltest – es war nicht immer ganz richtig, aber von Herzen gemeint. Die Karwoche mit ihren traurigen Liedern war vorbei, und nun hattest du guten Grund, einmal laut zu brüllen. Nach der Messe ging es heimwärts. Alle Leute wünschten sich „Frohe Ostern“, die Vögel sangen, die Forsythien in Nachbars Hecke blühten, Vater durfte sich wieder mit Geschmack ein Bierchen gönnen, und die Kinder gingen mit der Mutter heim, um für das Mittagsessen zu sorgen.

Ich weiß es nicht genau, aber ich glaube, an Ostermorgen hat immer die Sonne geschienen – oder kommt mir das nur so vor?

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Ostere, oder ooch Poasche, wie os Jrosmodder ömmer sät, es vörr mech et schönste Fäß van et Joar, De janze Faste-tied durvde de Kenger kee enzig Klömpke eate, kee Stökske Schokelad. De Jruete durvde neet erut joan, en Papp durv sech kee Beer drenke. Dat woar döcks hatt, doa kann ech öch e Stökske van senge. Et wuet ooch noch rechtech je-faaßt öm Karvriedaag en Karsamsdaag. On ech meen, jeschaad hät et keene, doa soache se all noch joot be uut. Äver wenn öm Jröndonneschdaag de Jlocke noa Rom genge, Papp eate, da wuet jewööscht on jedonn. Die neckele Duase op der Kaas wuete poleert, derI Hoaf wuet jefecht un de Komod opjerümmt. Karsamsdaag et oavens woar alles jereet.

Öm Ostere morgen kreech Papp sech de Kenger an de Hank on geng vörop noa Kerk. Mamm trock met et Jöngste derr-henger. Se hau de leere Hänsche an, doa kooschste wennistes die ruhe Häng van et Eiervärve net mie sien. Ech meen, Papp hau et sonndaags, on besongesch öm Ostere ömmer jet stootes en tevrienes an sech. Doa soachte hem net aan, dat he männisch en Sorch op et Hatt hau. Avel et schönste an Ostere woare die Osterlieder. Doa kooschste so hell sänge wie de woolst, et woar net ömmer rechtich, äver je-mennt. Die Karweak met die Kuelieder woar vorbee, en nu hauste goae Jronk vörr ens laut te brölle. Noa de Mäß jeng et noaheem. All de Lüh wönschde sich “Frohe Ostern”, de Vüejel songe, de Vresützeje van Nabbers Heck blöhde, Papp koosch sech werr met Schmaak e Beerke drenke, on de Kenger genge met Mamm heem, öm vörr der Meddaag te sorje.

Ech weet et neet jenau, äver ech meen, öm Ostere-morje hätt ömmer die Sonn jeschiene, oder of mech dat bloß esue vürkömmt?






Ostere oder ooch Poasche - Ostern oder auch Poasche

aus der Sprachregion Wassenberger-Riedelland-Platt in der Rubrik Feste, Oos Platt Frühling 1982
Ostern oder auch Poasche
Ostere oder ooch Poasche
Ostern – oder auch Poasche, wie unsere Großmutter immer sagte – ist für mich das schönste Fest im ganzen Jahr. Während der ganzen Fastenzeit durften die Kinder keine Bonbons essen, kein Stück Schokolade. Die Großen durften nicht ausgehen, und Vater durfte kein Bier trinken. Das war oft hart – ich kann euch davon ein Stückchen singen. Es wurde richtig gefastet an Karfreitag und Karsamstag. Und ich glaube, geschadet hat es niemandem; sie sahen alle trotzdem gut aus. Aber wenn am Gründonnerstag die Glocken nach Rom gingen, Milchbrei gegessen, da wurde geputzt und getan. Die blanken Dosen auf dem Schrank wurden poliert, der Hof wurde gefegt und die Kommode aufgeräumt. Am Karsamstagabend war dann alles fertig.
Ostere, oder ooch Poasche, wie os Jrosmodder ömmer sät, es vörr mech et schönste Fäß van et Joar, De janze Faste-tied durvde de Kenger kee enzig Klömpke eate, kee Stökske Schokelad. De Jruete durvde neet erut joan, en Papp durv sech kee Beer drenke. Dat woar döcks hatt, doa kann ech öch e Stökske van senge. Et wuet ooch noch rechtech je-faaßt öm Karvriedaag en Karsamsdaag. On ech meen, jeschaad hät et keene, doa soache se all noch joot be uut. Äver wenn öm Jröndonneschdaag de Jlocke noa Rom genge, Papp eate, da wuet jewööscht on jedonn. Die neckele Duase op der Kaas wuete poleert, derI Hoaf wuet jefecht un de Komod opjerümmt. Karsamsdaag et oavens woar alles jereet.
Am Ostermorgen nahm Vater die Kinder an die Hand und ging vorneweg zur Kirche. Mutter folgte mit dem Jüngsten hinterher. Sie trug ihre ledernen Handschuhe – man konnte wenigstens die roten Hände vom Eierfärben nicht sehen.  Ich glaube, Vater hatte sonntags – und besonders an Ostern – immer etwas stolzes und zufriedenes an sich. Da sah man ihm nicht an, dass er manche Sorgen auf dem Herzen hatte. Aber das Schönste an Ostern waren die Osterlieder. Da konntest du so laut singen, wie du wolltest – es war nicht immer ganz richtig, aber von Herzen gemeint. Die Karwoche mit ihren traurigen Liedern war vorbei, und nun hattest du guten Grund, einmal laut zu brüllen. Nach der Messe ging es heimwärts. Alle Leute wünschten sich „Frohe Ostern“, die Vögel sangen, die Forsythien in Nachbars Hecke blühten, Vater durfte sich wieder mit Geschmack ein Bierchen gönnen, und die Kinder gingen mit der Mutter heim, um für das Mittagsessen zu sorgen.
Öm Ostere morgen kreech Papp sech de Kenger an de Hank on geng vörop noa Kerk. Mamm trock met et Jöngste derr-henger. Se hau de leere Hänsche an, doa kooschste wennistes die ruhe Häng van et Eiervärve net mie sien. Ech meen, Papp hau et sonndaags, on besongesch öm Ostere ömmer jet stootes en tevrienes an sech. Doa soachte hem net aan, dat he männisch en Sorch op et Hatt hau. Avel et schönste an Ostere woare die Osterlieder. Doa kooschste so hell sänge wie de woolst, et woar net ömmer rechtich, äver je-mennt. Die Karweak met die Kuelieder woar vorbee, en nu hauste goae Jronk vörr ens laut te brölle. Noa de Mäß jeng et noaheem. All de Lüh wönschde sich “Frohe Ostern”, de Vüejel songe, de Vresützeje van Nabbers Heck blöhde, Papp koosch sech werr met Schmaak e Beerke drenke, on de Kenger genge met Mamm heem, öm vörr der Meddaag te sorje.
Ich weiß es nicht genau, aber ich glaube, an Ostermorgen hat immer die Sonne geschienen – oder kommt mir das nur so vor?
Ech weet et neet jenau, äver ech meen, öm Ostere-morje hätt ömmer die Sonn jeschiene, oder of mech dat bloß esue vürkömmt?




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Wörter: 333
geändert: 19.03.2026
Audio MundartAudio HochdeutchAutor NameAutor FotoAutor Beschr.

Ostere oder ooch Poasche – Ostern oder auch Poasche

Ostere oder ooch Poasche – Ostern oder auch Poasche

Ostere oder ooch Poasche Ostere, oder ooch Poasche, wie os Jrosmodder ömmer sät, es vörr mech et schönste Fäß van…
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Feste,Oos Platt Frühling 1982
text
Wörter: 104
geändert: 19.03.2026
Audio MundartAudio HochdeutchAutor NameAutor FotoAutor Beschr.

Barbara-Tak – Barbarazweig

Barbara-Tak – Barbarazweig

Barbara-Tak (4. Dezember = Barbaratag) Kieschetäk hüüt ding ech, drüch vom kaale Aas, en de wärme Stuev be mech, en…
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Interpret: {acf_name_des_interpreten_vortragender}
Feste,Oos Platt Winter 1981/1982
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Wörter: 203
geändert: 19.03.2026
Audio MundartAudio HochdeutchAutor NameAutor FotoAutor Beschr.

Adveniat – Adveniat

Adveniat – Adveniat

Adveniat In d Welt do'e iss gru'ete Nu'et, Vöel Lüj höbbe noch geen drü'eg Bru'et! Een Handj voll Ries dr…
von {acf_name}
Interpret: {acf_name_des_interpreten_vortragender}
Feste,Oos Platt Winter 1981/1982
text
Wörter: 440
geändert: 19.03.2026
Audio MundartAudio HochdeutchAutor NameAutor FotoAutor Beschr.

Wenktermorje – Wintermorgen

Wenktermorje – Wintermorgen

Wenktermorje Et es wenkter in et lank tösche Rur un Schwalm. Deck leg dr schniee op de velder, de strohte…
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Interpret: {acf_name_des_interpreten_vortragender}
Heimat,Natur,Oos Platt Winter 1981/1982

Ostere oder ooch Poasche – Ostern oder auch Poasche

Ein Mundart Beitrags aus: Wassenberger-Riedelland-Platt

Ostern oder auch Poasche

Ostere oder ooch Poasche

verfasst von: {acf_name}
vorgetragen von: {acf_name_des_interpreten_vortragender}
aus der Sprachregion Wassenberger-Riedelland-Platt in der Rubrik Feste, Oos Platt Frühling 1982

Ostern oder auch Poasche

Ostern – oder auch Poasche, wie unsere Großmutter immer sagte – ist für mich das schönste Fest im ganzen Jahr. Während der ganzen Fastenzeit durften die Kinder keine Bonbons essen, kein Stück Schokolade. Die Großen durften nicht ausgehen, und Vater durfte kein Bier trinken. Das war oft hart – ich kann euch davon ein Stückchen singen. Es wurde richtig gefastet an Karfreitag und Karsamstag. Und ich glaube, geschadet hat es niemandem; sie sahen alle trotzdem gut aus. Aber wenn am Gründonnerstag die Glocken nach Rom gingen, Milchbrei gegessen, da wurde geputzt und getan. Die blanken Dosen auf dem Schrank wurden poliert, der Hof wurde gefegt und die Kommode aufgeräumt. Am Karsamstagabend war dann alles fertig.

Am Ostermorgen nahm Vater die Kinder an die Hand und ging vorneweg zur Kirche. Mutter folgte mit dem Jüngsten hinterher. Sie trug ihre ledernen Handschuhe – man konnte wenigstens die roten Hände vom Eierfärben nicht sehen.  Ich glaube, Vater hatte sonntags – und besonders an Ostern – immer etwas stolzes und zufriedenes an sich. Da sah man ihm nicht an, dass er manche Sorgen auf dem Herzen hatte. Aber das Schönste an Ostern waren die Osterlieder. Da konntest du so laut singen, wie du wolltest – es war nicht immer ganz richtig, aber von Herzen gemeint. Die Karwoche mit ihren traurigen Liedern war vorbei, und nun hattest du guten Grund, einmal laut zu brüllen. Nach der Messe ging es heimwärts. Alle Leute wünschten sich „Frohe Ostern“, die Vögel sangen, die Forsythien in Nachbars Hecke blühten, Vater durfte sich wieder mit Geschmack ein Bierchen gönnen, und die Kinder gingen mit der Mutter heim, um für das Mittagsessen zu sorgen.

Ich weiß es nicht genau, aber ich glaube, an Ostermorgen hat immer die Sonne geschienen – oder kommt mir das nur so vor?

Ostere oder ooch Poasche

Ostere, oder ooch Poasche, wie os Jrosmodder ömmer sät, es vörr mech et schönste Fäß van et Joar, De janze Faste-tied durvde de Kenger kee enzig Klömpke eate, kee Stökske Schokelad. De Jruete durvde neet erut joan, en Papp durv sech kee Beer drenke. Dat woar döcks hatt, doa kann ech öch e Stökske van senge. Et wuet ooch noch rechtech je-faaßt öm Karvriedaag en Karsamsdaag. On ech meen, jeschaad hät et keene, doa soache se all noch joot be uut. Äver wenn öm Jröndonneschdaag de Jlocke noa Rom genge, Papp eate, da wuet jewööscht on jedonn. Die neckele Duase op der Kaas wuete poleert, derI Hoaf wuet jefecht un de Komod opjerümmt. Karsamsdaag et oavens woar alles jereet.

Öm Ostere morgen kreech Papp sech de Kenger an de Hank on geng vörop noa Kerk. Mamm trock met et Jöngste derr-henger. Se hau de leere Hänsche an, doa kooschste wennistes die ruhe Häng van et Eiervärve net mie sien. Ech meen, Papp hau et sonndaags, on besongesch öm Ostere ömmer jet stootes en tevrienes an sech. Doa soachte hem net aan, dat he männisch en Sorch op et Hatt hau. Avel et schönste an Ostere woare die Osterlieder. Doa kooschste so hell sänge wie de woolst, et woar net ömmer rechtich, äver je-mennt. Die Karweak met die Kuelieder woar vorbee, en nu hauste goae Jronk vörr ens laut te brölle. Noa de Mäß jeng et noaheem. All de Lüh wönschde sich “Frohe Ostern”, de Vüejel songe, de Vresützeje van Nabbers Heck blöhde, Papp koosch sech werr met Schmaak e Beerke drenke, on de Kenger genge met Mamm heem, öm vörr der Meddaag te sorje.

Ech weet et neet jenau, äver ech meen, öm Ostere-morje hätt ömmer die Sonn jeschiene, oder of mech dat bloß esue vürkömmt?






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Ostern oder auch Poasche
Ostere oder ooch Poasche
Ostern – oder auch Poasche, wie unsere Großmutter immer sagte – ist für mich das schönste Fest im ganzen Jahr. Während der ganzen Fastenzeit durften die Kinder keine Bonbons essen, kein Stück Schokolade. Die Großen durften nicht ausgehen, und Vater durfte kein Bier trinken. Das war oft hart – ich kann euch davon ein Stückchen singen. Es wurde richtig gefastet an Karfreitag und Karsamstag. Und ich glaube, geschadet hat es niemandem; sie sahen alle trotzdem gut aus. Aber wenn am Gründonnerstag die Glocken nach Rom gingen, Milchbrei gegessen, da wurde geputzt und getan. Die blanken Dosen auf dem Schrank wurden poliert, der Hof wurde gefegt und die Kommode aufgeräumt. Am Karsamstagabend war dann alles fertig.
Ostere, oder ooch Poasche, wie os Jrosmodder ömmer sät, es vörr mech et schönste Fäß van et Joar, De janze Faste-tied durvde de Kenger kee enzig Klömpke eate, kee Stökske Schokelad. De Jruete durvde neet erut joan, en Papp durv sech kee Beer drenke. Dat woar döcks hatt, doa kann ech öch e Stökske van senge. Et wuet ooch noch rechtech je-faaßt öm Karvriedaag en Karsamsdaag. On ech meen, jeschaad hät et keene, doa soache se all noch joot be uut. Äver wenn öm Jröndonneschdaag de Jlocke noa Rom genge, Papp eate, da wuet jewööscht on jedonn. Die neckele Duase op der Kaas wuete poleert, derI Hoaf wuet jefecht un de Komod opjerümmt. Karsamsdaag et oavens woar alles jereet.
Am Ostermorgen nahm Vater die Kinder an die Hand und ging vorneweg zur Kirche. Mutter folgte mit dem Jüngsten hinterher. Sie trug ihre ledernen Handschuhe – man konnte wenigstens die roten Hände vom Eierfärben nicht sehen.  Ich glaube, Vater hatte sonntags – und besonders an Ostern – immer etwas stolzes und zufriedenes an sich. Da sah man ihm nicht an, dass er manche Sorgen auf dem Herzen hatte. Aber das Schönste an Ostern waren die Osterlieder. Da konntest du so laut singen, wie du wolltest – es war nicht immer ganz richtig, aber von Herzen gemeint. Die Karwoche mit ihren traurigen Liedern war vorbei, und nun hattest du guten Grund, einmal laut zu brüllen. Nach der Messe ging es heimwärts. Alle Leute wünschten sich „Frohe Ostern“, die Vögel sangen, die Forsythien in Nachbars Hecke blühten, Vater durfte sich wieder mit Geschmack ein Bierchen gönnen, und die Kinder gingen mit der Mutter heim, um für das Mittagsessen zu sorgen.
Öm Ostere morgen kreech Papp sech de Kenger an de Hank on geng vörop noa Kerk. Mamm trock met et Jöngste derr-henger. Se hau de leere Hänsche an, doa kooschste wennistes die ruhe Häng van et Eiervärve net mie sien. Ech meen, Papp hau et sonndaags, on besongesch öm Ostere ömmer jet stootes en tevrienes an sech. Doa soachte hem net aan, dat he männisch en Sorch op et Hatt hau. Avel et schönste an Ostere woare die Osterlieder. Doa kooschste so hell sänge wie de woolst, et woar net ömmer rechtich, äver je-mennt. Die Karweak met die Kuelieder woar vorbee, en nu hauste goae Jronk vörr ens laut te brölle. Noa de Mäß jeng et noaheem. All de Lüh wönschde sich “Frohe Ostern”, de Vüejel songe, de Vresützeje van Nabbers Heck blöhde, Papp koosch sech werr met Schmaak e Beerke drenke, on de Kenger genge met Mamm heem, öm vörr der Meddaag te sorje.
Ich weiß es nicht genau, aber ich glaube, an Ostermorgen hat immer die Sonne geschienen – oder kommt mir das nur so vor?
Ech weet et neet jenau, äver ech meen, öm Ostere-morje hätt ömmer die Sonn jeschiene, oder of mech dat bloß esue vürkömmt?




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