Der Ruesekranz

Der Rosenkranz

Text Mundart

Text hochdeutsch

Der Ruesekranz on et Jebet, dat wour be os Eldere e höet Dehl. Be denne heschet et noch: “Bete und arbeite.”
Der Ruesekranz, dä jing ömmer met, hä rejset van de Wiärdes-Box non der Sondes-Anzog. Wie döks huet man,
Der Rosenkranz war ein Gebet, das bei unseren Eltern das Hauptteil. Bei ihnen hieß es noch: „Bete und arbeite.“
Der Rosenkranz, ging immer mit – er reiste von der Werktagskleidung in den Sonntagsanzug mit. Wie oft hörte man:
“jank mech uofe en de Box der Ruesekranz huole.” Jing man de Foet non Erkelenz oder met de Ihserbahn non Mönkejläbeck heschet et: “Hat er der Ruesekranz be öch? Wenn öch ens jet passert! Dat se wiehte, met wem se dedon hant!”
En die Tiet fuhre bloß Piäd on Köh met Kaare dur de Jejend oder Piäd on zweispennech en Waarels oder de Ihserbahn. Wie nüedech es et hüet, der Ruesekranz be sech dehan, hüet wo suvöll op de Stroete sterve: Dat se wiehte, met wem se dedon hant! –
„Geh mir oben in der Hose den Rosenkranz holen.“
Ging man zu Fuß nach Erkelenz oder mit der Eisenbahn nach Mönchengladbach, hieß es:
„Habt ihr den Rosenkranz bei euch? Wenn euch etwas passiert! Damit man weiß, mit wem man es zu tun hat!“
Damals fuhren nur Pferde und Kühe mit Karren durch die Gegend oder Pferde mit zweispännigen Wagen, oder man nahm die Eisenbahn.
Wie notwendig ist es heute, den Rosenkranz bei sich zu tragen – heute, wo so viele auf den Straßen sterben! Damit man weiß, mit wem man es zu tun hat!
En der Wenkter wuet et oefens der Ruesekranz jebet, wenn en der Stall jedon wuer, för et Ihte.
De Stenoelechslamp uet, all op de Kneeh, on et wuet der Ruesekranz jebet,
et Oefesdürke en hankbre op, et Stuefeihser dofür jehange, dat jet Leech schien. Die Kleene mosche vüerbiähne. Wenn se en de Schöll kuome, moosche se der Ruesekranz könne.
Im Winter wurde abends der Rosenkranz gebetet, wenn man aus dem Stall kam, vor dem Abendessen.
Die Petroleumlampe aus, alle gingen auf die Knie, und der Rosenkranz wurde gebetet.
Die Ofentür eine handbreit offen, das Stubeneisen davor gehängt, damit ein wenig Licht schien.
Die Kleinen mussten vorbeten. Wenn sie in die Schule kamen, mussten sie den Rosenkranz können.
Et morjes, meddaars on et oefens wuet vüer on noh et Ihte jebet. Et Wehwäter-Pöttsche hong an ene Still en de Küeke an de Trapp, be en on uetjon wuot sech Wehwater krieje.
Morgens, mittags und abends wurde vor und nach dem Essen gebetet.
Das Weihwassergefäß hing an einem Pfosten in der Küche bei der Treppe; beim Hinein- und Hinausgehen machte man das Kreuzzeichen mit Weihwasser.
Wenn ose Pap en et Feld wuor on et Halfmess bompet oder der Engeldeshiähr lühet, hehl hä met de Plooch stell, de Kapp af, met et Jesech op de Kerk ahn, et wuet e Vateronser on e Jejrüßet seis du Maria jebet.
Wenn unser Vater auf dem Feld war und Mittag oder zum „Engel des Herrn“ (Engel des Herrn-Gebet) läutete, hielt er mit dem Pflug still, nahm die Mütze ab, wandte das Gesicht zur Kirche und betete ein Vaterunser und ein Gegrüßet seist du, Maria.
Wuet an der Döesch e nöh Bruet oder Weck anjeschniehe, wuet et öschte met et Metz en Krüz dropjemeckt.
Wurde am Tisch ein neues Brot oder ein Wecken angeschnitten, machte man zuerst mit dem Messer ein Kreuz darauf.
Wie döks huet man van de Eldere:
“Met-Jott”, “En Joddes-Nam” on “Su-Jott-Well”.
Wie oft hörte man von den Älteren:
„Mit Gott“, „Im Namen Gottes“ und „So Gott will.“
Wuor ut et Dörp oder ene Bekangde jestorve, sähte se:
“Jott tröß sin Siehl – on os, wenn ver dokomme!”
War jemand aus dem Dorf oder ein Bekannter gestorben, sagten sie:
„Gott tröste seine Seele – und auch uns, wenn wir einmal dorthin kommen!“

Text Mundart

Der Ruesekranz on et Jebet, dat wour be os Eldere e höet Dehl. Be denne heschet et noch: “Bete und arbeite.”
Der Ruesekranz, dä jing ömmer met, hä rejset van de Wiärdes-Box non der Sondes-Anzog. Wie döks huet man,

“jank mech uofe en de Box der Ruesekranz huole.” Jing man de Foet non Erkelenz oder met de Ihserbahn non Mönkejläbeck heschet et: “Hat er der Ruesekranz be öch? Wenn öch ens jet passert! Dat se wiehte, met wem se dedon hant!”
En die Tiet fuhre bloß Piäd on Köh met Kaare dur de Jejend oder Piäd on zweispennech en Waarels oder de Ihserbahn. Wie nüedech es et hüet, der Ruesekranz be sech dehan, hüet wo suvöll op de Stroete sterve: Dat se wiehte, met wem se dedon hant! –

En der Wenkter wuet et oefens der Ruesekranz jebet, wenn en der Stall jedon wuer, för et Ihte.
De Stenoelechslamp uet, all op de Kneeh, on et wuet der Ruesekranz jebet,
et Oefesdürke en hankbre op, et Stuefeihser dofür jehange, dat jet Leech schien. Die Kleene mosche vüerbiähne. Wenn se en de Schöll kuome, moosche se der Ruesekranz könne.

Et morjes, meddaars on et oefens wuet vüer on noh et Ihte jebet. Et Wehwäter-Pöttsche hong an ene Still en de Küeke an de Trapp, be en on uetjon wuot sech Wehwater krieje.

Wenn ose Pap en et Feld wuor on et Halfmess bompet oder der Engeldeshiähr lühet, hehl hä met de Plooch stell, de Kapp af, met et Jesech op de Kerk ahn, et wuet e Vateronser on e Jejrüßet seis du Maria jebet.

Wuet an der Döesch e nöh Bruet oder Weck anjeschniehe, wuet et öschte met et Metz en Krüz dropjemeckt.

Wie döks huet man van de Eldere:
“Met-Jott”, “En Joddes-Nam” on “Su-Jott-Well”.

Wuor ut et Dörp oder ene Bekangde jestorve, sähte se:
“Jott tröß sin Siehl – on os, wenn ver dokomme!”

Text hochdeutsch

Der Rosenkranz war ein Gebet, das bei unseren Eltern das Hauptteil. Bei ihnen hieß es noch: „Bete und arbeite.“
Der Rosenkranz, ging immer mit – er reiste von der Werktagskleidung in den Sonntagsanzug mit. Wie oft hörte man:

„Geh mir oben in der Hose den Rosenkranz holen.“
Ging man zu Fuß nach Erkelenz oder mit der Eisenbahn nach Mönchengladbach, hieß es:
„Habt ihr den Rosenkranz bei euch? Wenn euch etwas passiert! Damit man weiß, mit wem man es zu tun hat!“
Damals fuhren nur Pferde und Kühe mit Karren durch die Gegend oder Pferde mit zweispännigen Wagen, oder man nahm die Eisenbahn.
Wie notwendig ist es heute, den Rosenkranz bei sich zu tragen – heute, wo so viele auf den Straßen sterben! Damit man weiß, mit wem man es zu tun hat!

Im Winter wurde abends der Rosenkranz gebetet, wenn man aus dem Stall kam, vor dem Abendessen.
Die Petroleumlampe aus, alle gingen auf die Knie, und der Rosenkranz wurde gebetet.
Die Ofentür eine handbreit offen, das Stubeneisen davor gehängt, damit ein wenig Licht schien.
Die Kleinen mussten vorbeten. Wenn sie in die Schule kamen, mussten sie den Rosenkranz können.

Morgens, mittags und abends wurde vor und nach dem Essen gebetet.
Das Weihwassergefäß hing an einem Pfosten in der Küche bei der Treppe; beim Hinein- und Hinausgehen machte man das Kreuzzeichen mit Weihwasser.

Wenn unser Vater auf dem Feld war und Mittag oder zum „Engel des Herrn“ (Engel des Herrn-Gebet) läutete, hielt er mit dem Pflug still, nahm die Mütze ab, wandte das Gesicht zur Kirche und betete ein Vaterunser und ein Gegrüßet seist du, Maria.

Wurde am Tisch ein neues Brot oder ein Wecken angeschnitten, machte man zuerst mit dem Messer ein Kreuz darauf.

Wie oft hörte man von den Älteren:
„Mit Gott“, „Im Namen Gottes“ und „So Gott will.“

War jemand aus dem Dorf oder ein Bekannter gestorben, sagten sie:
„Gott tröste seine Seele – und auch uns, wenn wir einmal dorthin kommen!“

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Über den Autor

Maria Schmitz

aus Kleingladbach
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Der Rosenkranz war ein Gebet, das bei unseren Eltern das Hauptteil. Bei ihnen hieß es noch: „Bete und arbeite.“
Der Rosenkranz, ging immer mit – er reiste von der Werktagskleidung in den Sonntagsanzug mit. Wie oft hörte man:

„Geh mir oben in der Hose den Rosenkranz holen.“
Ging man zu Fuß nach Erkelenz oder mit der Eisenbahn nach Mönchengladbach, hieß es:
„Habt ihr den Rosenkranz bei euch? Wenn euch etwas passiert! Damit man weiß, mit wem man es zu tun hat!“
Damals fuhren nur Pferde und Kühe mit Karren durch die Gegend oder Pferde mit zweispännigen Wagen, oder man nahm die Eisenbahn.
Wie notwendig ist es heute, den Rosenkranz bei sich zu tragen – heute, wo so viele auf den Straßen sterben! Damit man weiß, mit wem man es zu tun hat!

Im Winter wurde abends der Rosenkranz gebetet, wenn man aus dem Stall kam, vor dem Abendessen.
Die Petroleumlampe aus, alle gingen auf die Knie, und der Rosenkranz wurde gebetet.
Die Ofentür eine handbreit offen, das Stubeneisen davor gehängt, damit ein wenig Licht schien.
Die Kleinen mussten vorbeten. Wenn sie in die Schule kamen, mussten sie den Rosenkranz können.

Morgens, mittags und abends wurde vor und nach dem Essen gebetet.
Das Weihwassergefäß hing an einem Pfosten in der Küche bei der Treppe; beim Hinein- und Hinausgehen machte man das Kreuzzeichen mit Weihwasser.

Wenn unser Vater auf dem Feld war und Mittag oder zum „Engel des Herrn“ (Engel des Herrn-Gebet) läutete, hielt er mit dem Pflug still, nahm die Mütze ab, wandte das Gesicht zur Kirche und betete ein Vaterunser und ein Gegrüßet seist du, Maria.

Wurde am Tisch ein neues Brot oder ein Wecken angeschnitten, machte man zuerst mit dem Messer ein Kreuz darauf.

Wie oft hörte man von den Älteren:
„Mit Gott“, „Im Namen Gottes“ und „So Gott will.“

War jemand aus dem Dorf oder ein Bekannter gestorben, sagten sie:
„Gott tröste seine Seele – und auch uns, wenn wir einmal dorthin kommen!“

Der Ruesekranz on et Jebet, dat wour be os Eldere e höet Dehl. Be denne heschet et noch: “Bete und arbeite.”
Der Ruesekranz, dä jing ömmer met, hä rejset van de Wiärdes-Box non der Sondes-Anzog. Wie döks huet man,

“jank mech uofe en de Box der Ruesekranz huole.” Jing man de Foet non Erkelenz oder met de Ihserbahn non Mönkejläbeck heschet et: “Hat er der Ruesekranz be öch? Wenn öch ens jet passert! Dat se wiehte, met wem se dedon hant!”
En die Tiet fuhre bloß Piäd on Köh met Kaare dur de Jejend oder Piäd on zweispennech en Waarels oder de Ihserbahn. Wie nüedech es et hüet, der Ruesekranz be sech dehan, hüet wo suvöll op de Stroete sterve: Dat se wiehte, met wem se dedon hant! –

En der Wenkter wuet et oefens der Ruesekranz jebet, wenn en der Stall jedon wuer, för et Ihte.
De Stenoelechslamp uet, all op de Kneeh, on et wuet der Ruesekranz jebet,
et Oefesdürke en hankbre op, et Stuefeihser dofür jehange, dat jet Leech schien. Die Kleene mosche vüerbiähne. Wenn se en de Schöll kuome, moosche se der Ruesekranz könne.

Et morjes, meddaars on et oefens wuet vüer on noh et Ihte jebet. Et Wehwäter-Pöttsche hong an ene Still en de Küeke an de Trapp, be en on uetjon wuot sech Wehwater krieje.

Wenn ose Pap en et Feld wuor on et Halfmess bompet oder der Engeldeshiähr lühet, hehl hä met de Plooch stell, de Kapp af, met et Jesech op de Kerk ahn, et wuet e Vateronser on e Jejrüßet seis du Maria jebet.

Wuet an der Döesch e nöh Bruet oder Weck anjeschniehe, wuet et öschte met et Metz en Krüz dropjemeckt.

Wie döks huet man van de Eldere:
“Met-Jott”, “En Joddes-Nam” on “Su-Jott-Well”.

Wuor ut et Dörp oder ene Bekangde jestorve, sähte se:
“Jott tröß sin Siehl – on os, wenn ver dokomme!”






Der Ruesekranz - Der Rosenkranz

Der Rosenkranz war ein Gebet, das bei unseren Eltern das Hauptteil. Bei ihnen hieß es noch: „Bete und arbeite.“
Der Rosenkranz, ging immer mit – er reiste von der Werktagskleidung in den Sonntagsanzug mit. Wie oft hörte man:
Der Ruesekranz on et Jebet, dat wour be os Eldere e höet Dehl. Be denne heschet et noch: “Bete und arbeite.”
Der Ruesekranz, dä jing ömmer met, hä rejset van de Wiärdes-Box non der Sondes-Anzog. Wie döks huet man,
„Geh mir oben in der Hose den Rosenkranz holen.“
Ging man zu Fuß nach Erkelenz oder mit der Eisenbahn nach Mönchengladbach, hieß es:
„Habt ihr den Rosenkranz bei euch? Wenn euch etwas passiert! Damit man weiß, mit wem man es zu tun hat!“
Damals fuhren nur Pferde und Kühe mit Karren durch die Gegend oder Pferde mit zweispännigen Wagen, oder man nahm die Eisenbahn.
Wie notwendig ist es heute, den Rosenkranz bei sich zu tragen – heute, wo so viele auf den Straßen sterben! Damit man weiß, mit wem man es zu tun hat!
“jank mech uofe en de Box der Ruesekranz huole.” Jing man de Foet non Erkelenz oder met de Ihserbahn non Mönkejläbeck heschet et: “Hat er der Ruesekranz be öch? Wenn öch ens jet passert! Dat se wiehte, met wem se dedon hant!”
En die Tiet fuhre bloß Piäd on Köh met Kaare dur de Jejend oder Piäd on zweispennech en Waarels oder de Ihserbahn. Wie nüedech es et hüet, der Ruesekranz be sech dehan, hüet wo suvöll op de Stroete sterve: Dat se wiehte, met wem se dedon hant! –
Im Winter wurde abends der Rosenkranz gebetet, wenn man aus dem Stall kam, vor dem Abendessen.
Die Petroleumlampe aus, alle gingen auf die Knie, und der Rosenkranz wurde gebetet.
Die Ofentür eine handbreit offen, das Stubeneisen davor gehängt, damit ein wenig Licht schien.
Die Kleinen mussten vorbeten. Wenn sie in die Schule kamen, mussten sie den Rosenkranz können.
En der Wenkter wuet et oefens der Ruesekranz jebet, wenn en der Stall jedon wuer, för et Ihte.
De Stenoelechslamp uet, all op de Kneeh, on et wuet der Ruesekranz jebet,
et Oefesdürke en hankbre op, et Stuefeihser dofür jehange, dat jet Leech schien. Die Kleene mosche vüerbiähne. Wenn se en de Schöll kuome, moosche se der Ruesekranz könne.
Morgens, mittags und abends wurde vor und nach dem Essen gebetet.
Das Weihwassergefäß hing an einem Pfosten in der Küche bei der Treppe; beim Hinein- und Hinausgehen machte man das Kreuzzeichen mit Weihwasser.
Et morjes, meddaars on et oefens wuet vüer on noh et Ihte jebet. Et Wehwäter-Pöttsche hong an ene Still en de Küeke an de Trapp, be en on uetjon wuot sech Wehwater krieje.
Wenn unser Vater auf dem Feld war und Mittag oder zum „Engel des Herrn“ (Engel des Herrn-Gebet) läutete, hielt er mit dem Pflug still, nahm die Mütze ab, wandte das Gesicht zur Kirche und betete ein Vaterunser und ein Gegrüßet seist du, Maria.
Wenn ose Pap en et Feld wuor on et Halfmess bompet oder der Engeldeshiähr lühet, hehl hä met de Plooch stell, de Kapp af, met et Jesech op de Kerk ahn, et wuet e Vateronser on e Jejrüßet seis du Maria jebet.
Wurde am Tisch ein neues Brot oder ein Wecken angeschnitten, machte man zuerst mit dem Messer ein Kreuz darauf.
Wuet an der Döesch e nöh Bruet oder Weck anjeschniehe, wuet et öschte met et Metz en Krüz dropjemeckt.
Wie oft hörte man von den Älteren:
„Mit Gott“, „Im Namen Gottes“ und „So Gott will.“
Wie döks huet man van de Eldere:
“Met-Jott”, “En Joddes-Nam” on “Su-Jott-Well”.
War jemand aus dem Dorf oder ein Bekannter gestorben, sagten sie:
„Gott tröste seine Seele – und auch uns, wenn wir einmal dorthin kommen!“
Wuor ut et Dörp oder ene Bekangde jestorve, sähte se:
“Jott tröß sin Siehl – on os, wenn ver dokomme!”




text
Wörter: 46
geändert: 19.03.2026
Audio MundartAudio HochdeutchAutor NameAutor FotoAutor Beschr.

Bang – Angst

Bang – Angst

Bang Bang sette se be dr Dokter Se vöhle sech krank. Dr Dokter, enne kleene Herrjott, mott entscheide, wat et…
von {acf_name}
Interpret: {acf_name_des_interpreten_vortragender}
Arbeitsleben,Gefühlswelt,Oos Platt Kreis Heinsberg
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Wörter: 346
geändert: 19.03.2026
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Der Ruesekranz – Der Rosenkranz

Der Ruesekranz – Der Rosenkranz

Der Ruesekranz on et Jebet, dat wour be os Eldere e höet Dehl. Be denne heschet et noch: "Bete und…
von {acf_name}
Interpret: {acf_name_des_interpreten_vortragender}
Arbeitsleben,Heim und Haus,Kirche,Oos Platt Kreis Heinsberg,Oos Platt Winter 1984
text
Wörter: 175
geändert: 19.03.2026
Audio MundartAudio HochdeutchAutor NameAutor FotoAutor Beschr.

En d’r Omdebus – Im Omnibus

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En d'r Omdebus Dor Berk fä-ert op d'r Tiit d'r Omdebus. Do sette riike un ärme, alde un jongé Lüüt…
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Interpret: {acf_name_des_interpreten_vortragender}
Arbeitsleben,Gefühlswelt,negativ,Oos Platt Sommer 1984
text
Wörter: 157
geändert: 19.03.2026
Audio MundartAudio HochdeutchAutor NameAutor FotoAutor Beschr.

Fuulen Thommes – Fauler Thomas

Fuulen Thommes – Fauler Thomas

D'r eenontwenteste Dezember es et Apostelfääs va Zint Thomas. Dann es etbuten all hällesch kaut. Jeene krüpt et morjes jäer…
von {acf_name}
Interpret: {acf_name_des_interpreten_vortragender}
Feste,Kinder,Kindheit,Oos Platt Winter 1985

Der Ruesekranz – Der Rosenkranz

Ein Mundart Beitrags aus: Wassenberger-Riedelland-Platt

Der Rosenkranz

Der Ruesekranz

verfasst von: {acf_name}
vorgetragen von: {acf_name_des_interpreten_vortragender}

Der Rosenkranz war ein Gebet, das bei unseren Eltern das Hauptteil. Bei ihnen hieß es noch: „Bete und arbeite.“
Der Rosenkranz, ging immer mit – er reiste von der Werktagskleidung in den Sonntagsanzug mit. Wie oft hörte man:

„Geh mir oben in der Hose den Rosenkranz holen.“
Ging man zu Fuß nach Erkelenz oder mit der Eisenbahn nach Mönchengladbach, hieß es:
„Habt ihr den Rosenkranz bei euch? Wenn euch etwas passiert! Damit man weiß, mit wem man es zu tun hat!“
Damals fuhren nur Pferde und Kühe mit Karren durch die Gegend oder Pferde mit zweispännigen Wagen, oder man nahm die Eisenbahn.
Wie notwendig ist es heute, den Rosenkranz bei sich zu tragen – heute, wo so viele auf den Straßen sterben! Damit man weiß, mit wem man es zu tun hat!

Im Winter wurde abends der Rosenkranz gebetet, wenn man aus dem Stall kam, vor dem Abendessen.
Die Petroleumlampe aus, alle gingen auf die Knie, und der Rosenkranz wurde gebetet.
Die Ofentür eine handbreit offen, das Stubeneisen davor gehängt, damit ein wenig Licht schien.
Die Kleinen mussten vorbeten. Wenn sie in die Schule kamen, mussten sie den Rosenkranz können.

Morgens, mittags und abends wurde vor und nach dem Essen gebetet.
Das Weihwassergefäß hing an einem Pfosten in der Küche bei der Treppe; beim Hinein- und Hinausgehen machte man das Kreuzzeichen mit Weihwasser.

Wenn unser Vater auf dem Feld war und Mittag oder zum „Engel des Herrn“ (Engel des Herrn-Gebet) läutete, hielt er mit dem Pflug still, nahm die Mütze ab, wandte das Gesicht zur Kirche und betete ein Vaterunser und ein Gegrüßet seist du, Maria.

Wurde am Tisch ein neues Brot oder ein Wecken angeschnitten, machte man zuerst mit dem Messer ein Kreuz darauf.

Wie oft hörte man von den Älteren:
„Mit Gott“, „Im Namen Gottes“ und „So Gott will.“

War jemand aus dem Dorf oder ein Bekannter gestorben, sagten sie:
„Gott tröste seine Seele – und auch uns, wenn wir einmal dorthin kommen!“

Der Ruesekranz on et Jebet, dat wour be os Eldere e höet Dehl. Be denne heschet et noch: “Bete und arbeite.”
Der Ruesekranz, dä jing ömmer met, hä rejset van de Wiärdes-Box non der Sondes-Anzog. Wie döks huet man,

“jank mech uofe en de Box der Ruesekranz huole.” Jing man de Foet non Erkelenz oder met de Ihserbahn non Mönkejläbeck heschet et: “Hat er der Ruesekranz be öch? Wenn öch ens jet passert! Dat se wiehte, met wem se dedon hant!”
En die Tiet fuhre bloß Piäd on Köh met Kaare dur de Jejend oder Piäd on zweispennech en Waarels oder de Ihserbahn. Wie nüedech es et hüet, der Ruesekranz be sech dehan, hüet wo suvöll op de Stroete sterve: Dat se wiehte, met wem se dedon hant! –

En der Wenkter wuet et oefens der Ruesekranz jebet, wenn en der Stall jedon wuer, för et Ihte.
De Stenoelechslamp uet, all op de Kneeh, on et wuet der Ruesekranz jebet,
et Oefesdürke en hankbre op, et Stuefeihser dofür jehange, dat jet Leech schien. Die Kleene mosche vüerbiähne. Wenn se en de Schöll kuome, moosche se der Ruesekranz könne.

Et morjes, meddaars on et oefens wuet vüer on noh et Ihte jebet. Et Wehwäter-Pöttsche hong an ene Still en de Küeke an de Trapp, be en on uetjon wuot sech Wehwater krieje.

Wenn ose Pap en et Feld wuor on et Halfmess bompet oder der Engeldeshiähr lühet, hehl hä met de Plooch stell, de Kapp af, met et Jesech op de Kerk ahn, et wuet e Vateronser on e Jejrüßet seis du Maria jebet.

Wuet an der Döesch e nöh Bruet oder Weck anjeschniehe, wuet et öschte met et Metz en Krüz dropjemeckt.

Wie döks huet man van de Eldere:
“Met-Jott”, “En Joddes-Nam” on “Su-Jott-Well”.

Wuor ut et Dörp oder ene Bekangde jestorve, sähte se:
“Jott tröß sin Siehl – on os, wenn ver dokomme!”






Der Ruesekranz - Der Rosenkranz

Der Rosenkranz war ein Gebet, das bei unseren Eltern das Hauptteil. Bei ihnen hieß es noch: „Bete und arbeite.“
Der Rosenkranz, ging immer mit – er reiste von der Werktagskleidung in den Sonntagsanzug mit. Wie oft hörte man:
Der Ruesekranz on et Jebet, dat wour be os Eldere e höet Dehl. Be denne heschet et noch: “Bete und arbeite.”
Der Ruesekranz, dä jing ömmer met, hä rejset van de Wiärdes-Box non der Sondes-Anzog. Wie döks huet man,
„Geh mir oben in der Hose den Rosenkranz holen.“
Ging man zu Fuß nach Erkelenz oder mit der Eisenbahn nach Mönchengladbach, hieß es:
„Habt ihr den Rosenkranz bei euch? Wenn euch etwas passiert! Damit man weiß, mit wem man es zu tun hat!“
Damals fuhren nur Pferde und Kühe mit Karren durch die Gegend oder Pferde mit zweispännigen Wagen, oder man nahm die Eisenbahn.
Wie notwendig ist es heute, den Rosenkranz bei sich zu tragen – heute, wo so viele auf den Straßen sterben! Damit man weiß, mit wem man es zu tun hat!
“jank mech uofe en de Box der Ruesekranz huole.” Jing man de Foet non Erkelenz oder met de Ihserbahn non Mönkejläbeck heschet et: “Hat er der Ruesekranz be öch? Wenn öch ens jet passert! Dat se wiehte, met wem se dedon hant!”
En die Tiet fuhre bloß Piäd on Köh met Kaare dur de Jejend oder Piäd on zweispennech en Waarels oder de Ihserbahn. Wie nüedech es et hüet, der Ruesekranz be sech dehan, hüet wo suvöll op de Stroete sterve: Dat se wiehte, met wem se dedon hant! –
Im Winter wurde abends der Rosenkranz gebetet, wenn man aus dem Stall kam, vor dem Abendessen.
Die Petroleumlampe aus, alle gingen auf die Knie, und der Rosenkranz wurde gebetet.
Die Ofentür eine handbreit offen, das Stubeneisen davor gehängt, damit ein wenig Licht schien.
Die Kleinen mussten vorbeten. Wenn sie in die Schule kamen, mussten sie den Rosenkranz können.
En der Wenkter wuet et oefens der Ruesekranz jebet, wenn en der Stall jedon wuer, för et Ihte.
De Stenoelechslamp uet, all op de Kneeh, on et wuet der Ruesekranz jebet,
et Oefesdürke en hankbre op, et Stuefeihser dofür jehange, dat jet Leech schien. Die Kleene mosche vüerbiähne. Wenn se en de Schöll kuome, moosche se der Ruesekranz könne.
Morgens, mittags und abends wurde vor und nach dem Essen gebetet.
Das Weihwassergefäß hing an einem Pfosten in der Küche bei der Treppe; beim Hinein- und Hinausgehen machte man das Kreuzzeichen mit Weihwasser.
Et morjes, meddaars on et oefens wuet vüer on noh et Ihte jebet. Et Wehwäter-Pöttsche hong an ene Still en de Küeke an de Trapp, be en on uetjon wuot sech Wehwater krieje.
Wenn unser Vater auf dem Feld war und Mittag oder zum „Engel des Herrn“ (Engel des Herrn-Gebet) läutete, hielt er mit dem Pflug still, nahm die Mütze ab, wandte das Gesicht zur Kirche und betete ein Vaterunser und ein Gegrüßet seist du, Maria.
Wenn ose Pap en et Feld wuor on et Halfmess bompet oder der Engeldeshiähr lühet, hehl hä met de Plooch stell, de Kapp af, met et Jesech op de Kerk ahn, et wuet e Vateronser on e Jejrüßet seis du Maria jebet.
Wurde am Tisch ein neues Brot oder ein Wecken angeschnitten, machte man zuerst mit dem Messer ein Kreuz darauf.
Wuet an der Döesch e nöh Bruet oder Weck anjeschniehe, wuet et öschte met et Metz en Krüz dropjemeckt.
Wie oft hörte man von den Älteren:
„Mit Gott“, „Im Namen Gottes“ und „So Gott will.“
Wie döks huet man van de Eldere:
“Met-Jott”, “En Joddes-Nam” on “Su-Jott-Well”.
War jemand aus dem Dorf oder ein Bekannter gestorben, sagten sie:
„Gott tröste seine Seele – und auch uns, wenn wir einmal dorthin kommen!“
Wuor ut et Dörp oder ene Bekangde jestorve, sähte se:
“Jott tröß sin Siehl – on os, wenn ver dokomme!”




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