
Dat Kuckucksührke
Die Kuckucksuhr
Text Mundart
Text hochdeutsch
Tante Bertha war Erbtante und musste deshalb entsprechend hofiert werden. Die Uhr hing im besten Wohnzimmer.
Die Mimm word dann ömmer jett röesig on lurde fennig no’e dã Vu’egel.
„Kuckuck! Kuckuck!“
Die Katze wurde dann immer etwas unruhig und schaute grimmig nach dem Vogel.
Öm Joddeswelle, – wenn Tante Bertha am Sonndag op Besöck kömmt, on dat Mallör süht, dann es et zappenduster, – dann mäckt die en nöi Testament.
Um Gotteswillen, – wenn Tante Bertha am Sonntag auf Besuch kommt und das Malheur sieht, dann ist es zappenduster, – dann macht die ein neues Testament.
„Kleinigkeit!“, sagte der. „Wofür gibt’s denn heutzutage Tonbandgeräte? Einer von uns spricht einfach ein Band mit ‚Kuckuck!‘ drauf. Das merkt kein Idiot, wenn wir das in einer Ecke der besten Stube ablaufen lassen, wenn die Tante da ist.
“Achtung! – Fertig! — Nou!!
Bongartz Henn re’ip: “Kuckuck!”
„Achtung – fertig – jetzt!“
Bongartz Henn rief laut: „Kuckuck!“
Dän erschde Bleck jeng no die Uhr.
Se wor tefr’iene, – dä Henn hat der en prima Plätzke jejo’ewe.
Ihr erster Blick ging natürlich zur Uhr.
Sie war zufrieden – Henn hatte ihr ein schönes Plätzchen gegeben.
Nou wor et suwiet! Dä Wieser stong pieljrad op de “Vier”, — dat Dürke jeng o’epe, – flöck, stikum dat Tonband lu’epe jelo’ete: “Kuckuck! Kuckuck” viermo’el langesi ‘en.
Jetzt war es so weit: Der Zeiger stand genau auf vier, das Türchen ging auf, flink und heimlich das Tonband laufen gelassen.
„Kuckuck! Kuckuck!“ – viermal hintereinander.
Enne Momang wor en de Stu’ev alles stell.
Einen Moment lang war es ganz still im Zimmer.
„Das hat geklappt! Wetten, dass die Alte nichts merkt? Unter uns gesagt, für so eine verrückte Uhr hätte sie besser eine Flasche Schwarzwälder Kirsch mit 48 Prozent mitgebracht. Aber was tut man nicht alles für eine anständige Erbschaft!?“
“So”, schreide die, “die Ahl hät sech dat jemerkt, – dat Ervdi’el kritt et Altmännekeshus”, –
jri’ep sech et Hanktäschke, de Schirm, on, -=- fort wor se. —
„So!“, schrie sie, „die Alte hat’s wohl gehört! – Das Erbe bekommt das Altersheim!“
Sie schnappte sich ihre Handtasche, den Schirm – und fort war sie!
Text Mundart
Dat Kuckucksührke
Bongartz Henn hat van Tante Bertha, die en de Fieri-e en de Schwarzwald jewäß wor, en Kuckucksührke mötjebreit jekäeje. Tante Bertha wor Ervtant, on mu’eß dröm estimiert werde. Die Uhr hong en de bäeste Stu’ev.
Jedde Stond jeng dat Dürke van die Klock o’epe on mer hürde dä Vu’egel sin “Kuckuck! Kuckuck!” rope.
Die Mimm word dann ömmer jett röesig on lurde fennig no’e dã Vu’egel.
I’enes Dags, Eng van Oktober, feng dä Kuckuck an te streike, on me’ik die Schnuut ne’it miehr op.
Öm Joddeswelle, – wenn Tante Bertha am Sonndag op Besöck kömmt, on dat Mallör süht, dann es et zappenduster, – dann mäckt die en nöi Testament.
Bongartz Henn kallde möt Püetermanns Aloys, enne Prakesör on Sachverstandije van Musfalle, alde Weckere on elektrische Schelle. “Kli’enigki’et!” seit dä. “Wofür jövvt et dann vandag en Tonband? I’ene van os di’et son Band möt “Kuckuck!” bespräeke. Dat merkt kinne Flabes, wenn wir dat en en Hött van de bäeste Stu’ev avvlu’epe lo’ete, wenn die Tant do’e es.
Dat wor en Idee! Enne Bekännde van dä Püetermanns, de’i dat Magnetophon-Käske li’ehne, on dä Bongartz on dä Aloys fonge aan, dä Schwarzwälder-Uhremaaksmi’ester en et Handwerk te fusche.
“Oppasse!” seit Aloys on ki’ek op de Stopuhr. “Wenn ech dech en Ti’eke jäev, mots dou “Kuckuck!” rope.
“Achtung! – Fertig! — Nou!!
Bongartz Henn re’ip: “Kuckuck!”
“Prima! Dät hät jeklappt! Vör de Wett, dat die Ahl nix merkt. Onger os jeseit, platz son verröckde Uhr, hei die bäeter en Fläsch “Schwarzwälder-Kirsch” möt 48 Prozent mötjebreit. Mar, wat di’et mer neet alles vör en anständig Ervdi ‘el, – dä Dreistock möt fief Mieter …”
Dän Dag ko’em, on och Tante Bertha ko’em.
Dän erschde Bleck jeng no die Uhr.
Se wor tefr’iene, – dä Henn hat der en prima Plätzke jejo’ewe.
Nou word Kaffe jedronke. Höerschkes jeng et op vier Uhr aan. Dä Bongartz wor fies an kli’en Äerpel an’t schwi’ete am du’en. –
Nou wor et suwiet! Dä Wieser stong pieljrad op de “Vier”, — dat Dürke jeng o’epe, – flöck, stikum dat Tonband lu’epe jelo’ete: “Kuckuck! Kuckuck” viermo’el langesi ‘en.
Jott sei dank! Et hat jeklappt.
Enne Momang wor en de Stu’ev alles stell.
Dann seit dä “Kuckuck”: “Dat hät jeklappt. Vör de Wett, dat die Ahl nix merkt. – Onger os jeseit, die hei platz son verröckde Uhr bäeter en anständije Fläsch “Schwarzwälder-Kirsch”, 48 Prozent mötjebreit. Mar, wat di’et mer net alles für en andständig Ervdi’el — !? –
Der Tant ühre Blutdruck klomm op 280!
“So”, schreide die, “die Ahl hät sech dat jemerkt, – dat Ervdi’el kritt et Altmännekeshus”, –
jri’ep sech et Hanktäschke, de Schirm, on, -=- fort wor se. —
Dä Bongartz kickt van dän Tiet avv dä Aloys neet mierh an. —
Text hochdeutsch
Die Kuckucksuhr
Bongartz Henn hatte von seiner Tante Bertha, die in den Ferien im Schwarzwald gewesen war, ein Kuckucksührchen mitgebracht.
Tante Bertha war Erbtante und musste deshalb entsprechend hofiert werden. Die Uhr hing im besten Wohnzimmer.
Jede Stunde ging das Türchen der Uhr auf und man hörte den Vogel rufen:
„Kuckuck! Kuckuck!“
Die Katze wurde dann immer etwas unruhig und schaute grimmig nach dem Vogel.
Eines Tages, Ende Oktober, fing der Kuckuck an zu streiken und machte die Schnauze nicht mehr auf.
Um Gotteswillen, – wenn Tante Bertha am Sonntag auf Besuch kommt und das Malheur sieht, dann ist es zappenduster, – dann macht die ein neues Testament.
Bongartz Henn sprach mit dem Pütermanns Aloys, einem Tüftler und Fachmann für Mausefallen, alte Wecker und elektrische Klingeln.
„Kleinigkeit!“, sagte der. „Wofür gibt’s denn heutzutage Tonbandgeräte? Einer von uns spricht einfach ein Band mit ‚Kuckuck!‘ drauf. Das merkt kein Idiot, wenn wir das in einer Ecke der besten Stube ablaufen lassen, wenn die Tante da ist.
Das war eine Idee! Ein Bekannter vom Pütermanns lieh ihnen das Magnetophon-Kästchen und Henn und Aloys machten sich daran, dem Schwarzwälder Uhrmacher-Meister ins Handwerk zu pfuschen.
„Aufgepasst!“, sagte Aloys und schaute auf die Stoppuhr. „Wenn ich dir ein Zeichen gebe, musst du ‚Kuckuck!‘ rufen.“
„Achtung – fertig – jetzt!“
Bongartz Henn rief laut: „Kuckuck!“
„Prima!“, meinte Aloys. „Das hat geklappt! Wetten, dass die Alte nichts merkt? Unter uns gesagt, für so eine verrückte Uhr hätte sie besser eine Flasche Schwarzwälder Kirsch mit 48 Prozent mitgebracht. Aber was tut man nicht alles für eine anständige Erbschaft — das Dreistockhaus mit fünf Mietern…“
Der Tag kam – und auch Tante Bertha kam.
Ihr erster Blick ging natürlich zur Uhr.
Sie war zufrieden – Henn hatte ihr ein schönes Plätzchen gegeben.
Nun wurde Kaffee getrunken. Langsam ging es auf vier Uhr zu. Bongartz schwitzte erbärmlich beim kleinen Kartoffeln schälen.
Jetzt war es so weit: Der Zeiger stand genau auf vier, das Türchen ging auf, flink und heimlich das Tonband laufen gelassen.
„Kuckuck! Kuckuck!“ – viermal hintereinander.
Gott sei Dank! Es hat geklappt.
Einen Moment lang war es ganz still im Zimmer.
Dann sagte der “Kuckuck”:
„Das hat geklappt! Wetten, dass die Alte nichts merkt? Unter uns gesagt, für so eine verrückte Uhr hätte sie besser eine Flasche Schwarzwälder Kirsch mit 48 Prozent mitgebracht. Aber was tut man nicht alles für eine anständige Erbschaft!?“
Der Blutdruck der Tante stieg auf 280!
„So!“, schrie sie, „die Alte hat’s wohl gehört! – Das Erbe bekommt das Altersheim!“
Sie schnappte sich ihre Handtasche, den Schirm – und fort war sie!
Seitdem hat Bongartz Henn den Aloys nicht mehr angesehen.
Dann zeig es uns!
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Die Kuckucksuhr
Bongartz Henn hatte von seiner Tante Bertha, die in den Ferien im Schwarzwald gewesen war, ein Kuckucksührchen mitgebracht.
Tante Bertha war Erbtante und musste deshalb entsprechend hofiert werden. Die Uhr hing im besten Wohnzimmer.
Jede Stunde ging das Türchen der Uhr auf und man hörte den Vogel rufen:
„Kuckuck! Kuckuck!“
Die Katze wurde dann immer etwas unruhig und schaute grimmig nach dem Vogel.
Eines Tages, Ende Oktober, fing der Kuckuck an zu streiken und machte die Schnauze nicht mehr auf.
Um Gotteswillen, – wenn Tante Bertha am Sonntag auf Besuch kommt und das Malheur sieht, dann ist es zappenduster, – dann macht die ein neues Testament.
Bongartz Henn sprach mit dem Pütermanns Aloys, einem Tüftler und Fachmann für Mausefallen, alte Wecker und elektrische Klingeln.
„Kleinigkeit!“, sagte der. „Wofür gibt’s denn heutzutage Tonbandgeräte? Einer von uns spricht einfach ein Band mit ‚Kuckuck!‘ drauf. Das merkt kein Idiot, wenn wir das in einer Ecke der besten Stube ablaufen lassen, wenn die Tante da ist.
Das war eine Idee! Ein Bekannter vom Pütermanns lieh ihnen das Magnetophon-Kästchen und Henn und Aloys machten sich daran, dem Schwarzwälder Uhrmacher-Meister ins Handwerk zu pfuschen.
„Aufgepasst!“, sagte Aloys und schaute auf die Stoppuhr. „Wenn ich dir ein Zeichen gebe, musst du ‚Kuckuck!‘ rufen.“
„Achtung – fertig – jetzt!“
Bongartz Henn rief laut: „Kuckuck!“
„Prima!“, meinte Aloys. „Das hat geklappt! Wetten, dass die Alte nichts merkt? Unter uns gesagt, für so eine verrückte Uhr hätte sie besser eine Flasche Schwarzwälder Kirsch mit 48 Prozent mitgebracht. Aber was tut man nicht alles für eine anständige Erbschaft — das Dreistockhaus mit fünf Mietern…“
Der Tag kam – und auch Tante Bertha kam.
Ihr erster Blick ging natürlich zur Uhr.
Sie war zufrieden – Henn hatte ihr ein schönes Plätzchen gegeben.
Nun wurde Kaffee getrunken. Langsam ging es auf vier Uhr zu. Bongartz schwitzte erbärmlich beim kleinen Kartoffeln schälen.
Jetzt war es so weit: Der Zeiger stand genau auf vier, das Türchen ging auf, flink und heimlich das Tonband laufen gelassen.
„Kuckuck! Kuckuck!“ – viermal hintereinander.
Gott sei Dank! Es hat geklappt.
Einen Moment lang war es ganz still im Zimmer.
Dann sagte der “Kuckuck”:
„Das hat geklappt! Wetten, dass die Alte nichts merkt? Unter uns gesagt, für so eine verrückte Uhr hätte sie besser eine Flasche Schwarzwälder Kirsch mit 48 Prozent mitgebracht. Aber was tut man nicht alles für eine anständige Erbschaft!?“
Der Blutdruck der Tante stieg auf 280!
„So!“, schrie sie, „die Alte hat’s wohl gehört! – Das Erbe bekommt das Altersheim!“
Sie schnappte sich ihre Handtasche, den Schirm – und fort war sie!
Seitdem hat Bongartz Henn den Aloys nicht mehr angesehen.
Dat Kuckucksührke
Bongartz Henn hat van Tante Bertha, die en de Fieri-e en de Schwarzwald jewäß wor, en Kuckucksührke mötjebreit jekäeje. Tante Bertha wor Ervtant, on mu’eß dröm estimiert werde. Die Uhr hong en de bäeste Stu’ev.
Jedde Stond jeng dat Dürke van die Klock o’epe on mer hürde dä Vu’egel sin “Kuckuck! Kuckuck!” rope.
Die Mimm word dann ömmer jett röesig on lurde fennig no’e dã Vu’egel.
I’enes Dags, Eng van Oktober, feng dä Kuckuck an te streike, on me’ik die Schnuut ne’it miehr op.
Öm Joddeswelle, – wenn Tante Bertha am Sonndag op Besöck kömmt, on dat Mallör süht, dann es et zappenduster, – dann mäckt die en nöi Testament.
Bongartz Henn kallde möt Püetermanns Aloys, enne Prakesör on Sachverstandije van Musfalle, alde Weckere on elektrische Schelle. “Kli’enigki’et!” seit dä. “Wofür jövvt et dann vandag en Tonband? I’ene van os di’et son Band möt “Kuckuck!” bespräeke. Dat merkt kinne Flabes, wenn wir dat en en Hött van de bäeste Stu’ev avvlu’epe lo’ete, wenn die Tant do’e es.
Dat wor en Idee! Enne Bekännde van dä Püetermanns, de’i dat Magnetophon-Käske li’ehne, on dä Bongartz on dä Aloys fonge aan, dä Schwarzwälder-Uhremaaksmi’ester en et Handwerk te fusche.
“Oppasse!” seit Aloys on ki’ek op de Stopuhr. “Wenn ech dech en Ti’eke jäev, mots dou “Kuckuck!” rope.
“Achtung! – Fertig! — Nou!!
Bongartz Henn re’ip: “Kuckuck!”
“Prima! Dät hät jeklappt! Vör de Wett, dat die Ahl nix merkt. Onger os jeseit, platz son verröckde Uhr, hei die bäeter en Fläsch “Schwarzwälder-Kirsch” möt 48 Prozent mötjebreit. Mar, wat di’et mer neet alles vör en anständig Ervdi ‘el, – dä Dreistock möt fief Mieter …”
Dän Dag ko’em, on och Tante Bertha ko’em.
Dän erschde Bleck jeng no die Uhr.
Se wor tefr’iene, – dä Henn hat der en prima Plätzke jejo’ewe.
Nou word Kaffe jedronke. Höerschkes jeng et op vier Uhr aan. Dä Bongartz wor fies an kli’en Äerpel an’t schwi’ete am du’en. –
Nou wor et suwiet! Dä Wieser stong pieljrad op de “Vier”, — dat Dürke jeng o’epe, – flöck, stikum dat Tonband lu’epe jelo’ete: “Kuckuck! Kuckuck” viermo’el langesi ‘en.
Jott sei dank! Et hat jeklappt.
Enne Momang wor en de Stu’ev alles stell.
Dann seit dä “Kuckuck”: “Dat hät jeklappt. Vör de Wett, dat die Ahl nix merkt. – Onger os jeseit, die hei platz son verröckde Uhr bäeter en anständije Fläsch “Schwarzwälder-Kirsch”, 48 Prozent mötjebreit. Mar, wat di’et mer net alles für en andständig Ervdi’el — !? –
Der Tant ühre Blutdruck klomm op 280!
“So”, schreide die, “die Ahl hät sech dat jemerkt, – dat Ervdi’el kritt et Altmännekeshus”, –
jri’ep sech et Hanktäschke, de Schirm, on, -=- fort wor se. —
Dä Bongartz kickt van dän Tiet avv dä Aloys neet mierh an. —
Dat Kuckucksührke - Die Kuckucksuhr
Tante Bertha war Erbtante und musste deshalb entsprechend hofiert werden. Die Uhr hing im besten Wohnzimmer.
„Kuckuck! Kuckuck!“
Die Katze wurde dann immer etwas unruhig und schaute grimmig nach dem Vogel.
Die Mimm word dann ömmer jett röesig on lurde fennig no’e dã Vu’egel.
Um Gotteswillen, – wenn Tante Bertha am Sonntag auf Besuch kommt und das Malheur sieht, dann ist es zappenduster, – dann macht die ein neues Testament.
Öm Joddeswelle, – wenn Tante Bertha am Sonndag op Besöck kömmt, on dat Mallör süht, dann es et zappenduster, – dann mäckt die en nöi Testament.
„Kleinigkeit!“, sagte der. „Wofür gibt’s denn heutzutage Tonbandgeräte? Einer von uns spricht einfach ein Band mit ‚Kuckuck!‘ drauf. Das merkt kein Idiot, wenn wir das in einer Ecke der besten Stube ablaufen lassen, wenn die Tante da ist.
„Achtung – fertig – jetzt!“
Bongartz Henn rief laut: „Kuckuck!“
“Achtung! – Fertig! — Nou!!
Bongartz Henn re’ip: “Kuckuck!”
Ihr erster Blick ging natürlich zur Uhr.
Sie war zufrieden – Henn hatte ihr ein schönes Plätzchen gegeben.
Dän erschde Bleck jeng no die Uhr.
Se wor tefr’iene, – dä Henn hat der en prima Plätzke jejo’ewe.
Jetzt war es so weit: Der Zeiger stand genau auf vier, das Türchen ging auf, flink und heimlich das Tonband laufen gelassen.
„Kuckuck! Kuckuck!“ – viermal hintereinander.
Nou wor et suwiet! Dä Wieser stong pieljrad op de “Vier”, — dat Dürke jeng o’epe, – flöck, stikum dat Tonband lu’epe jelo’ete: “Kuckuck! Kuckuck” viermo’el langesi ‘en.
Einen Moment lang war es ganz still im Zimmer.
Enne Momang wor en de Stu’ev alles stell.
„Das hat geklappt! Wetten, dass die Alte nichts merkt? Unter uns gesagt, für so eine verrückte Uhr hätte sie besser eine Flasche Schwarzwälder Kirsch mit 48 Prozent mitgebracht. Aber was tut man nicht alles für eine anständige Erbschaft!?“
„So!“, schrie sie, „die Alte hat’s wohl gehört! – Das Erbe bekommt das Altersheim!“
Sie schnappte sich ihre Handtasche, den Schirm – und fort war sie!
“So”, schreide die, “die Ahl hät sech dat jemerkt, – dat Ervdi’el kritt et Altmännekeshus”, –
jri’ep sech et Hanktäschke, de Schirm, on, -=- fort wor se. —

Arsbecker Heimatlied – Arsbecker Heimatlied
Arsbecker Heimatlied – Arsbecker Heimatlied

Dat Kuckucksührke – Die Kuckucksuhr
Dat Kuckucksührke – Die Kuckucksuhr

Buurerejele Dezember Januar – Bauernregeln Dezember Januar
Buurerejele Dezember Januar – Bauernregeln Dezember Januar

Buure-Regele en d’r Juni – Bauernregeln im Juni
Buure-Regele en d’r Juni – Bauernregeln im Juni
Dat Kuckucksührke – Die Kuckucksuhr
Die Kuckucksuhr
Dat Kuckucksührke
Die Kuckucksuhr
Bongartz Henn hatte von seiner Tante Bertha, die in den Ferien im Schwarzwald gewesen war, ein Kuckucksührchen mitgebracht.
Tante Bertha war Erbtante und musste deshalb entsprechend hofiert werden. Die Uhr hing im besten Wohnzimmer.
Jede Stunde ging das Türchen der Uhr auf und man hörte den Vogel rufen:
„Kuckuck! Kuckuck!“
Die Katze wurde dann immer etwas unruhig und schaute grimmig nach dem Vogel.
Eines Tages, Ende Oktober, fing der Kuckuck an zu streiken und machte die Schnauze nicht mehr auf.
Um Gotteswillen, – wenn Tante Bertha am Sonntag auf Besuch kommt und das Malheur sieht, dann ist es zappenduster, – dann macht die ein neues Testament.
Bongartz Henn sprach mit dem Pütermanns Aloys, einem Tüftler und Fachmann für Mausefallen, alte Wecker und elektrische Klingeln.
„Kleinigkeit!“, sagte der. „Wofür gibt’s denn heutzutage Tonbandgeräte? Einer von uns spricht einfach ein Band mit ‚Kuckuck!‘ drauf. Das merkt kein Idiot, wenn wir das in einer Ecke der besten Stube ablaufen lassen, wenn die Tante da ist.
Das war eine Idee! Ein Bekannter vom Pütermanns lieh ihnen das Magnetophon-Kästchen und Henn und Aloys machten sich daran, dem Schwarzwälder Uhrmacher-Meister ins Handwerk zu pfuschen.
„Aufgepasst!“, sagte Aloys und schaute auf die Stoppuhr. „Wenn ich dir ein Zeichen gebe, musst du ‚Kuckuck!‘ rufen.“
„Achtung – fertig – jetzt!“
Bongartz Henn rief laut: „Kuckuck!“
„Prima!“, meinte Aloys. „Das hat geklappt! Wetten, dass die Alte nichts merkt? Unter uns gesagt, für so eine verrückte Uhr hätte sie besser eine Flasche Schwarzwälder Kirsch mit 48 Prozent mitgebracht. Aber was tut man nicht alles für eine anständige Erbschaft — das Dreistockhaus mit fünf Mietern…“
Der Tag kam – und auch Tante Bertha kam.
Ihr erster Blick ging natürlich zur Uhr.
Sie war zufrieden – Henn hatte ihr ein schönes Plätzchen gegeben.
Nun wurde Kaffee getrunken. Langsam ging es auf vier Uhr zu. Bongartz schwitzte erbärmlich beim kleinen Kartoffeln schälen.
Jetzt war es so weit: Der Zeiger stand genau auf vier, das Türchen ging auf, flink und heimlich das Tonband laufen gelassen.
„Kuckuck! Kuckuck!“ – viermal hintereinander.
Gott sei Dank! Es hat geklappt.
Einen Moment lang war es ganz still im Zimmer.
Dann sagte der “Kuckuck”:
„Das hat geklappt! Wetten, dass die Alte nichts merkt? Unter uns gesagt, für so eine verrückte Uhr hätte sie besser eine Flasche Schwarzwälder Kirsch mit 48 Prozent mitgebracht. Aber was tut man nicht alles für eine anständige Erbschaft!?“
Der Blutdruck der Tante stieg auf 280!
„So!“, schrie sie, „die Alte hat’s wohl gehört! – Das Erbe bekommt das Altersheim!“
Sie schnappte sich ihre Handtasche, den Schirm – und fort war sie!
Seitdem hat Bongartz Henn den Aloys nicht mehr angesehen.
Dat Kuckucksührke
Bongartz Henn hat van Tante Bertha, die en de Fieri-e en de Schwarzwald jewäß wor, en Kuckucksührke mötjebreit jekäeje. Tante Bertha wor Ervtant, on mu’eß dröm estimiert werde. Die Uhr hong en de bäeste Stu’ev.
Jedde Stond jeng dat Dürke van die Klock o’epe on mer hürde dä Vu’egel sin “Kuckuck! Kuckuck!” rope.
Die Mimm word dann ömmer jett röesig on lurde fennig no’e dã Vu’egel.
I’enes Dags, Eng van Oktober, feng dä Kuckuck an te streike, on me’ik die Schnuut ne’it miehr op.
Öm Joddeswelle, – wenn Tante Bertha am Sonndag op Besöck kömmt, on dat Mallör süht, dann es et zappenduster, – dann mäckt die en nöi Testament.
Bongartz Henn kallde möt Püetermanns Aloys, enne Prakesör on Sachverstandije van Musfalle, alde Weckere on elektrische Schelle. “Kli’enigki’et!” seit dä. “Wofür jövvt et dann vandag en Tonband? I’ene van os di’et son Band möt “Kuckuck!” bespräeke. Dat merkt kinne Flabes, wenn wir dat en en Hött van de bäeste Stu’ev avvlu’epe lo’ete, wenn die Tant do’e es.
Dat wor en Idee! Enne Bekännde van dä Püetermanns, de’i dat Magnetophon-Käske li’ehne, on dä Bongartz on dä Aloys fonge aan, dä Schwarzwälder-Uhremaaksmi’ester en et Handwerk te fusche.
“Oppasse!” seit Aloys on ki’ek op de Stopuhr. “Wenn ech dech en Ti’eke jäev, mots dou “Kuckuck!” rope.
“Achtung! – Fertig! — Nou!!
Bongartz Henn re’ip: “Kuckuck!”
“Prima! Dät hät jeklappt! Vör de Wett, dat die Ahl nix merkt. Onger os jeseit, platz son verröckde Uhr, hei die bäeter en Fläsch “Schwarzwälder-Kirsch” möt 48 Prozent mötjebreit. Mar, wat di’et mer neet alles vör en anständig Ervdi ‘el, – dä Dreistock möt fief Mieter …”
Dän Dag ko’em, on och Tante Bertha ko’em.
Dän erschde Bleck jeng no die Uhr.
Se wor tefr’iene, – dä Henn hat der en prima Plätzke jejo’ewe.
Nou word Kaffe jedronke. Höerschkes jeng et op vier Uhr aan. Dä Bongartz wor fies an kli’en Äerpel an’t schwi’ete am du’en. –
Nou wor et suwiet! Dä Wieser stong pieljrad op de “Vier”, — dat Dürke jeng o’epe, – flöck, stikum dat Tonband lu’epe jelo’ete: “Kuckuck! Kuckuck” viermo’el langesi ‘en.
Jott sei dank! Et hat jeklappt.
Enne Momang wor en de Stu’ev alles stell.
Dann seit dä “Kuckuck”: “Dat hät jeklappt. Vör de Wett, dat die Ahl nix merkt. – Onger os jeseit, die hei platz son verröckde Uhr bäeter en anständije Fläsch “Schwarzwälder-Kirsch”, 48 Prozent mötjebreit. Mar, wat di’et mer net alles für en andständig Ervdi’el — !? –
Der Tant ühre Blutdruck klomm op 280!
“So”, schreide die, “die Ahl hät sech dat jemerkt, – dat Ervdi’el kritt et Altmännekeshus”, –
jri’ep sech et Hanktäschke, de Schirm, on, -=- fort wor se. —
Dä Bongartz kickt van dän Tiet avv dä Aloys neet mierh an. —
Dat Kuckucksührke - Die Kuckucksuhr
Tante Bertha war Erbtante und musste deshalb entsprechend hofiert werden. Die Uhr hing im besten Wohnzimmer.
„Kuckuck! Kuckuck!“
Die Katze wurde dann immer etwas unruhig und schaute grimmig nach dem Vogel.
Die Mimm word dann ömmer jett röesig on lurde fennig no’e dã Vu’egel.
Um Gotteswillen, – wenn Tante Bertha am Sonntag auf Besuch kommt und das Malheur sieht, dann ist es zappenduster, – dann macht die ein neues Testament.
Öm Joddeswelle, – wenn Tante Bertha am Sonndag op Besöck kömmt, on dat Mallör süht, dann es et zappenduster, – dann mäckt die en nöi Testament.
„Kleinigkeit!“, sagte der. „Wofür gibt’s denn heutzutage Tonbandgeräte? Einer von uns spricht einfach ein Band mit ‚Kuckuck!‘ drauf. Das merkt kein Idiot, wenn wir das in einer Ecke der besten Stube ablaufen lassen, wenn die Tante da ist.
„Achtung – fertig – jetzt!“
Bongartz Henn rief laut: „Kuckuck!“
“Achtung! – Fertig! — Nou!!
Bongartz Henn re’ip: “Kuckuck!”
Ihr erster Blick ging natürlich zur Uhr.
Sie war zufrieden – Henn hatte ihr ein schönes Plätzchen gegeben.
Dän erschde Bleck jeng no die Uhr.
Se wor tefr’iene, – dä Henn hat der en prima Plätzke jejo’ewe.
Jetzt war es so weit: Der Zeiger stand genau auf vier, das Türchen ging auf, flink und heimlich das Tonband laufen gelassen.
„Kuckuck! Kuckuck!“ – viermal hintereinander.
Nou wor et suwiet! Dä Wieser stong pieljrad op de “Vier”, — dat Dürke jeng o’epe, – flöck, stikum dat Tonband lu’epe jelo’ete: “Kuckuck! Kuckuck” viermo’el langesi ‘en.
Einen Moment lang war es ganz still im Zimmer.
Enne Momang wor en de Stu’ev alles stell.
„Das hat geklappt! Wetten, dass die Alte nichts merkt? Unter uns gesagt, für so eine verrückte Uhr hätte sie besser eine Flasche Schwarzwälder Kirsch mit 48 Prozent mitgebracht. Aber was tut man nicht alles für eine anständige Erbschaft!?“
„So!“, schrie sie, „die Alte hat’s wohl gehört! – Das Erbe bekommt das Altersheim!“
Sie schnappte sich ihre Handtasche, den Schirm – und fort war sie!
“So”, schreide die, “die Ahl hät sech dat jemerkt, – dat Ervdi’el kritt et Altmännekeshus”, –
jri’ep sech et Hanktäschke, de Schirm, on, -=- fort wor se. —


