Mundartatlas im Kreis Heinsberg wächst

Ein Bericht von der Rheinischen Post
Das Bild zu diesem Artikel stammt von Mundartatlas

„KI op Platt?“ Das geht. Alle Techniken der Text-Datenübertragung gehören zum Standard des Projekts „Mundartatlas von Schwalm und Rur bis an die Maas“, KI (künstliche Intelligenz), in dem sich die Kultur- und Heimatvereine im Kreis und darüber hinaus zusammengefunden haben, die lokale Mundart, das Platt, sattelfest für die Zukunft zu machen. Nun nehmen sich die Initiatoren der vor elf Jahren eingestellten Zeitschrift „Oos Platt“ (Unser Platt) an, deren 65 Ausgaben von 1985 an erschienen waren und einen Querschnitt der Mundart im Kreis Heinsberg abbildeten. Der Mundartatlas digitalisiert die gesamten Ausgaben und veröffentlicht sie mit Übersetzungen ins Hochdeutsche auf der Web-Site www.mundartatlas.de.

Das Plattdeutsche, weitgehend als Sprache von Opa und Oma angesehen, lebt und soll weiterleben. Mehrere Vereine bieten regelmäßig Mundartabende an, sie bestücken auch die Mundartatlas.de-Homepage, die sowohl die historische wie auch die aktuelle Literatur dazu abbildet, in Wort, bewegten Bildern und hochdeutscher Übersetzung, einige davon auch mit Musik. Das ermöglicht das Verständnis des Platts Menschen, die sich selbst bescheinigen, diese Regionalsprache, die seit weit mehr als 1000 Jahren lebendig ist, zu verstehen.

Kostproben davon gab es nun wieder beim Heimatverein Schafhausen, der zu seinem Mundart-Abend mit Verkostung der uralt-heimischen Spezialität „Panhas“ mit Kartoffel- und Möhrengemüse geladen hatte. Kross gebraten passte diese aus Schweineblut mit Buchweizen und pikanten Gewürzen gefertigte Wurstart zum Platt-Vortragsabend unter dem Motto „Wie woar dätt met dätt Husschlochte on met Panhaseäte?“ (Wie war das mit dem Hausschlachten und Panhasessen). Die mehr als ein Dutzend Vorträge in Schafhausen wurden gefilmt und werden in Kürze in die Atlas-Homepage eingestellt, die hochdeutschen Übersetzungen laufen im Livestream mit. Das Projekt wurde von NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach (CDU) intensiv geprüft und anerkannt, sie hatte einen Zuschuss in Höhe von 137.000 Euro genehmigt. Ein verpflichteter Eigenanteil wird von der Arbeitsgemeinschaft Mundartatlas zur Verfügung gestellt.

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